Das neueste Werk von Stephanie Schuster ist der erste Roman der Trilogie „Wir Wunderfrauen“. Es ist ihr zehnter Roman. Er spielt in Pöcking und Umgebung, was ihn besonders reizvoll für Einheimische macht.
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Das neueste Werk von Stephanie Schuster ist der erste Roman der Trilogie „Wir Wunderfrauen“. Es ist ihr zehnter Roman. Er spielt in Pöcking und Umgebung, was ihn besonders reizvoll für Einheimische macht.

Stephanie Schusters neuer Roman schafft es sofort auf die Bestsellerliste

Die Wunderfrau aus Pöcking

Nach einer Woche stand ihr Werk auf der Spiele-Bestsellerliste: Der Pöckingerin Stephanie Schuster ist mit dem ersten band ihrer „Wunderfrauen-Trilogie“ ein Coup gelungen.

Pöcking – Stephanie Schuster ist eine überaus produktive Autorin. Geboren 1967 in Niederpöcking, studierte sie zunächst in der Kunstakademie München „Bild und Buch“ und illustrierte nach Abschluss ihres Grafikdesign-Studiums für viele Verlage Kinder- und Jugendbücher, bevor sie mit 40 Jahren zu schreiben begann. Und das gleich unter vier verschiedenen Namen. Als Stephanie Fey schrieb sie Thriller, als Ida Ding Starnberger-See-Krimis, als Rebecca Abe hat sie sich ins 16. Jahrhundert zurückversetzt und dort im Augsburg der Fugger einen historischen Roman mit Krimihandlung angesiedelt. Unter ihrem bürgerlichen Namen Stephanie Schuster kam jetzt der erste Band ihrer „Wunderfrauen-Trilogie“ heraus, der es schon in der ersten Woche nach Erscheinen Ende Juli auf die Spiegel-Paperback-Bestsellerliste geschafft hat.

Das Buch geht durch die Decke. „Das ist ganz schön aufregend“, schreibt sie in einer Mail. Wir wollten uns mit ihr zu einem Interview treffen. Das klappt nicht. „Telefonisch wäre es mir aktuell lieber, da ich in den letzten Kapiteln des zweiten Teils stecke und jede Minute zählt“, erklärt sie. Der zweite Band der Wunderfrauen-Trilogie soll im Februar erscheinen. Also telefonieren wir. Für den Fototermin verlässt sie dann doch kurz ihren Schreibtisch und geht zu ihren Schafen. Denn die muss sie ohnehin versorgen.

„Die Wunderfrauen. Alles was das Herz begehrt“ ist Schusters zehnter Roman. Vor ihrem Leben als Bestsellerautorin hat sie Kinderbücher und Schulbücher illustriert, wollte sich irgendwann selbst Geschichten ausdenken und folgte dann ihrem „Hang zum Krimi“, wie sie sagt. Mit einer Story über ein Familiengeheimnis gewann sie gleich einen Literaturwettbewerb. Ermutigt setzte sie sich wieder an den Schreibtisch und schrieb ihren ersten Roman ins Notizbuch. „Das Gedächtnis der Lüge“ erschien unter ihrem Pseudonym Rebecca Abe. Ihr vor zwei Jahren erschienener Roman über Leonardo da Vinci „Der Augenblick der Zeit“ kam schon unter ihrem bürgerlichen Namen auf den Markt. „Und dabei bleibe ich jetzt“, sagt sie entschieden, „denn die vielen Pseudonyme haben meine Leser nur verwirrt.“

Die Idee zu einer Trilogie über die Wirtschaftswunderfrauen hatte ihre Lektorin Carla Grosch, deren Großmutter in Münster einen Tante-Emma-Laden unterhielt. Stephanie Schuster war gleich begeistert, bestand aber darauf, die Handlung in ihrer Heimat anzusiedeln. Solche Läden hat es hier genügend gegeben, sie erinnert sich an den Schnatterer und den Lüdecke in Pöcking und weiß von 20 solcher Geschäfte allein in Feldafing.

Zeitlich sind „Die Wunderfrauen“ in den 1950ern angesiedelt. Im nächsten Band geht es dann um die sexuelle Revolution der 1960er und die Hippiezeit, es geht um die Emanzipation, und Frauen dürfen endlich ohne Zustimmung des Ehemannes den Führerschein machen.

„Ich bin tief eingestiegen in die Geschichte hier“, erzählt die Tochter des Malers Josef Wagner, der sein Atelier am Possenhofener Dampfersteg hat. „Meine ganze Familie bringt Ideen ein.“ Stephanie Schuster schreibt von morgens bis abends, alles mit der Hand und alles in Notizbücher, erst zum Schluss in den Computer. „Da fließt es besser“, findet sie „und wenn ich mal nicht weiter weiß, frage ich meinen Mann. Der hat immer Ideen.“ Und dann sagt sie noch: „Ich fange immer mit dem Schluss an. Damit ich weiß, wo es hingeht.“

Der zweite Band geht jetzt in die heiße Herstellungsphase. Das Manuskript ist fast fertig, die Arbeit mit den Lektorinnen Carla Grosch und Susann Rehlein beginnt. „Der Feinschliff“, wie die Autorin sagt. Bevor sie sich wieder an den Schreibtisch setzt, erklärt sie noch kurz, wer die wahren Wunderfrauen sind. „Frauen, damals wie heute, die in der Krise zurück an den Herd geschickt wurden. Sie meistern ihren Alltag, setzen sich für andere ein und müssen oft erst lernen, sich selbst dabei nicht zu vergessen und auch mal um Hilfe zu bitten.“

Astrid Amelungse-Kurth

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