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Flächig-modern sollen Fitness-Center und Hotel am Schmalzhof aussehen.

Gemeinde prüft Verträglichkeit

Fitness-Oase und Hotel im Gewerbegebiet am Schmalzhof

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Im Gewerbegebiet am Schmalzhof sollen 2020 ein Fitnessstudio mit Wellness-Landschaft und ein Hotel entstehen. Die Gemeinde lässt derzeit prüfen, ob sich diese Pläne mit den Betrieben auf ihrem Grundstück vertragen.

Pöcking – Ein Fitnessstudio mit Schwimmbädern innen und außen; eine Wellness-Landschaft inklusive Bereichen für Physiotherapie und Kosmetik; ein Hotel – vor allem für Geschäftsleute – mit 75 Zimmern und Seminarräumen: Das alles soll ab dem Frühjahr 2020 im Gewerbegebiet am Schmalzhof entstehen. Reinhard Klinke aus Greifenberg am Ammersee hat dort mit seiner Firma „Hardy’s Freizeit Sport & Event GmbH“ ein 8500 Quadratmeter großes Grundstück von Privateigentümern erworben.

Hardy’s Fitnessclubs gibt es bereits in Greifenberg, Landsberg, Augsburg, Kaufering und zweimal in Fürstenfeldbruck. Der Geschäftsführer ist zuversichtlich, dass das Geschäftsmodell in Pöcking angenommen wird – und dass die Gemeinde den Bebauungsplan nicht mehr ändert. „Ich denke, das wird positiv ausgehen“, sagt Klinke. Ein Gespräch zuletzt im Rathaus habe diesen Eindruck bestätigt.

Wie berichtet, hatte sich der Gemeinderat zuletzt für eine Überprüfung der Nutzungen im derzeit entstehenden Gewerbegebiet ausgesprochen. Die Befürchtung: Betriebe – wie eben ein Hotel – könnten sich mit anderen nicht vertragen. „Wir wollen Nutzungseinschränkungen für Handwerksbetriebe ausschließen“, sagt Bürgermeister Rainer Schnitzler. „Oder ganz bildlich gesprochen: Wir wollen nicht, dass sich Gäste beschweren, weil eine Säge läuft.“ Fachleute seien dabei, die Lärmbedingungen zu prüfen.

Die beiden Gebäudekomplexe sind an gegenüberliegenden Straßenseiten im Gewerbegebiet geplant.

Der Gemeinde selbst gehört die andere Hälfte der Fläche am Schmalzhof. Dort siedeln sich unter anderem das Pharmaunternehmen Mauermann und die Zimmerei Gansneder an, denen in der Pöckinger Ortsmitte der Platz fehlt. Auch wenn Schnitzler in der jüngsten Gemeinderatssitzung ebenfalls von „einem guten Gespräch“ berichtete, gibt er offen zu, dass er von den Plänen der Privateigentümer nicht begeistert ist: „Ursprünglich beabsichtigt war es, Raum für Handwerker und einheimisches Gewerbe zu schaffen.“ Die Gemeinde hat vieles ausgeschlossen im Bebauungsplan – große Einzelhandelsmärkte, Tankstellen und Müllhalden zum Beispiel. „An ein Hotel hat in einem Gewerbegebiet überhaupt niemand gedacht“, sagt Schnitzler. „Aber der Bebauungsplan lässt es zu.“

Hardy’s-Chef Klinke betont, dass es sich nicht um ein Fünf-Sterne-Haus handle, das auch keine Balkone bekommen soll. „Es ist eher eine Bereicherung für das Gewerbegebiet als ein Schaden.“ Seine Tochter Anna Klinke, ebenfalls Geschäftsführerin, sagt, das Hotel sei einfach gehalten und vor allem zum Übernachten gedacht. „Die Lebensqualität findet im Fitnessclub statt.“

Um von dort aus den Blick in die Natur zu sichern, soll es fernab der B 2 entstehen. Das Hotel ist auf dem kleineren Grundstück, auf der anderen Straßenseite im Gewerbegebiet, geplant. Dass sich die Gäste vom Handwerker-Lärm gestört fühlen könnten, diese Sorge teilt Reinhard Klinke nicht. „Die Geräusche von der Schnellstraße sind deutlich konstanter.“

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Mehrere Architekten waren bereits mit dem Thema befasst: Die Hotel-Pläne zum Forsthaus am See stocken. Nun war die angespannte Verkehrssituation im Umfeld Thema im Pöckinger Gemeinderat.

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