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Zahlreiche Ehrungen wurden am Freitagabend vorgenommen. Im Bild (v.l.) Kommandant Georg Kammerlocher, Bürgermeister Rainer Schnitzler, Kreisbrandinspektor Helmut Schweickart, Vereinschef Walter Erhard, Michael Poletnik, Josef Wiesenmayer, Christoph Schlude, Sebastian Osmann, Florian Walter und Christian Walter.

Jahresversammlung

Feuerwehr Pöcking: Eine ganz starke Truppe

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Pferde im Sumpf, wilde Stürme und brennende Lagerhallen - egal, was ist, auf die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Pöcking ist immer Verlass. Eine Jahresbilanz.

Pöcking – Ein ereignisreiches, anstrengendes und erfolgreiches Jahr 2017 liegt hinter den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Pöcking. Das belegte die Jahreshauptversammlung am Freitagabend überdeutlich.

Insgesamt 117 Einsätze absolvierten die aktiven Feuerwehrmänner im vergangenen Jahr, berichtete Kommandant Georg Kammerlocher. Gleich Anfang Januar ging es mit einem schweren Unfall bei Landstetten los. „Eigentlich hätten wir gar nicht alarmiert werden sollen. Aber der Dispponent in der Leitstelle hatte uns angepingt und da sind wir ausgerückt“, berichtete er und lobt die hervorragende Zusammenarbeit mit den Traubinger Kameraden.

Lange in Erinnerung bleiben wird den Pöckinger Feuerwehrleuten auch die Pferderettung in Seewiesen. Das Tier war im Sumpf steckengeblieben. „Da war kein Baum in der Nähe, wo man hätte einen Flaschenzug anbringen können“, so Kammerlocher: „Da half nur Manpower.“ Wieder einmal bewies sich, dass sich alles schaffen lässt, wenn alle an einem Strang ziehen: Das Pferd wurde geborgen und seiner Besitzerin übergeben (wir berichteten). Nur eine Stunde später lärmte der Piepser erneut los: In einem privaten Schwimmbad in Possenhofen war Chlorgas ausgetreten. Unter schwerem Atemschutz brauchten die Kameraden alles wieder in Ordnung.

Sturmnacht bleibt in Erinnerung

Die Nacht vom 1. auf den 2. August wird wohl so schnell keiner der Pöckinger Feuerwehrmänner vergessen. Ein schwerer Sturm hatte die Gemeinde voll erwischt. Binnen weniger Stunden wurden insgesamt 42 Einsatzstellen angefahren. Fünf Gruppen waren permanent im Einsatz, Kammerlocher saß derweil bei Stromausfall im Gerätehaus und koordinierte im Schein der Taschenlampe mit zwei Handys und vier Funkgeräten die Einsätze.

Auch in den Nachbargemeinden wurden die Pöckinger immer wieder zu Hilfe gerufen. Ob beim Dachstuhlbrand auf der Packsys-Baustelle in Wieling Mitte August, beim Wohnhausbrand am Beringerweg in Tutzing im Oktober oder beim Brand einer Lagerhalle an der Koempelstraße in Feldafing – wenn Not am Mann war, waren die Pöckinger vor Ort, oftmals mit ihren bestens geschulten Atemschutzgeräteträgern.

Tausende Stunden ehrenamtlich geleistet

21 Brandeinsätze, 69 Technische Hilfsleistungen, zehn Sicherheitswachen, 17 Fehlalarme: Insgesamt 756 Einsatzstunden schlugen 2017 zu Buche, bilanzierte Kammerlocher mit einem dicken Dankeschön an die Kameraden. Denn um im Einsatz beste Leistungen zu bringen, braucht es jede Menge Übung und regelmäßige Auffrischungskurse. Insgesamt 2648 Übungs- und Ausbildungsstunden absolvierten die Feuerwehrleute. Darunter auch die Großübung auf dem Friedingerhof am 24. April, wo sie gemeinsam mit Starnberg, Feldafing, Maising und Aschering für den Ernstfall trainierten. Zählt man alles einmal zusammen – also auch den ganzen Verwaltungskram, der immer mehr wird, die Sitzungen und die vielen Stunden, die für die Fahrzeugbeschaffung draufgingen, dann opferten die 71 Mitglieder der Einsatzabteilung im vergangenen Jahr 5926 Stunden ihrer Freizeit, um für unser aller Sicherheit zu sorgen.

