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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Nach der Faschingsparty fliegen die Fetzen

Viel zu viel Alkohol dürfte im Spiel gewesen sein, als im Februar 2016 ein Streit bei einer Faschingsparty in der örtlichen Turnhalle eskalierte und sich später vor dem Haus des Geschädigten fortsetzte.

Pöcking – Über ein Jahr später mussten sich nun drei junge Männer aus Pöcking und München im Alter von 22 und 23 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung strafrechtlich verantworten. Laut Anklage waren sie daran beteiligt, einen gleichaltrigen Party-Gast mit Schlägen, Tritten und sogar einem Baseballschläger misshandelt zu haben.

Wie sich im Zuge der Beweisaufnahme herausstellte, hatte das angebliche Opfer, ebenfalls ein Pöckinger, noch auf dem Faschingsfest in völlig betrunkenem Zustand als erster zugeschlagen und später selber den Baseballschläger gegen die drei „Täter“ geschwungen, ehe er entwaffnet werden konnte.

Das Trio soll den Provokateur – nach Verweis von der Party durch die Security – nächtens noch bis zu dessen Haus verfolgt haben, was einer der Beschuldigten allerdings im Gerichtssaal vehement bestritt. Er sei nach dem Rausschmiss aus der Turnhalle mit einer Freundin nach Hause gegangen, habe noch eine Flasche Wein getrunken und sich schlafen gelegt, so der 22-Jährige.

Einer der beiden Mitangeklagten, ein Mechatroniker aus Pöcking, räumte zwar ein, zusammen mit mehreren Leuten vor dem Haus des Schläger-Besitzers aufkreuzt zu sein („Lag auf dem Weg“), wollte dort aber von Gewalthandlungen nichts mehr mitbekommen haben.

Baseballschläger wechselt den Besitzer

Der 23-Jährige wusste allerdings noch, dass ihn der „Heimgesuchte“ beim Verlassen der Party von hinten zwei Mal geschlagen und übel beleidigt hatte. Der dritte Beschuldigte, ein 22 Jahre alter Verkäufer aus München, gab zu, den Aggressor gewatscht zu haben, als dieser seinen Spezl attackiert hatte. Die spätere Szene vor dem Haus des Baseball-Fans schilderte er wie folgt: „Der kam auf einmal raus gerannt und schwang den Schläger.“

Er habe ihm das Holz jedoch abnehmen und „in den Nachbargarten schmeißen“ können, so der Münchner. Offenbar haben sich die Beteiligten inzwischen teilweise ausgesprochen: Laut dem Mechatroniker hatte der Geschädigte „keine Strafanzeige stellen wollen, wenn er es selber in der Hand gehabt hätte“. Die Strafverfolgung bei solchen schwerwiegenden Vorwürfen obliegt indes der Staatsanwaltschaft, auch wenn sie sich am Ende nicht in vollem Umfang umsetzen ließ.

Das Urteil der Starnberger Amtsrichterin Brigitte Braun: Einstellung der Verfahren gegen jeweils 300 Euro Geldauflage gegen die beiden Pöckinger Angeklagten, eine Geldstrafe in Höhe von 2250 Euro (90 Tagessätze zu je 25 Euro) gegen den Verkäufer aus München, mindestens wegen der verabreichten und zugegebenen Watschn.  ty

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