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Erste Versuche, das Pferd aus dem Morast zu ziehen, scheiterten am Samstagnachmittag. Schließlich sedierte ein Tierärztin die Stute, damit sie gerettet werden konnte.

Pferd versinkt im Schlamm

Feuerwehrleute retten „Mercedes“ aus dem Morast

Mercedes als Name ist keine Garantie für Geländegängigkeit: Ein Pferd mit Namen Mercedes hat sich gegen den Willen der Reiterin bei Seewiesen auf unsicheren Boden begeben. Schließlich mussten Feuerwehrleute und Tierärzte das Pferd retten.

Seewiesen - Feuerwehrleute mussten am Samstagnachmittag nahe des Pöckinger Ortsteiles Seewiesen ein Pferd aus dem Morast retten. Eine junge Reiterin war mit ihrer 11-jährigen Stute Mercedes von Aschering aus durch den Wald nach Seewiesen geritten, als sie dort von einem Waldweg in Richtung einer Lichtung ritt, kam diese der Reiterin komisch vor und sie wollte sich einen anderen Weg suchen. Nicht so die Stute: Gegen den Willen ihrer Reiterin entschied sie sich dazu, die Freifläche näher zu erkunden. Das Pferd rannte flotten Schrittes in das sumpfige Gebiet und unterschätzte dabei offensichtlich seine Geländegängigkeit erheblich. 

Nach einigen Metern versank das etwa 500 Kilogramm schwere Tier immer, wieder bis es schließlich bis zum Bauch einsank und nicht mehr von der Stelle kam. Die Reiterin überstand den unfreiwilligen Ausflug unbeschadet. Sie rief über Handy um Hilfe. Der Besitzer des Stalls eilte zur Hilfe, konnte aber alleine auch nichts ausrichten. Daraufhin wurden die Feuerwehr aus Pöcking und die Löschgruppe Aschering mit dem Alarmstichwort Großtierrettung alarmiert.

Die anfangs 20 Helfer sahen sich einer schwierigen Lage gegenüber. Alleine der Zugang erwies sich als schwierig, weil der sumpfige Boden überall nachgab und auch die Retter Mühe hatten, an die etwa 30 Meter vom Waldrand entfernte Stelle zu kommen. Zunächst wurde mit um den Bauch gelegten Feuerwehrschläuchen ein weiteres Einsinken des schweren Tieres verhindert. Der ursprüngliche Gedanke, das Pferd aufzurichten und es aus eigener Kraft zurückgehen zu lassen, wurde schnell wieder verworfen - weil die Stute durch die vielen eigenen Befreiungsversuche schon merklich geschwächt war und sofort wieder eingesunken wäre. So beschränkten sich die Helfer darauf, das Tier warm zu halten und es zu beruhigen.

Selbst die Retter drohten, im Boden einzusinken

Bereits in der Anfangsphase war ein Veterinär der Tierklinik Starnberg zur Unterstützung alarmiert worden. Als die Tierärztin und ihr Team an der Einsatzstelle eingetroffen waren, sedierten sie das aufgeregte Tier zunächst und legten es anschließend in Narkose, um eine Gefährdung für die Stute und auch die Retter auzuschließen. Die Freiwillige Feuerwehr Herrsching wurde ebenfalls alarmiert, weil sie über spezielles Pferderettungsgerät verfügt und um mit Holzbohlen die Standsicherheit für die Einsatzkräfte zu sichern. Da es gelang, das Pferd auf die Seite zu legen wurde, beschlossen eine Plane von einem mobilen Löschwasserbehälter unter das Pferd zu bringen und es dann mit vereinter Muskelkraft durch das sumpfige Gebiet an den festen Waldrand zu ziehen. Dieser Plan ging auch auf, und Helfer wie auch Mercedes erreichten den festen Untergrund ohne Blessuren.

Retter ziehen Pferd aus dem Schlamm

Nachdem das Tier aus der Narkose erwacht war, konnte es leicht benommen, aber sonst unversehrt auf dem Waldweg zu einem bereitstehenden Hänger gebracht werden. Das Pferd wurde zur eingehenden Untersuchung in die Tierklinik nach Starnberg gebracht, nachdem eine genaue Untersuchung aufgrund der einsetzenden Dunkelheit vor Ort nicht möglich war. Insgesamt kann man von Glück im Unglück sprechen das alle Beteiligten den Abstecher von Mercedes unbeschadet überstanden haben. Nach zweistündiger teilweise schweißtreibender Arbeit konnten die insgesamt 40 Helfer der Feuerwehr etwas verschmutzt und teilweise nass, aber zufrieden die Einsatzstelle verlassen. (jr)

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