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Fässer, Kübel, Tonnen: Robert Kardos (r.) und Sohn Sebastian im Lager der Küferei Kardos in Aschering. Kardos lässt in Ungarn, seinem Heimatland, fertigen, sucht aber nach größeren Räumen in Aschering, um auch hier produzieren zu können.
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Fässer, Kübel, Tonnen: Robert Kardos (r.) und Sohn Sebastian im Lager der Küferei Kardos in Aschering. Kardos lässt in Ungarn, seinem Heimatland, fertigen, sucht aber nach größeren Räumen in Aschering, um auch hier produzieren zu können.

Seltener Beruf

Fassmacher in dritter Generation: So arbeitet einer der letzten Küfer Deutschlands

Robert Kardos aus Aschering fertigt Fässer in allen Formen an. Der Ascheringer ist einer der letzten Küfer Deutschlands. Sohn Sebastian interessiert sich auch für das seltene Handwerk und könnte die Küferei in vierter Generation fortführen.

Aschering – Rotweinfässer, eine Holzregentonne im Garten, Saunawannen oder Blumenkübel aus Akazienholz? Kein Problem für den Küfer Robert Kardos aus Aschering. Er besitzt eine der wenigen verbliebenen Küfereien in Deutschland. Gemeinsam mit seiner Frau Erika und zwei weiteren Mitarbeitern bestückt er Winzer mit Fässern, bereitet gebrauchte Fässer auf und liefert Blumenkübel in die ganze Welt. Auch der 16-jährige Sohn Sebastian hilft gerne mit. „An dem Beruf ist faszinierend, aus einem Stück Holz etwas Rundes, wie zum Beispiel ein Fass, herzustellen“, sagt Erika Kardos. Sie übernimmt die Büroführung, während ihr Mann sich um das Handwerkliche kümmert.

Der Beruf des Küfers, auch Tonnenmacher, Fassbinder oder Schäffler genannt, war in Zeiten vor Kunststoff oder Edelstahl weit verbreitet, denn damals war das Fass ein Standardgefäß für Speicherung, Lagerung und Transport von Wein, Schmierseife, Öl und zahlreichen anderen Gütern. Heute hat sich das Berufsbild jedoch etwas gewandelt. Durch moderne Verpackungs- und Transportmaterialien ist nicht nur das Fass, sondern auch der Beruf des Küfers selten geworden. In Deutschland gibt es nur noch sehr wenige Küfereien. Kardos aber hat seinen Betrieb an moderne Zeiten angepasst: „Bei uns gibt es neben klassischen Fässern auch Badewannen, Sauerkrautfässer oder beheizte Badezuber für den Garten. Manchmal machen wir kleine Besteckfässer für Feinkostläden oder Gasthäuser.“

Die Familie stammt ursprünglich aus Ungarn, wo der Küfer im familieneigenen Küfereibetrieb in dritter Generation lernte. Dort werden die Produkte in Handarbeit hergestellt. „Vor 30 Jahren sind wir nach Aschering gezogen“, sagt Erika Kardos. „Produziert wird aber nach wie vor in Ungarn, hier in Deutschland verkaufen wir, bereiten auf und bearbeiten spezielle Aufträge.“

Etwa 1000 gebrauchte Fässer nimmt der Betrieb den Winzern jährlich ab

Etwa 1000 gebrauchte Fässer nimmt der Betrieb den Winzern jährlich ab. „Man muss sie sauber machen, abschleifen, Beschläge nageln und befestigen“, erklärt sie. „Meistens sind die Fässer mit Rotwein verschmiert. Dadurch entsteht die oft gefragte dunkle Farbe der späteren Regentonnen oder Blumenkübel.“ Zusätzlich verkauft die Küferei im Jahr etwa 200 neu gefertigte Rotweinfässer an Winzer in Spanien, Frankreich und Italien.

Einfach ist es nicht, das richtige Fass für den Wein zu finden. „Jedes Holz schmeckt anders“, sagt Kardos. „Deshalb schicken wir den Winzern ein Probefass. Nach ein oder zwei Jahren gibt der Winzer dann Bescheid, ob der Holzgeschmack zu dem seines Weines passt.“ Für diesen Holzgeschmack spiele die Lagerung des Fasses eine wichtige Rolle: „Es muss an der frischen Luft lagern. Der Regen wäscht durch und die Sonne reift. Bei Blumenkübeln ist das aber nicht so wichtig.“

Die Blumenkübel der Küferei wanderten um die Welt

Die Blumenkübel der Ascheringer Küferei wanderten bereits um die ganze Welt. Sogar aus Japan und den USA kamen schon Bestellungen. In der Weihnachtszeit bekomme die Küferei eher Aufträge für Akazienholzbadewannen. „Die Wannen sind maßgeschneidert, das Wasser kühlt langsamer aus und es ist einfach ein warmes Gefühl“, schwärmt Erika Kardos. Bei der Arbeit hilft ihr Sohn Sebastian (16) sehr gerne. Auf jeden Fall wille er ebenfalls später etwas mit Holz machen. Ob es der Beruf des Küfers sein wird, ist jedoch noch ungewiss, denn weder in Ungarn, noch in Deutschland gibt es derzeit die Möglichkeit zur Ausbildung. „Wer den Beruf trotzdem lernen möchte, muss eine Abzweigung der Tischlerausbildung nehmen“, so Kardos. „Es ist schade, dass der Beruf irgendwann verschwindet. Die Nachfrage nach den Produkten ist da, aber die Nachfolger nicht.“

Für die Familie Kardos ist das derzeit aber noch kein Thema. Im Gegenteil: Ihr Traum ist es, ein geeignetes, größeres Lager zu finden, um bald auch hier in Aschering selbst produzieren zu können.

Vanessa Lange

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