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Bürgermeister Rainer Schnitzler (r.) im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Pöcking: So wird das Jahr 2017

Bürgerhaus-Spatenstich im Sommer

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Pöcking - Eines ist klar: Es bleibt stressig im beschaulichen Rathaus in Pöcking. Zahlreiche Großprojekte biegen auf die Zielgerade ein, doch auch die kleinen Probleme müssen – wie in jeder anderen Gemeinde auch – gelöst werden.

Das Jahr 2016 war kein ganz einfaches für Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler. Da war der monatelange Streit um die Containersiedlung in der Maisinger Straße, direkt gegenüber der Bürgermeister-Grenzebach-Siedlung. Ein Streit, der noch lange nicht ausgestanden ist, auch wenn die Flüchtlinge im Dezember die Anlage bezogen haben (wir berichteten). „Es sind mehrere Klagen von Anwohnern gegen die Anlage anhängig“, sagt Schnitzler. Dessen ungeachtet laufen die Diskussionen darüber, wie man das Areal ansprechender gestalten könnte, weiter. 

Das Thema Asyl hat generell die Arbeit des gesamten Jahres in Pöcking dominiert. In Zusammenarbeit mit dem sehr engagierten Helferkreis sorgte die Gemeinde dafür, dass die Stimmung im Zeltlager nicht kippte. „Wir haben darauf geachtet, dass die Asylbewerber beschäftigt sind“, meine Schnitzler. So wurde unter anderem die obere Etage der Sozialstation ausgebaut, um dort Deutschkurse geben zu können. „60 Prozent der Flüchtlinge gehen mittlerweile einer Beschäftigung nach – sei es eine Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder Ein-Euro-Job“, berichtet er. Der Rest lerne Deutsch in der Sozialstation, gehe in die Schule oder den Kindergarten.

Haus der Bürger und Vereine

Zweites dominantes Thema war 2016 die Entwurfsplanung für das seit Jahrzehnten geplante „Haus der Bürger und Vereine“. Hier ging es heiß her im Gemeinderat: Die ursprünglich vereinbarte Kostenobergrenze von acht Millionen Euro wurde deutlich gerissen, weil unter anderem noch Wohnungen, ein Satteldach und eine Solarthermieanlage gebaut werden sollen. „Doch nun steht der Entwurf und die Architekten können an die Ausführungsplanung gehen. Dann wird ausgeschrieben“, meint Bürgermeister Schnitzler. Der Bebauungsplan soll noch im Januar beschlossen werden. Erst wenn im April/Mai die Ausschreibung erfolgt ist, weiß man schlussendlich, wie viel der Bau wirklich kosten wird. 

Parallel dazu laufen bereits weitere Vorbereitungen. So wird mit dem Sportverein über die Verpachtung der Gaststätte gesprochen, die im neuen Haus der Bürger eingerichtet werden soll. Des Weiteren steht auch die Fusion der Wildschützen und der Stammschützen auf der Agenda, die dann gemeinsam den neuen Schießstand im Haus der Vereine nutzen sollen. Langsam wird es ernst: Laut dem Bürgermeister soll der Spatenstich für Pöckings neues Vorzeigeprojekt noch im Sommer erfolgen.

Gewerbegebiet Schmalzhof

Auch für die Erschließung des dringend benötigten Gewerbegebietes am Schmalzhof soll noch heuer der Startschuss fallen. Der Erschließungsträger sei mittlerweile beauftragt worden, ob allerdings wie geplant die Arbeiten bereits im Frühjahr ausgeschrieben werden können, ist noch unklar, so Schnitzler. Ziel müsse aber sein, „dass wir noch im Herbst die erste Baugrube auf dem Gelände haben“. Das Interesse an dem gerade mal 17 000 Quadratmeter großen Areal ist riesig. „Rund 25 Unternehmen haben bereits vorgesprochen – dabei haben wir noch nicht einmal Werbung für das Gewerbegebiet gemacht“, so Schnitzler. Das alle wirklich zum Zuge kommen können, sei unwahrscheinlich. „Uns ist vor allem wichtig, dass der Mix stimmt. Deswegen planen wir auf dem Gelände auch einen Handwerkerhof“, berichtet er weiter.

Bezahlbarer Wohnraum

Die Schaffung von Wohnraum für Menschen, die nicht in der Lage sind, die ortsüblichen und exorbitant hohen Mieten zu zahlen, ist ein Dauerthema in Pöcking. Neben mehreren privaten Investoren will auch die Gemeinde selbst Wohnraum schaffen (wir berichteten). Deswegen habe man sich das Grundstück Am Bründl aufgespart. Hier soll nun ein Bebauungsplan entwickelt werden. Im Anschluss daran ist es am Gemeinderat zu entscheiden, ob man die Fläche vom Verband Wohnen bebauen lassen will oder die Gemeinde selbst als Bauherr auftritt. Denkbar wäre hier auch ein (mit bis zu 30 Prozent gefördertes) Pilotprojekt für preiswerten modularen Wohnungsbau, wie es derzeit der Landkreis vorbereitet (wir berichteten).

Weitere Bauvorhaben

All diese Großprojekte werden die Gemeindeverwaltung sicher schon gut auslasten. Dennoch gibt es noch weitere Vorhaben, die heuer ebenfalls angegangen werden sollen – wenn die Zeit dafür bleibt. Da ist nach wie vor die Umgestaltung des Raiffeisenplatzes im Zentrum von Pöcking. Diese sollte eigentlich schon 2016 erfolgen, „das hat aber ein bisschen gestockt“, so Bürgermeister Schnitzler.

Auch die Einmündung des Sternwegs soll umgebaut werden, um die Schulwegsicherheit zu erhöhen, verspricht er. Die bereits im vergangenen Jahr lärm- und staubgeplagten Anwohner der Alten Bahnhofstraße können sich derweil ebenfalls darauf einstellen, dass die Bauarbeiten heuer in die Verlängerung gehen. Die Erneuerung der Wasserleitungen soll fortgesetzt werden, kündigte der Bürgermeister im Gespräch mit dem Starnberger Merkur bereits vorsorglich an.

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