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20 Kandidaten, vier bis fünf Sitze als Ziel: Die Pöckinger Grünen sind für die Kommunalwahl im März gerüstet.

Kandidaten aufgestellt

Pöckings Grüne wollen vier bis fünf Mandate bei Gemeinderatswahl 2020

Die Pöckinger Grünen wollen mehr Einfluss im Ort. Das bewies die Aufstellungsversammlung zur Gemeinderatswahl 2020 eindeutig.

Pöcking – Die Pöckinger Grünen haben kein Problem damit, vom Frauenstatut abzuweichen. Die Parteiregel behält ungerade Plätze weiblichen Bewerbern vor, doch auf Rang fünf der Kandidatenliste für den Gemeinderat steht Christoph Hahn. „Platz fünf ist zu gefährlich“, sagte bei der Aufstellung im Gasthof zur Post am Donnerstagabend Ortsvorstandsmitglied Constantia Rosendorfer, die gar nicht in den Gemeinderat will und mit Platz sechs ganz zufrieden ist. Auch andere scheinen zu hoffen, nicht gewählt zu werden. Eine Dame fühlte sich zu alt. Eine junge Frau wohnt ohnehin woanders und ist nur an Wochenenden in Pöcking.

Auf vier oder fünf Mandate hoffen Pöckings Grüne im nächsten Gemeinderat. Ihre drei derzeitigen Gemeinderäte – Simone Greve, Sabine Stolicka und Hans-Christoph von Gronau – sind seit 2014 dabei. Während in anderen Ortsverbänden die ersten Plätze oft einzeln und in Kampfabstimmungen gewählt werden, ging es in in Pöcking schnell: Die Mitglieder befürworteten eine vorbereitete Liste per Blockwahl und einstimmig.

Kommunalwahl 2020: Kandidaten haben klare Schwerpunkte

In den Vorstellungen gab es klare Schwerpunkte: Energiewende, Baubewertung unter klimapolitischen Aspekten, Plastikreduzierung, Gemeindefinanzen, bezahlbarer Wohnraum und Leerstands-Abbau, autofreie Quartiere, mehr Bushaltestellen, so am Badegelände Paradies, harmonischere Verkehrsgestaltung in der Ortsmitte auch für Radfahrer und Fußgänger. Gastronomiebetriebe könnten Tische und Stühle mehr auf die Straße rücken, meinte von Gronau – dann würden Autos im Schritttempo fahren. Gerade für ihren Wohnort Niederpöcking schwebt Sabine Stolicka E-Carsharing vor – ohne Auto sei er kaum erreichbar. Von der Mitfahrerbank für Menschen ohne Auto bis zu digitaler Hilfe für Ältere reichten die Plädoyers. 

Der familienpolitisch engagierte Wolfgang Garnreiter berichtete über jahrelangen „Kampf“ mit den Bürgermeistern um bessere Spielplätze. Die Europapolitik liegt Jutta Söhnle-Jünemann am Herzen – und auch eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Marseillan. Für eine Gemeinde-App mit Angeboten bis hin zu Mitfahrdiensten und einen Nutzgarten für Schulen und Kindergärten plädierte Maria Schiede. Das neue Bürgerhaus „Beccult“ habe „fast kathedralenartigen Charakter“, sagte Florian Hönicke: „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die PWG wenigstens die Kirche beim Dorf lässt und dass noch genügend Geld für andere Dinge wie sozialen Wohnungsbau und preiswertes Wohnen bleibt.“

Die Gemeinderatsliste der Pöckinger Grünen: 1. Simone Greve, 2. Hans-Christoph von Gronau, 3. Sabine Stolicka, 4. Dr. Florian Hönicke, 5. Christoph Hahn, 6. Constantia Rosendorfer, 7. Kristina Merten-Heukamp, 8. Wolfgang Garnreiter, 9. Jutta Söhnle-Jünemann, 10. Christian Fries, 11. Kerstin Guth-Stecker, 12. Prof. Peter Dürr, 13. Erica Perez, 14. Hannes Kill, 15. Susanne Dürr, 16. Ulf Steinborn, 17. Maria Schiede, 18. Carmen Trump, 19. Diana Born, 20. Sabine Borsdorf. Ersatzkandidaten: Hannah Stolicka, Lennart Hönicke, Kristof Nast-Kolb.

Lorenz Goslich

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