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Elisabeth Stiehler gibt heute nach 20 Jahren ihren Rücktritt aus dem Gemeinderat bekannt. Für ihre Ratskollegen hat sie ein Gedicht vorbereitet.

Elisabeth Stiehler tritt zurück

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Pöcking - 20 Jahre sind genug: Heute verabschiedet sich Elisabeth Stiehler aus dem Pöckinger Gemeinderat. Aber auch außerhalb des Sitzungssaals ist noch so viel zu tun.

Der Tag der Lisa Stiehler, wie sie alle im Ort nennen, er muss eigentlich mindestens 48 Stunden haben. Gerade hat sie noch als Prädikantin im Seniorenheim gepredigt, jetzt ist der Merkur da, gleich kommen Freunde und abends ist sie im Kirchenvorstand. Was diese Frau alles macht: ehrenamtlicher Flötenunterricht für die Kinder, Lesepatin, Notfallmutter, Veranstalterin der Pöckinger Serenaden...

„Alles eine Frage der Organisation“, sagt Elisabeth Stiehler und lacht. Zumindest ein Amt gibt sie heute Abend nach 20 Jahren auf: das der Gemeinderätin. Im Mai 1996 wurde sie vereidigt, damals war sie als Parteilose auf der FDP-Liste gewählt worden. Ein Jahr später war Elisabeth Stiehler schon FDP-Ortsvorsitzende. Später wechselte sie zur PWG, für die sie bis heute im Rat sitzt.

Warum der plötzliche Rückzug? Wieder lacht die ehemalige Religionslehrerin: „Ich wollte keinesfalls meinen 75. Geburtstag im Gemeinderat feiern. Dann wüssten ja alle, wie alt ich bin.“ Da hätte sie ja immerhin noch zwei Jahre Zeit gehabt, „aber jetzt müssen die Jüngeren Verantwortung übernehmen.“ Ihre Nachfolgerin Melanie Grenzebach sei „eine forsche, eloquente Frau. Ich finde gut, dass sie nachrückt“.

Dennoch: So ganz leicht fällt ihr der Abschied nicht. Darauf angesprochen, was sie als ihren größten Erfolg im Gemeinderat betrachtet, kommt es wie aus der Pistole geschossen: „Die Kinderkrippe!“ Selbst in ihrer eigenen PWG-Fraktion seien 2002 nicht alle begeistert gewesen, als sie sich für das Thema stark machte. „Ich weiß gar nicht, wie oft ich gehört habe, Mütter sollen gefälligst zu Hause bleiben, bis die Kinder drei Jahre alt sind.“ Elisabeth Stiehler wusste es besser: „Viele junge Mütter mussten damals genau wie heute arbeiten, damit die Familie finanziell über die Runden kommt.“ Die Kinderkrippe wurde gebaut, Pöcking für seine Vorreiterrolle bestaunt, die Warteliste wuchs und wuchs. Heute gibt es überall derartige Angebote und in der Gemeinde wird laut über eine Sanierung nachgedacht.

Wenn sie so redet, mit der ihr eigenen Leidenschaft, dann merkt man doch, dass Lisa Stiehler der Rücktritt nicht leicht fällt. „Das Bürgerhaus mit seinem Saal wird gebaut, jetzt ist es an der Zeit“, sagt sie. Nur um Augenblicke später hinzuzufügen: „Aber dass Pöcking einen Friedwald braucht, dass muss ich am Donnerstag dringend noch ansprechen. Danach kann ich ja nicht mehr.“

Auch wenn sie nicht mehr im Gemeinderat sitzt – zu tun hat Elisabeth Stiehler immer noch genug. Im kommenden Jahr gestaltet sie gemeinsam mit ihrem Mann Prof. Helmar Stiehler, einem international bekannten Cellisten, die 55. Pöckinger Serenade, predigt mindestens einmal pro Monat, das Weihnachtsspiel mit den Kindern muss vorbereitet werden... – „Alles eine Frage der Organisation.

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