Rätselhaftes Motiv 

Mann hortet in Wohnung über 600 fremde Pakete und Briefe - eine Sache verwundert sehr

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Ein 50-jähriger Mann aus Pöcking hortete über einen längeren Zeitraum haufenweise Pakete und Briefe in seiner Wohnung. Nun kam ihm die Polizei auf die Spur.

  • Ein Mann aus Pöcking hortete in seiner Wohnung fremde Briefe und Päckchen.
  • Die meisten Sendungen hatte er nicht einmal geöffnet. 
  • Über das Motiv des Mannes rätselt die Polizei noch.

Pöcking – Über das Motiv lässt sich nur spekulieren. „Ich habe Zweifel, dass der Täter kriminelle Energie hat“, sagt ein erfahrener Beamter der Polizeiinspektion Starnberg. Fest steht: Ein 50 Jahre alter Mann aus Pöcking hat seit mehr als einem Jahr mehrere hundert Briefe, Päckchen und Zeitschriften bei sich zu Hause gehortet, die nicht für ihn bestimmt waren. Die allermeisten Sendungen lagen ungeöffnet in der Wohnung, wurden also weder durchwühlt noch wurden Wertgegenstände daraus entwendet. Der Bayerische Rundfunk war in Starnberg und hat die Paketempfänger gesprochen. Das Video sehen Sie oben in diesem Artikel.

Mann in Pöcking hortet fremde Päckchen und Briefe - kein alltäglicher Fall

Der nicht alltägliche Fall kam am Freitag eher zufällig ans Tageslicht, wie die Polizei berichtet. Da entdeckte der 36 Jahre alte Mieter des 50-Jährigen in dessen Wohnung nämlich ein Päckchen, das für ihn bestimmt war und auf dessen Zustellung er schon längere Zeit vergeblich wartete. Der 36-Jährige verständigte die Polizei. Als die Beamten den Vermieter mit dem Vorwurf der Unterschlagung von Postsendungen und der Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses konfrontierten, willigte der 50-Jährige in die Durchsuchung seines Anwesens ein.

Briefe und Päckchen gefunden: Post war für Adressaten in Pöcking, Starnberg und Tutzing

„In den Räumlichkeiten trauten die Beamten ihren Augen kaum, als diese dort haufenweise Briefe, Päckchen und Zeitschriften fanden, die für Adressaten vorwiegend in den Gemeindebereichen von Pöcking, Starnberg und Tutzing bestimmt waren“, berichtet Polizeihauptkommissar Kai Motschmann. „Auffällig bei dem Fund war, dass viele Päckchen ungeöffnet herumlagen.“ Deswegen lässt sich der Wert der Postsendungen auch nicht beziffern.

Video: Lieferdienste verlangen Zuschläge über Weihnachten

Bei der ersten Befragung sagte der 50-Jährige, dass es sich bei den Sachen vermutlich um Briefe und Päckchen gehandelt habe, die Postboten oder Paketzusteller vor Haus- und Wohnungstüren gelegt hatten, wenn die Eigentümer nicht zu Hause waren. Er habe sie dann an sich genommen, wenn er auf seiner Tour als Zeitungszusteller unterwegs war. Im Lauf der Zeit sammelten sich rund 630 Päckchen und Briefe an. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann bereits im vergangenen Jahr mit der Sammelei anfing.

Mann hortet fremde Post: Polizei geht nicht von aktuellen Weihnachtspaketen aus

Deswegen dürfte es sich vorwiegend nicht um aktuelle Weihnachtspakete handeln, sagt Motschmann. Die Starnberger Polizei hat nun eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um die Sendungen zu erfassen, zu katalogisieren und den rechtmäßigen Empfängern zuzuordnen. „Dies kann eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Motschmann. Die Polizei bittet deswegen eindringlich, von individuellen Anfragen Abstand zu nehmen. Alle Empfänger würden von der Dienststelle schriftlich benachrichtigt.  

Auch in Erding kam es zu Paket-Diebstählen - verdächtigt werden zwei Zusteller. Ihr Vorarbeiter erlebte aber noch eine weitere böse Überraschung.

Ein DHL-Paketbote ist bei einer Auslieferung in Neubiberg bei München vollkommen ausgerastet. Erst trat er auf die Tür und dann auf ein Paket ein - aus vollkommen nichtigem Anlass.

Sauer auf die Post war außerdem eine Frau aus Tutzing - sie schicke ein wichtiges Dokument in die Niederlande, das nicht ankam. 

Rubriklistenbild: © Polizei

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