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Hoffen auf ein Rettungszentrum mit der Feuerwehr: die Einsatzkräfte der DLRG Pöcking-Starnberg.

Pöckinger Retter in beengten Verhältnissen

„Gemeinde muss in die Puschen kommen“: Neue Heimat für Feuerwehr und DLRG gewünscht

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Feuerwehr und DLRG wünschen sich eine neue, komfortablere Heimat in Pöcking. Ob sie eine gemeinsame in einem „Haus der Retter“ bekommen, ist noch nicht entschieden – und durchaus umstritten. Denn auch für das alte Feuerwehrhaus muss die Gemeinde eine sinnvolle Nutzung finden.

Pöcking – Wenn es um das Thema „Haus der Retter“ beziehungsweise „Neues Feuerwehrhaus“ in Pöcking geht, äußern sich jene, die daran Interesse haben, vorsichtig und zurückhaltend. Manche, wie der Feuerwehr-Kommandant, wollen nicht zitiert werden. Die klarste Aussage kommt vom Feuerwehr-Vorsitzenden Martin Ammer: „Die Gemeinde muss in die Puschen kommen“, sagt er. Seit März habe es keine Info mehr zu den weiteren Planungen gegeben.

Es ist, zumindest aus Sicht der Öffentlichkeit, tatsächlich ruhig geworden um das Projekt, für das die Gemeinde mit etwa 15 Millionen Euro rechnet. Bürgermeister Rainer Schnitzler hatte dem Starnberger Merkur schon im September 2019 gesagt, die Machbarkeitsstudie sei „sehr weit“. Im Gespräch für ein neues Feuerwehrhaus ist ein Neubau neben dem Autohaus Bauer an der Weilheimer Straße. Auf diesem Areal soll auch der neue Bauhof untergebracht werden. Und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) – zumindest wünscht sich ihr Ortsgruppenvorsitzender Walter Kohlenz ein „Haus der Retter“. Eine Anspielung auf das Haus der Vereine, das sich Schützen und Blaskapelle neben dem Beccult teilen. Brand- und Wasserretter könnten sich in einer gemeinsamen Einrichtung Schulungsräume, Sanitäranlagen und Küche teilen. Kohlenz spricht von „Synergien“, die man nutzen könne.

Arbeitsbedingungen für beide Rettungsorganisationen nicht ideal

Die Arbeitsbedingungen sind für beide Rettungsorganisationen nicht ideal. Die Feuerwehr merkt das gerade in Corona-Zeiten: „Der Gang zwischen Umkleiden und Fahrzeugen ist gerade mal einen Meter breit. Abstände kann man da nur schwer einhalten“, sagt der Vorsitzende Ammer. Im Unterrichtsraum im Obergeschoss fehle ein zweiter Rettungsweg.

Dass die Gemeinde der Feuerwehr früher oder später eine neue Heimat schafft, steht außer Frage. Das sei eine Pflichtaufgabe der Kommune, betont Vize-Bürgermeister Albert Luppart, der den urlaubenden Schnitzler derzeit vertritt. Der DLRG zu besseren Bedingungen zu verhelfen, sei hingegen eine freiwillige Aufgabe. Schnitzler hatte der DLRG im September im Gespräch mit dem Merkur Hilfe zugesagt. Er hoffe aber auch auf überörtliche Fördergelder, da die DLRG im gesamten Landkreis im Einsatz sei. Der Platzmangel im Gerätehaus am See im Badegelände Paradies macht den Einsatzkräften zu schaffen.

Was wird aus dem alten Feuerwehrhaus?

Die Wasserretter könnten auch ins Feuerwehrhaus neben dem Rathaus ziehen. Für Vize-Bürgermeister Luppart ist es „eine schöne Stätte“. Aus DLRG-Sicht wäre es keine optimale Lösung, auch weil man nicht alle Einsatzfahrzeuge unterbringe, sagt Kohlenz. Die Gemeinde muss sich allerdings Gedanken für eine sinnvolle Nutzung des Gebäudes Mitten im Ort machen. Für Wohnungen oder Büros müsste man es aufwendiger umbauen, gibt Luppart zu bedenken. Auch ein Haus der Retter, das größer als eines nur für die Feuerwehr wäre, stehe und falle mit der Kostenfrage, sagt er. Feuerwehr-Vorsitzender Martin Ammer kenne mehrere „Blaulichtzentralen“, wie er sagt. In manchen habe es „böses Blut“ gegeben. Zwei Vereine in einem Gebäude unterzubringen, berge Konfliktpotenzial. Man brauche auf jeden Fall „separate Hausnummern“.

Luppart ist sicher, dass beiden Seiten vom Gemeinderat geholfen wird. Und er vermutet, dass sich die Lokalpolitiker noch heuer im Herbst mit dem Thema beschäftigen.

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