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Anlass zum Feiern hatten Annette Döbrich, Hans Zeller, Wolfgang Döbrich, Ralf Schenk, Dr. Jürgen Löschberger, Ingrid Keil, Walter Kaiser, Beth Shaw und Dieter Knauer (v.l .) beim Stiftungsfest in Pöcking.

Döbrich-Stiftung

Die Fahrkarte aus dem Elend

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Investitionen in Bildung sind eine Investition in die Zukunft. In die Zukunft des Menschen, seiner Familie, aber auch der Zivilgesellschaft. Deshalb finanziert die Döbrich-Stiftung seit Jahren Stipendien für junge Menschen in Mittelamerika. Jetzt wurde traditionell Bilanz gezogen.

Pöcking – Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Im Fall von Wolfgang Döbrich am 1. Januar. „Ich bin ein Neujahrskind“, sagt er, lacht und erinnert sich an seinen 60. Geburtstag am 1. Januar 2004 zurück. Damals machte er sich selbst sein größtes Geschenk und gründete gemeinsam mit seiner Frau Annette die nach ihnen benannte Stiftung. Seitdem hat man hunderten jungen Menschen in Mittelamerika Starthilfe in ein erfolgreiches Berufsleben gegeben.

Am Montag feierte Döbrich wieder Geburtstag – seinen 74. – und verband das wie immer seit 2004 mit dem Stiftungsfest. Der ehemalige evangelische Pfarrer der Stadt Starnberg hatte dabei seinen Gästen wieder viele gute Nachrichten zu überbringen. So gingen im vergangenen Jahr Spenden von 20 000 Euro ein, die heuer direkt in Stipendien investiert werden können. Weitere 27 000 Euro flossen, um das Stiftungsvermögen aufzustocken, das sich nun auf 375 000 Euro beläuft. Im Gegensatz zu anderen Stiftungen drücken die Döbrichs die Sorgen, dass auf dem Kapitalmarkt kaum nennenswerte Zinsen für die Anlage von Stiftungskapital zu bekommen sind, weniger arg. „Die evangelische Kirche erlaubt kleineren kirchlichen Stiftungen, bei ihr Gelder auf fünf Jahre für zwei bis 2,5 Prozent Zinsen anzulegen“, berichtet Döbrich.

38 junge Menschen bekommen 2018 ihre Chance

Die Stiftungsarbeit ist dadurch auch für 2018 abgesichert. Insgesamt stehen rund 27 000 Euro zur Verfügung, die an insgesamt 38 Stipendiaten in Nicaragua, Honduras, El Salvador und Costa Rica ausgeschüttet werden. Die Stipendien betragen in der Regel zwischen 50 und 100 Dollar pro Monat und dienen als „Starthilfe“. „Wenn ein junger Mensch durch unser Stipendium die Möglichkeit bekommt, eine Ausbildung aufnehmen zu können, dann kratzt die Großfamilie in der Regel das restliche Geld zusammen, um ihn ebenfalls zu unterstützen“, so Döbrich.

Die jungen Stipendiaten werden der Stiftung von den Kirchen vor Ort vermittelt, mit denen seit vielen Jahren eng zusammengearbeitet ist. Das Geld aus Pöcking ist für die jungen Menschen eine Fahrkarte aus einer aussichtslosen Situation: „Mangels finanzieller Möglichkeiten für Ausbildungs- und Studiengebühren sowie den während der Ausbildung nötigen Lebensunterhalt bleibt den klugen und engagierten jungen Menschen meist nur Arbeit im so genannten informellen Dienstleistungssektor – als Schuhputzer oder Autowäscher. Viele geraten auch in die Fänge der Drogenhändler“, berichtet der pensionierte Pfarrer.

Regelmäßig berichtet die Stiftung in Veröffentlichungen über die Erfolgsgeschichten, die durch ihre Arbeit zu Stande kamen. Die von der jungen Dame, die Informatik studierte, schlussendlich aber ihrer Leidenschaft nachging und ein Tanzstudio eröffnete. Oder dem jungen Mann aus einfachsten Verhältnissen, der heute als Automechaniker arbeitet. Sie alle haben nicht nur eine Zukunft, sie sind auch wertvolle Mitglieder in ihren evangelischen Gemeinden und helfen, diese nach vorn zu bringen. Und sie alle helfen automatisch mit, dass in den betroffenen Ländern nach und nach „eine Zivilgesellschaft mündiger Bürger“ entsteht, wie es Döbrich formuliert.

Weitere Informationen

gibt es auf der Internetseite der Stiftung unter

http://doebrich-stiftung.de/pages/de/die-stiftung.php

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