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Die Bautafel für das Haus der Bürger und Vereine.

Haus der Bürger und Vereine

Pöcking erwägt Klage gegen Gutachter

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Der Kostenpuffer für das Haus der Bürger und Vereine ist aufgebraucht. Der Boden sollte laut Gutachten kein Problem sein, verursacht nun aber höhere Kosten. Pöcking prüft eine Klage gegen den Gutachter.

Pöcking – Die Feststellung von Anke Klostermeier (PWG) brachte die Diskussion ins Rollen: „In der Planungsphase wurde ein Bodengutachten erstellt. Da hieß es, die Versickerung ist kein Problem – nun kostet es 220 000 Euro.“ Projektplaner Helmut Grepmair erklärte in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, warum manche Maßnahmen beim Haus der Bürger und Vereine teurer und manche günstiger werden. Zwischen 2016 und 2018 seien die Preise durchschnittlich um 7,16 Prozent gestiegen – beim Haus der Bürger und Vereine macht das etwa 600 000 Euro aus. Weil aber die Mehrkosten beim Boden vermeidbar gewesen wären, prüft die Gemeinde eine Klage gegen den Gutachter.

85 Prozent der Aufträge sind laut Grepmair nun ausgeschrieben, es zeige sich, dass man wohl 422 000 Euro mehr brauchen werde. „Das frisst unseren Kostenpuffer“, sagte Grepmair. Gravierend seien die Tischler- und Trockenbauarbeiten, die statt vorgesehenen 244 000 Euro nun 517 000 Euro kosten. „Da haben wir schon die zweite Ausschreibungsrunde gedreht. In der ersten lag das günstigste Angebot bei 700 000 Euro. Momentan ist auf dem Bau die Hölle los“, betonte der Projektplaner.

Durchaus vermeidbar waren hingegen die Kosten für die Bodenverbesserung, damit das Wasser versickern kann. „Man hätte den Vorbesitzer fragen können, das wusste hier im Ort wahrscheinlich jeder“, ärgerte sich Wolfram Staufenberg (CSU). „Nach 20 Jahren Bewirtschaften war meine Erfahrung eine andere – aber ich habe dem Gutachten geglaubt“, sagte Christian Hörndl (SPD). „Als Finanzreferent machen mich die Zahlen schon ein bisschen nervös“, bekannte Ulrich Rieger (CSU) und betonte, der Kostenrahmen von 10,5 Millionen Euro solle eingehalten werden. „Das Gutachten ist das Geld nicht wert. Wir sollen überlegen, ob wir den Gutachter verklagen.“ Das Gutachten erwies sich schlicht als nicht zutreffend. „Wir finden das alles andere als gut“, sagte Projektplaner Grepmair. „Ein Test hat bestätigt, dass das Wasser nicht versickert. Dann kam eine Maschinerie ins Laufen – immense Kosten, die wir nicht drin hatten.“ Klagen gegen Gutachter hätte sein Büro Stein und Partner aus München „öfters mal versucht – da kommt wenig bei raus“. Möglichkeiten für eine Klage sollten dennoch geprüft werden, forderten mehrere Gemeinderäte.

Eine Kostenfrage war in der Sitzung auch der Bodenbelag. „Die Idee ist, die Fläche nördlich und westlich des Hauses anders als die Parkplatzfläche zu gestalten“, erklärte Landschaftsplaner Daniel Alheid. Dafür schlug er einen so genannten Mastix-Belag vor. „Asphaltbelag, der mit Kiesel abgestreut ist – das gibt einen eleganteren Charakter. Es ist das Quäntchen mehr als der reine funktionelle Belag.“ Für den hinteren Bereich reichte aber Asphalt, da dort An- und Abfahrten der Fahrzeuge geplant sind, sagten Albert Luppart (Freie Wähler), Hans-Christoph von Gronau (Grüne) und Christian Hörndl (SPD). Staufenberg sprach sich wegen der Attraktivität für den durchgehend besseren Belag aus. „Wir werden sowieso ein Problem mit der Verpachtung der Gaststätte haben.“

Unterdessen geht es optisch auf dem Gelände voran, die Holzbauarbeiten haben in dieser Woche begonnen. „Das geht jetzt relativ schnell mit den Elementen“, sagte Grepmair und betonte nach der Kostendiskussion: „Wir sind immer noch im Rahmen und stehen gut da. Wir haben die 10,5 Millionen Euro im Visier.“

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