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Hommage an einen Pöckinger: Gemeinde widmet Ludwig Ott Veranstaltungen und Ausstellung

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Von: Sandra Sedlmaier

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Ludwig Ott hat der Gemeinde Pöcking ein wertvolles Erbe hinterlassen.
Pöcking in alten Bildern: Die Ausstellung „Das alte Dorf“ ist ab Montag für eine Woche im Foyer des Beccult zu sehen. Dass die alten Fotos in dieser Form erhalten sind, ist auch ein Verdienst Ludwig Otts.  ©  Gemeinde Pöcking

Die Vergangenheit eines Dorfes ist ein wichtiger Teil seiner Identität. Pöcking kann dabei auf das Wirken des Autors und Filmemacher Ludwig Ott zurückgreifen. Jetzt erinnert die Gemeinde an das Werk Otts und widmet ihm Veranstaltungen und Ausstellung im Beccult.

Pöcking – Wie schön, wenn das Wirken eines Menschen noch zu seinen Lebzeiten anerkannt wird. Die Gemeinde Pöcking hat den Filmemacher und Autor Ludwig Ott 2012 mit der Pöckinger Eule geehrt, der höchsten Auszeichnung der Gemeinde – ein paar Wochen vor seinem Tod im Juli 2012. Jetzt ehrt die Gemeinde den Wahl-Pöckinger zu dessen zehnten Todestag: mit einer ganzen Woche voller Veranstaltungen im Beccult, mit einer Lesung, einer Ausstellung, seinen drei Filmen über das Dorf und einem Blick auf die Geschichte Pöckings im Nationalsozialismus.

„Ein Juwel.“ Dem Zweiten Bürgermeister und Kulturreferenten Albert Luppart ist völlig klar, was die Gemeinde an Ott hatte: Jemanden, der das Dorf betrachtete, aber auch einordnete. Für das Bayerische Fernsehen machte Ott drei Filme über Pöcking, die dessen Weg vom Bauerndorf ab 1984 zum modernen Ort inklusive Umgehungsstraße begleiteten. „Er hat 25 Jahre Pöckinger Geschichte festgehalten“, sagt Luppart. „Für uns ein Glücksfall.“ Pöcking sei sehr dankbar für das, was Ott hinterlassen habe. „Andere Gemeinden würden sich alle zehn Finger danach ablecken“, ist Luppart überzeugt.

Albert Luppart: „Ludwig Ott hatte Interesse an den Menschen, an den Höfen und an der Geschichte“

Ott wurde 1948 in Schlehdorf geboren, wuchs im Oberland auf und kam 1974 nach Pöcking. Er wohnte im Linderlhaus, das er später erwarb und so vor dem Abriss bewahrte. Neben seiner Langzeit-Filmdokumentation über das Leben und die Veränderungen in Pöcking entstanden die Ausstellung „Das alte Dorf“ und das Buch „Milli und Sterz“, eine Sammlung von Geschichten über Pöckinger und die Geschichte Pöckings. „Ludwig Ott hatte Interesse an den Menschen, an den Höfen und an der Geschichte“, erinnert sich Luppart. „Das haben die Menschen gespürt.“ In der Folge machten sie ihre Schubladen auf und gaben alte Fotos heraus, erzählten Geschichten von früher und auch von der Gegenwart.

Den Auftakt zur Ludwig-Ott-Woche macht eine Lesung aus dem Buch „Milli und Sterz“ am Sonntag, 26. Juni, um 19.30 Uhr im Beccult. Schauspieler Dieter Fischer liest die Geschichten vor, die Tutzinger Stubenmusi sorgt für die Musik.

Für die Ausstellung „Das alte Dorf“ und das Buch hat Ott eng mit dem Ortschronisten Leonhard Poelt und Heinz Diehl zusammengearbeitet, so Luppart. Beide werden am Montag, 27. Juni, ab 19.30 Uhr dabei sein, wenn die Ausstellung im Foyer des Beccult erneut gezeigt wird. Weggefährten und auch Otts Sohn Johannes werden über die Arbeit des Autors reden.

Beccult zeigt drei Filme von Ludwig Ott

Am Mittwoch, 29. Juni, sind um 18.30 Uhr im Beccult die drei Filme Otts über Pöcking aus den Jahren 1993, 2000 und 2008 zu sehen. Eine Zeit, in der Pöcking massive Veränderungen erfuhr, allein schon durch den Bau der Umgehungsstraße. Die Titel der Filme: „Vom Ende der alten Zeit“, „Vom Bauerndorf zur Vorstadt“ und „Ein Dorf und seine Bauern“. „Manche der Menschen im Film sind schon gestorben, andere sind noch ganz jung“, sagt Luppart und spielt damit auf einen jungen Bürgermeister Rainer Schnitzler an und auf sich selbst, „mit Oberlippenbart und auftoupierter Frisur“. Der letzte Film endet mit der 850-Jahr-Feier Pöckings im Jahr 2008. Um auf der Luft filmen zu können, hatte Ott einen Kran aufstellen lassen. Für Luppart ein unvergessliches Bild, wie die Lange Tafel zur Jubiläumsfeier von oben fotografiert ist.

Die letzte Veranstaltung im Rahmen der Ludwig-Ott-Woche am Freitag, 1. Juli, ist Pöcking im Nationalsozialismus gewidmet. Die Pöckinger Historiker Prof. Dr. Marita Krauss und Erich Kasberger vertiefen die in „Milli und Sterz“ überlieferten Geschichten mit Funden aus Archiven. Beginn des Vortrags ist um 19.30 Uhr, ebenfalls im Beccult.

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