+
Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Von Passanten angeschwärzt

Weil er beim Kauf von Drogen beobachtet wurde, landete ein Schüler aus Pöcking jetzt vor Gericht.

Pöcking – Sein Einkauf an der Starnberger Schlossmauer blieb Ende August nicht unbemerkt. Beim Marihuana-Erwerb wurde der 19-jährige Schüler prompt von einem Passanten beobachtet.

Jetzt musste sich der junge Pöckinger wegen unerlaubten Drogenbesitzes vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. Als wachsamer Bürger hatte sich der zufällige Augenzeuge des Deals sogleich das Nummernschild des wegfahrenden Schülers notiert und die Fahndung kam ins Rollen.

Einen Monat später wurden die Beamten im Rahmen der Wohnungsdurchsuchung im Jugendzimmer des Schülers dann fündig. Neben gut sieben Gramm Marihuana stellten die Beamten auch 400 Druckverschlusstüten sicher. Zunächst erhärtete sich dadurch der Verdacht, der Schüler habe selbst Handel mit Betäubungsmitteln betrieben. Im Gerichtssaal erklärte der Pöckinger dann jedoch überzeugend: „Das war nur zum Eigenkonsum. Ich habe nichts weiterverkauft.“

Die zahlreichen Druckverschlusstüten seien lediglich für kleine Schrauben seines Modellautos bestimmt gewesen. Das Tatmotiv erklärte der Verteidiger mit einfachen Worten: „Mein Mandant hat mit den falschen Leuten zu tun gehabt. Leichte Beeinflussbarkeit und Gruppenzwang spielte eine Rolle.“

Angeklagter hat seine Lehren bereits gezogen

Der Vorfall war dem 19-Jährigen eine Lehre. Inzwischen hat der Schüler seinem alten Freundeskreis abgeschworen und lebt abstinent: „Seit diesem Tag habe ich nie wieder Marihuana angefasst. Davor habe ich regelmäßig ein Jahr lang konsumiert.“ Ein unbeschriebenes Blatt ist der junge Angeklagte allerdings nicht. Im April 2015 wurde er erstmals wegen Betäubungsmittelsachen verurteilt und musste einen Frühinterventionskurs für erstauffällige Drogenkonsumenten absolvieren.

Dennoch konnte der Schüler zunächst nicht die Finger vom Joint lassen. Im Gerichtssaal bekannte er jetzt reumütig: „Ich bin froh, dass mir das passiert ist und ich aufgewacht bin.“ Mit seinem Urteil will Jugendrichter Ralf Jehle dem Pöckinger einen Schuss vor den Bug setzen. Bis Ende August muss der Angeklagte 48 Sozialstunden ableisten und sich binnen dreier Monate einem regelmäßigen Drogenscreening unterziehen. Durch die Sozialarbeit soll er Wiedergutmachung betreiben. Von Nilda Höhlein

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Haftbefehl gegen Bauarbeiter
Bei einer Routinekontrolle haben Schleierfahnder an der Raststätte Höhenrain einen per Haftbefehl gesuchten Mann gefasst.
Haftbefehl gegen Bauarbeiter
„Ich nehme Sie in meinem Herzen mit“
Elf Jahre hat Werner Hass die Stadtpfarrei St. Maria, Hilfe der Christen, geleitet. Am Sonntag hat er sich mit einem Gottesdienst und einem Empfang von Starnberg …
„Ich nehme Sie in meinem Herzen mit“
Mann überfallen, Täter auf der Flucht
Unbekannte haben in Pöcking am Sonntagabend einen Mann überfallen und ihm 1000 Euro gestohlen haben. Eine Fahndung ist eingeleitet.
Mann überfallen, Täter auf der Flucht
Baum trifft Vater und Kind: Polizei sucht Zeugen
Schwere Unwetter haben am Freitagabend im Landkreis Starnberg mehrere Verletzte gefordert. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.
Baum trifft Vater und Kind: Polizei sucht Zeugen

Kommentare