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Amtsübergabe: Wolfram Staufenberg (2.v.l.) und Matthias Rinck (2.v.r.) mit (v.l.) Christian Kalbfus-Dali, Karin Wania-Michels und Ute Nicolaisen-März.

CSU Pöcking

Zwei Rücktritte und einige Sorgenfalten

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Wolfram Staufenberg wird nach dem Rücktritt von Matthias Rinck neuer Ortsvorsitzender der Pöckinger CSU und will sich um junge Menschen und Frauen für die Partei bemühen. 

Pöcking Die CSU schrumpft. In Pöcking sind es statt 94 nur noch 66 Mitglieder. Das war nur eines der Themen der Jahresversammlung: Zwei Rücktritte und der hohe Altersdurchschnitt beschäftigen den Ortsverband.

Kassenprüfer sind bei Jahresversammlungen in der Regel eine Randerscheinung. Sie bestätigen in der Regel kurz, dass der Kassier seine Arbeit ordentlich verrichtet hat. Die Ausführungen von Rosemarie Mann-Stein bei der CSU-Jahresversammlung in Pöcking gerieten am Dienstag aber eher zu einer Brandrede. „Es ist wirklich ernst. So eine komische Situation ist grenzwertig“, sagte die frühere Ortsvorsitzende. Die meisten Mitglieder würden nur den Mindestbeitrag zahlen – und mit 13 Euro im Jahr komme der Ortsverband nicht weit. Auch ein Problem: Es gibt nur 66 zahlende Mitglieder. Die CSU hat „Karteileichen“ entfernt. Die angesetzte Zahl von 94 war ein Trugschluss, die einstige Anzahl von über 120 Mitgliedern rückt in weite Ferne.

Um Mitgliederwerbung will sich der neue Ortsvorsitzende kümmern. Der alte, Matthias Rinck, trat zurück: „Es ist mir nicht mehr möglich, das Amt so auszuführen, wie ich es mir vorgestellt habe“, begründete er. Er habe sich aus beruflichen Gründen – er ist weggezogen – sowie aus persönlichen Gründen dafür entschieden. „Es ist nicht leicht gewesen, jemanden zu finden, der nachrückt“, sagte Rinck. Heraus kam ein alter Bekannter: Wolfram Staufenberg. Er ist seit 18 Jahren in der Partei, seit 16 Jahren in der CSU. Ortsvorsitzender war er bereits drei Jahre lang – auch wenn es damals interne Querelen gab.

Er übernimmt bis zur Vorstandswahl im kommenden Jahr. „In meiner Lebensplanung war das nicht vorgesehen“, sagte Staufenberg. „Aber für mich ist es noch ein Wert, für Politik und die CSU tätig zu sein.“ Vor allem auf Toleranz und Meinungsvielfalt setze er. Er sieht Chancen für die CSU in Pöcking, wenn auch die PWG im Gemeinderat stärkste Fraktion ist. „Die Grundeinstellung von sehr vielen Menschen in unserem Umfeld ist CSU-lastig“, sagte der Gewerbereferent.

Eins gab ihm Vorgänger Rinck noch mit: „Wir haben zu wenig junge Mitglieder, und Frauen gehen uns ab.“ Der Altersdurchschnitt liege bei 60 Jahren, mahnte auch Schatzmeister Wolfgang Wirblich an: „Der wird immer höher – da sollte man was tun.“ Staufenberg wies darauf hin, dass sich der Vorstand beraten und dann auf die Mitglieder zukommen wolle.

Eine klare Haltung hat die CSU indes zum Haus der Bürger und Vereine. „Wir gehen davon aus, dass der Kostenrahmen nicht gehalten wird“, sagte Staufenberg. Angesetzt sind derzeit 10,5 Millionen Euro, Staufenberg geht letztlich von 12 bis 14 Millionen Euro aus. „Man hat Folgekosten in Prozenthöhe. Wenn es fünf Prozent sind, sind das 500 000 Euro“, rechnete er vor. Zum Spatenstich sei sie ganz bewusst nicht gekommen, erklärte CSU-Gemeinderätin Karin Wania-Michels: „Ich habe den Umgang mit uns als Opposition beim Haus der Bürger und Vereine absolut als nicht respektvoll erachtet.“

Um Respekt warb auch Ute Nicolaisen-März. Die Vize-Ortsvorsitzende war aus dem Gemeinderat zurückgetreten (wir berichteten), möchte den genauen Grund aber weiter nicht nennen, weil er sich auf einen Beschluss in nichtöffentlicher Sitzung bezieht (siehe Kasten).

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