Neues Einsatzfahrzeug für 289 000 Euro

715 Stunden wendeten die Pöckinger Kameraden dafür auf, ihr neues HLF 20 so zu planen, zu bestellen, zu übernehmen und in Dienst zu stellen, wie sie es brauchen. Es ersetzte das gut 25 Jahre alte LF 16/12. Unter Beifall der Anwesenden wurde noch einmal das Video gezeigt, wie das neue Einsatzfahrzeug mit einem Salut der Böllerschützen in der Gemeinde begrüßt wurde. 

Bürgermeister Rainer Schnitzler betonte in seinem Grußwort noch einmal, dass es sich hierbei um eine erhebliche Investition der Gemeinde handele. Rund 289000 Euro hat das neue Feuerwehrauto gekostet, 125 000 Euro schoss der Freistaat Bayern zu. Gleichzeitig klagte Schnitzler im Scherz, dass er bei der Indienststellung nur die Hupe drücken, aber keine Runde durch den Ort habe drehen dürfen. Die Gelegenheit ließ sich Kommandant Kammerlocher natürlich nicht entgehen: „Da sanmer a bisserl vorsichtig, das Auto war schließlich teuer“, entgegnete er.

Dauerbrennerthema Gerätehaus-Neubau

Auch das Dauerbrennerthema Feuerwehrgerätehausneubau wurde angesprochen. Seit Jahren ist klar, dass das heutige Gerätehaus an der Feldafinger Straße einfach zu klein ist. Das räumt auch Bürgermeister Rainer Schnitzler ein, bat aber die Kameraden um noch ein bisschen Geduld: „Wir hatten ein halbes Jahr keine Bauamtsleitung, werden das Thema aber jetzt angehen.“

Gleichwohl müsse man aber noch viele offenen Fragen klären. Klar sei, dass als Standort ein gemeindeeigenes Grundstück an der Weilheimer Straße genutzt werde. Allerdings „ist das nur ein schmaler Streifen, weswegen wir mit benachbarten Grundstückseigentümern reden müssen“, so Schnitzler. Zudem gebe es Überlegungen, gleich ein „Haus der Retter“, in dem neben Feuerwehr auch DLRG und der Bauhof Platz finden, zu errichten. „Das wird schon noch dauern“, so Schnitzler.

Starke Jugendtruppe und Jubeljahr

Bis dahin können sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und des Feuerwehrvereins aber darüber freuen, dass sowohl Einsatz- als auch Jugendabteilung keine Personalsorgen planen. Ganz im Gegenteil: Die Jugendgruppe wächst und macht immer wieder mit Aktionen und großem Engagement auf sich aufmerksam. Dafür spendiert Vereinschef Walter Erhard jetzt dem Floriansnachwuchs eine Brotzeit als Dankeschön.

Denn auch heuer stehen große Aufgaben an. Nicht nur 35 Jahre Jugendwehr – erster Jugendwart war damals der heutige Feuerwehrchef Walter Erhard – werden gefeiert, auch die Freiwillige Feuerwehr begeht ihren 140. Geburtstag mit einem großen Fest. Zudem richten die Pöckinger am 29. September den 40. Jugendpokal der Jugendfeuerwehren im Landkreis Starnberg im Sportpark aus. „Da brauchen wir jeden Mann, müssen alle mit anpacken“, so Erhard.

Ehrungen und Beförderungen

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde die Gelegenheit genutzt, verdiente Kameraden zu befördern oder auszuzeichnen. So tragen Lukas Haberzettl und Sebastian Osmann ab sofort die Schulterstücke eines Feuerwehrmannes. Für 10 Jahre im aktiven Dienst wurde Christian Vodisek geehrt, seit 25 Jahren unermüdlich im Einsatz sind Johann Raili und Christoph Schlude. 30 Jahre Feuerwehrmann mit Leib und Seele ist mittlerweile Florian Walter. 

Für „Feuerwehrdienst, der weit über das übliche Maß hinaus geht“ wurde Hansjörg Haberzettl vor versammelter Mannschaft gewürdigt und erhielt eine Sachprämie. Riesigen Applaus gab es dann für Josef „Charly“ Wiesenmayer, der nicht nur seit 1982 Mitglied der Wehr und seit 1999 stellvertretender Vereinsvorsitzender ist, sondern als Koch bei allen Veranstaltungen und Einsätzen dafür sorgt, dass die Kameraden genügend Energie haben, um ihren anspruchsvollen Aufgaben nachzugehen. Er erhielt die Ehrenmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber.

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