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Freuen sich über zwölf statt bisher vier Schießstände: Schützenmeister Walter Stumpenhausen (r.) und sein Stellvertreter Helmut Ledutke im neuen Haus der Vereine.

Haus der Vereine neben dem Beccult

Ein Volltreffer für den Schießsport: Erste Einblicke in die neue Heimat der Wildschützen aus Pöcking 

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Mehr Platz und beste Bedingungen für die Zuschauer: Die Pöckinger Wildschützen sind stolz auf ihre neue Heimat, die sie sich neben dem Beccult selbst eingerichtet haben. In schwierigen Zeiten für Vereine sehen sie die Chance, Begeisterung für den Schießsport entfachen zu können.

Pöcking – Das Licht neutralweiß, die Wand lindgrün: Bei den Sportschützen kommt es auch auf die Farben an. „Grün ist ruhig und gut für die Konzentration“, sagt Walter Stumpenhausen. Der Schützenmeister der Pöckinger Wildschützen steht mit seinem Luftgewehr, einem italienischen Pardini, im neuen Reich seines Vereins. Mit Liebe fürs Detail erklärt der 60-Jährige mit weißem Haar und kariertem Hemd, wo die LAN-Kabel in der Wand versteckt sind – und wie die Druckluftkartusche an seinem Gerät funktioniert. Er ist sichtlich stolz auf die neue, großzügig gestaltete Anlage mit zwölf Schießplätzen – dreimal so viele wie vorher im Keller der Sportgaststätte.

Gemalert, gehämmert und gezimmert haben die Schützen seit Herbst. Schützenmeister Stumpenhausen hat sogar seinen Job als Ingenieur auf vier Tage reduziert, um im neuen Haus der Vereine anzupacken. Es stand lange etwas im Schatten des Bürgerhauses Beccult nebenan: die Eröffnungswoche mit Theater und Live-Musik, die gut besuchte Bürgerversammlung im November und nun die Faschingsbälle. Doch jetzt kehrt auch Leben in den etwas kleineren Bau ein. Die Schützen veranstalten an diesem Donnerstag (ab 19 Uhr) ihren ersten Vereinsabend in der neuen Heimat.

Riesiger Fernseher - aber nicht fürs Public Viewing

Noch weisen DIN A4-Blätter mit der Aufschrift „Schützen“ den Weg dorthin. Wer, an den Bauzäunen vorbei, ins Innere tritt, wird beeindruckt. Vor allem von einem riesigen Fernseher, den sich wohl viele Fußballer für Public Viewings in ihrem Vereinsheim erträumen. Dieser aber zeigt zwölf schwarze Scheiben. Immer wieder ploppen Zahlen auf. Sie stehen für Punkte, mal 10,8, mal ein paar weniger. Ein älterer Schütze trainiert an diesem Abend für den nächsten Wettkampf.

Etwas karg wirkt der Zuschauerraum neben der Schießanlage noch. Ihre Trophäen und Schützenscheiben wollen die Mitglieder noch aus dem Keller der Sportgaststätte holen.

Wer an den Tischen im Aufenthaltsraum sitzt, kann die Akteure durch die großen Glasscheiben gut zuschauen. Das Zimmer mit dem Flachbildschirm wirkt noch etwas karg. Klar, die Schützentafeln und Trophäen fehlen. „Die müssen wir noch von drüben holen“, sagt Stumpenhausen. Er meint die alte Heimat der Wildschützen im Untergeschoss des „Sporti“. „Ein Kellerloch“ nennt es Helmut Ledutke, der zweite Schützenmeister.

Stumpenhausen spricht von einer „besseren Sichtbarkeit des Vereins“. Ledutke ergänzt: „Die Zukunft des Vereins ist gesichert. Es eröffnen sich ganz andere Möglichkeiten. Das merken wir schon jetzt.“ Die neuen Räumlichkeiten wecken das Interesse, in Pöcking und darüber hinaus. Neue Begeisterung für den Schießsport entfachen und die Jugendarbeit verbessern: So lauten die großen Ziele der Wildschützen.

Eröffnungsschießen mit mehr als 150 Schützen geplant 

Ein großes öffentliches Schießen veranstalten will Stumpenhausen. Fest geplant ist ein einwöchiges Eröffnungsschießen mit mehr als 150 Schützen aus 20 Vereinen, einer davon könnte aus Dresden anreisen (13. bis 20. März). Und es habe auch schon eine Anfrage gegeben, das Jugendgauschießen in Pöcking zu veranstalten. Bei jenem Verein, der bislang berüchtigt war im Landkreis – weil sich das Schießen bei nur vier Schießständen manchmal bis Mitternacht hinzog. Nun ist der Schützenmeister frohen Mutes: „Das Haus ist eine echte Bereicherung für Pöcking.“

Im Kapellen-Proberaum werden derzeit Akustikplatten montiert.

Die soll es auch für die Blaskapelle sein, die nebenan einzieht. Der künftige Proberaum ist, mit 13 Metern Höhe und der offenen Deckenbalkenkonstruktion, schon als Baustelle beeindruckend. Mitglieder und Helfer schrauben dieser Tage an der Akustik. Sie bringen sogenannte Heraklithplatten als Dämmmaterial an. „Wir müssen Gas geben. Die Hebebühne kostet uns jeden Tag Geld“, sagt Tenorhorn-Spieler Martin Engesser, während er beim Zuschneiden der Platten hilft. Dort, wo die Hebebühne steht, soll sich so bald wie möglich die Blaskapelle aufbauen. Der Vorsitzende Sebastian Scheck formuliert das Ziel: „Zum Frühjahrskonzert am 4. und 5. April im Beccult wollen wir fertig sein.“

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