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Bis in 100 Meter Tiefe darf die Unterwasser-Drohne tauchen, hier beim Probetag im Starnberger See. Gesteuert wird sie von einer Person an der Oberfläche, die durch das Kabel mit der Drohne am Seegrund verbunden ist.

DLRG

Rettungshelfer aus der Luft und unter Wasser

Sie sollen Einsätze beschleunigen und gefährliche Aufgaben übernehmen. Eine Flug- und eine Unterwasser-Drohne testet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Pöcking-Starnberg in der Praxis.

Starnberg – Drei Flugdrohnen hat der DLRG-Ortsverband bereits in Betrieb. Sie überfliegen zum Beispiel große Einsatzgebiete und liefern Echtzeit-Bilder. So können sich die freiwilligen Helfer schnell einen Überblick verschaffen. Die neue Drohne wird noch getestet und kann vermutlich schon in einem Monat in Betrieb gehen.

Neuland für den Ortsverband sind dagegen Drohnen, die auf Tauchstation gehen. Vor zwei Jahren hatten die DLRGler eine solche Drohne ausprobiert, berichtet Vorsitzender Walter Kohlenz. „Sie hatte einige Schwächen“, sagt er. Ihr fehlte ein Kompass. Dadurch sei es schwer gewesen, sie zu navigieren. Die nun getestete Drohne der Firma Globe Flight hat nicht nur einen Kompass, sondern auch Lage-Sensoren. So weiß man, wo sie sich befindet, in welche Richtung sie schaut und ob sie schief im Wasser liegt.

Die Drohne ist mit einer hochauflösenden Videokamera ausgestattet. Während der Suche ist sie mit einem Tablet oder Handy verbunden und liefert in Echtzeit Unterwasser-Videos.

Das kann hilfreich sein bei der Suche nach Personen oder Gegenständen, zum Beispiel einem gesunkenen Boot. Sobald die Drohne etwas gefunden hat, können Taucher hinterhergeschickt werden. Das entlastet die Froschmänner, denen aufwändige Sucherei damit erspart wird.

Eine Drohne kann auch in Bereiche fliegen oder tauchen, wo es für die Menschen zu gefährlich wäre – zum Beispiel wegen unbekannter Strömungen im See. „Mit der Drohne kann man in ganz andere Tiefen vordringen“, sagt Kohlenz. Der Starnberger See ist bis zu 128 Meter tief. Die Einsatzkräfte dürfen sich nur bis 30 Meter unter der Wasseroberfläche aufhalten, in Ausnahmefällen etwas mehr. Die Drohne dagegen erreicht eine Tiefe von 100 Meter.

„Die jetzigen Rettungsabläufe wird das nicht revolutionieren“, stellt Kohlenz klar. Ob aber zum Beispiel schnellere Rettungen möglich seien, müssten die Ehrenamtlichen jetzt noch herausfinden. Mit dem ersten Probetag war der Vorsitzende zufrieden. „Die Bildqualität war super“, so Kohlenz. Durch die LED-Lampen sei die Sicht auch in der Tiefe sehr gut gewesen.

Die Unterwasser-Drohne wird in der Wachsaison von Mai bis Oktober ausprobiert. Ob sie bei Rettungseinsätzen benutzt wird, hängt von den Ergebnissen ab, frühestens aber im kommenden Jahr.

Von Isolde Ruhdorfer

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