Jugenherberge steht leer und hat Kurzarbeit
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Christian Burggraf, Leiter der Jugendherberge in Possenhofen.

Öffnung ab 30. Mai

Jugendherberge Possenhofen: Sorgen trotz Rettungsschirm

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Die staatliche Hilfe ist zwar noch nicht angekommen, aber fest versprochen. Leiter und Mitarbeiter der Jugendherberge in Possenhofen atmen deshalb auf. Doch zum Neustart an Pfingsten müssen sie auf ihr Kernklientel noch verzichten: Jugendgruppen.

Possenhofen– Seit bald zehn Wochen sind Bayerns Jugendherbergen geschlossen. Der Landesverband stand am Rande der Insolvenz – und die 58 Häuser im Freistaat und damit auch das in Possenhofen vor der Schließung. Bis zur frohen Botschaft von Staatsregierung und Sozialministerium: Unter dem Rettungsschirm für gemeinnützige Wirtschaftsbetriebe finden auch die Jugendherbergen Platz. Und: Am kommenden Pfingstsamstag dürfen 30 von ihnen wieder mit Einschränkungen öffnen. Dazu gehört auch die Einrichtung am Starnberger See.

Zurück zum Normalbetrieb kehrt die Herberge aber nicht. „Wir können nur die Hälfte unserer Zimmer belegen“, sagt Leiter Christian Burggraf. Aber lange nicht die Hälfte der 142 Betten. Gäste, genau gesagt Paare und Familien, dürfen nur in die Zweier- und Viererzimmer mit eigenen Sanitäranlagen ziehen. Vor allem die Sechs-Bett-Zimmer, in denen es nur eine kleine Waschgelegenheit gibt, bleiben vorerst leer. Das gilt auch für den Zeltplatz, auf dem sich im Sommer normalerweise 50 Gäste ausbreiten können. „Das macht sich natürlich wirtschaftlich bemerkbar. Wie genau, können wir aber noch nicht sagen“, sagt der Leiter.

Das Kernklientel Jugendgruppen fehlt weiterhin

Burggraf macht sich vor allem Gedanken, weil das Kernklientel Jugendgruppen vielleicht bis Spätsommer ausbleiben könnte. Die Herberge ist ein beliebter Ort für Schullager, Klassensprecherseminare, Nachhilfecamps, Konfirmanden-Freizeiten oder Probetage von Theater- und Musikgruppen. Diese sichern das Geschäft während der Woche und außerhalb der Ferien. Für die anstehenden Pfingstferien immerhin ist Burggraf zuversichtlich. „Wir sind schon gut gebucht und denken, dass wir die zur Verfügung stehenden Zimmer füllen können.“ Die bayerischen Jugendherbergen rechnen laut Pressemitteilung vom Dienstag allgemein mit starkem Inlandstourismus.

In den zurückliegenden Wochen waren die zehn Mitarbeiter in Possenhofen teils in Kurzarbeit null. Burggraf selbst arbeitete zehn Stunden die Woche und vor allem Stornierungen ab: 12 000 Übernachtungen wurden insgesamt abgesagt. Der Landesverband hatte sich Mitte März mit einem Brandbrief an den Landtag gewandt. Titel: „Jugendherbergen in Bayern vor dem endgültigen Aus!“ Pressesprecher Marko Junghänel sagt auf Nachfrage des Starnberger Merkur: „Einen weiteren Monat ohne feste Rettungsschirm-Zusage hätten wir nicht überlebt.“ Denn diese Sicherheit habe auch die Bank als Gegenleistung für Kredite verlangt. Nun sagt er: „Wir sind optimistisch, die Krise zu überwinden.“

Wie viel Geld gibt es? Nur ein Detail ist bekannt

Eine Restunsicherheit herrscht beim Landesverband aber auch: Die staatlichen Hilfen sind zwar versprochen, aber noch nicht angekommen. „Wir wissen noch nicht, wie hoch der Betrag sein wird und welche Konditionen gelten“, sagt Junghänel.

Ein Detail kennt er aber schon: Der Staat werde 60 Prozent des gesamten Umsatzausfalls bezahlen. Und der Landesverband werde dann den einzelnen Einrichtungen die coronabedingten Ausfälle zu 60 Prozent erstatten. Zur Erklärung der Berechnungsgrundlage fügt der Pressesprecher hinzu: „Wir wissen ja, wo wie viel für 2020 gebucht worden ist.“

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