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Mit Fahnen- und Blumenschmuck war die Fahrzeugsegnung in Pöcking farbenprächtig dekoriert.

Feuerwehr und DLRG

Rettungssignal beim Glaubensbekenntnis

In Pöcking sind am Wochenende zwei Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und DLRG gesegnet worden. Etwa 200 Bürger nahmen an dem Festgottesdienst teil.

Pöcking – Kein Blütenstaubkörnchen war auf den neuen, blitzblank gewienerten Einsatzfahrzeugen zu sehen. Die Pöckinger Feuerwehrler und die Mitglieder der DLRG hatten bis zur letzten Minute ihr Hilfeleistungslöschfahrzeug – so der komplette Name des HLF 20 – und das neue Mehrzweckfahrzeug auf Hochglanz gebracht, und so strahlten die Autos bei der Fahrzeugsegnung mit der Sonne um die Wette.

Etwa 200 Pöckinger hatten sich in der katholischen Kirche zum Festgottesdienst eingefunden, den Pfarrer Leander Mikschl und sein evangelischer Kollege Michael Stein mit musikalischer Begleitung der Blaskapelle Pöcking feierlich gestalteten. In seiner Predigt würdigte der katholische Geistliche die Arbeit der Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit opferten, um dem Gemeinwohl zu dienen, als „gelebtes Evangelium“. Pfarrer Mikschl wies auch darauf hin, dass es in jüngster Zeit leider immer wieder zu Übergriffen auf die Rettungskräfte gekommen sei.

Pfarrer Stein sprach nach der Segnung die schweren Einsätze der Retter an, „die Hilfe und Trost bringen“, und wünschte den Freiwilligen, dass sie weiterhin ihre Aufgaben gut meistern. Wie wichtig der Einsatz der Ehrenamtlichen ist, wurde den Kirchenbesuchern noch während des Gottesdienstes eindrucksvoll vor Augen geführt, als zwei DLRG-Mitglieder zu einem Notfall gerufen wurden. Noch während des Glaubensbekenntnisses hallte das Signal des Rettungswagens im Kirchenraum nach.

200 Teilnehmer beim Festgottesdienst in Pöcking

Ungewöhnlich war der Anblick von zehn Rettungshunden, die mit ihren Trainern im Seitengang des Kirchenschiffes am Festgottesdienst teilnahmen, da das neue Mehrzweckauto der DLRG auch für den Transport der Hundestaffel eingesetzt werden kann. Die DLRG im Landkreis Starnberg verfügt über 30 Rettungshunde, die als Flächensuchhunde und Mantrailer (auf Individualgeruch trainierte Hunde) ausgebildet sind und in ganz Bayern eingesetzt werden.

Nach dem Gottesdienst versammelte sich die Festgemeinde – neben zahlreichen Gemeinderäten waren auch Albert Luppart als Pöckings Vizebürgermeister und Anton Maier als Vertreter der Nachbargemeinde Feldafing anwesend – vor den mit Blumen geschmückten Fahrzeugen. Fahnenabordnungen der Ortsfeuerwehren unterstrichen den festlichen Rahmen, die Pöckinger Blaskapelle spielte dazu auf.

Jürgen Beckmann, Vertriebsleiter des Feuerwehrautoherstellers, übergab Bürgermeister Rainer Schnitzler als obersten Dienstherrn symbolisch den Autoschlüssel. Schnitzler sprach über die Planung und Beschaffung des Fahrzeugs, was von langer Hand vorbereitet werden müsse. Der Freistaat hat das 390 000 Euro teure Auto mit einem Zuschuss von 125 000 Euro unterstützt, den Rest übernimmt die Gemeinde. Das Auto der DLRG wurde komplett aus Spenden finanziert und soll für Rettungsfahrten der First Responder eingesetzt werden.

Was das HLF 20 alles kann, wollte Kommandant Georg Kammerlocher eigentlich gar nicht aufzählen. „Dafür reicht ihr Block gar nicht“, witzelte er. Das Fahrzeug fasst 1600 Liter Wasser, verfügt über eine Schiebleiter und ist unter anderem mit Spreizung, Schere, Hebekissensatz, Absturzsicherung, Atemschutzgeräten und Chemikalienschutzanzügen ausgestattet.

Pfarrer Mikschl hatte nicht nur das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrler gewürdigt, sondern auch „die vielen, vielen Stunden“ für die Planung des neuen Fahrzeugs. Eine Abordnung der Wehr ist sogar eigens an den Standort des Herstellers in Dissen am Teutoburger Wald gefahren, um den Wagen in Auftrag zu geben.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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