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Beim Jugendpokal mussten der Feuerwehrnachwuchs zeigen, was er kann - und wie schnell er es kann.

Jugendpokal der Feuerwehren

Das schnelle Geschlecht aus Machtlfing

Wie macht man aus einem Jugendpokal der Feuerwehr ein Dorffest und einen Wettkampf, über den noch lange gesprochen wird? Die Feuerwehr Maising kennt die Antwort.

Maising – Der lauteste Jubel kam nicht von denen, die gerade für ihre Leistung mit Urkunden und Pokalen ausgezeichnet wurden. Nein, der lauteste Jubel kam bei der Siegerehrung des Jugendpokals der Feuerwehren am Samstag in Maising immer aus derselben Ecke, nämlich der der Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr Machtlfing. Sie wurden bis zum Schluss nicht aufgerufen, weil sie in zwei der drei Altersklassen den Sieg holten. Bei den 14- und 15-Jährigen passiert etwas, an das man sich in Feuerwehrkreisen nicht erinnern konnte: Eine reine Mädchenmannschaft war schneller als alle anderen. Das passte zum ganzen Wettkampf, bei dem nach Alter, aber nicht nach Geschlecht unterschieden wird. Wie viele Mädchen dabei waren, hat niemand gezählt.

Kreisbrandrat Markus Reichart war sichtlich beeindruckt vom Wettkampf, den erstmals die Maisinger unter ihrem Kommandanten und früherem, langjährigen Jugendwart Florian Dreisbach organisiert hatten. Er hat den Vergleich, denn just am Wettkampftag feierte Reichart 14 Jahre als oberster Feuerwehrler im Kreis. „Traumhafte Verhältnisse“ bescheinigte der Höhenrain dem Ausrichter. Die Maisinger hatten aus dem Wettkampf mit 35 Mannschaften und 140 Teilnehmern im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren ein Dorffest gemacht – mit so vielen Zuschauern wie selten bei einem Jugendpokal. Das sei auch eine „Wertschätzung für unsere Jugendlichen“. Zu der gehört auch, dass Landrat Karl Roth und Bürgermeister Rainer Schnitzler der Jugend ihre Aufwartung machten. 90 Prozent der Maisinger Jugendlichen waren oder seien in der Wehr, stellte Schnitzler fest. Dort könne man viele wertvolle Erfahrungen sammeln, weiß er aus eigener Erfahrung.

Mehr Teilnehmer als 2016

Die Teilnehmerzahl war höher als im Vorjahr, berichtet Kreisbrandmeister Anton Graf, Sprecher der Kreisbrandinspektion. Der Wettkampf selbst, für den die Jugendlichen oft monatelang trainieren, fordert Fitness, Schnelligkeit und Können in feuerwehrtypischen Disziplinen wie Tauwerfen, Schlauchkuppeln und der gleichen. Gewertet wird nach der Zeit, für Fehler gab es Abzüge. Für die besten sechs jeder Altersgruppe gab es Pokale. Die Ergebnisse:

Altersgruppe 1 (12/13 Jahre): 1. Kempfenhausen 5:25,0; 2. Pöcking 6:01,5; 3. Tutzing 6:11,6; am Start waren auch Krailling II/Höhenrain II, Inning, Berg und Stockdorf.

Altersgruppe 2 (14/15 Jahre): 1. Machtlfing II 4:32,0; 2. Machtlfing I 4:34,2; 3. Tutzing II 4:40,3; 4. Höhenrain 4:40,5; 5. Tutzing I 4:45,2; weitere Starter waren Kempfenhausen, Krailling, Pöcking I, Berg, Stockdorf, Maising, Traubing, Starnberg/Machtlfing, Walchstadt, Buch und Pöcking II.

Altersgruppe 3 (16/17 Jahre): 1. Machtlfing 3:46,5 (Tagesbestzeit), 2. Tutzing I 3:54,1; 3. Höhenrain 4:31,1; weitere Starter waren Krailling, Tutzing II, Inning, Kempfenhausen/Maising, Steinebach-Auing, Starnberg, Söcking, Stockdorf und Frieding.

Neben den 35 Teams und ihren je zwei bis vier Betreuern waren drei Dutzend Schiedsrichter auf dem Festplatz im Einsatz. Und viele freiwillige Helfer aus Maising, sei es am Kuchenbuffet oder beim Getränkeausschank. „Die Dorfgemeinschaft funktioniert“, stellte Reichart anerkennend fest. Innerhalb der Gemeinde Pöcking haben die Maisinger damit Maßstäbe gesetzt, an denen sich der Hauptort Pöcking beim 40. Jugendpokal am 29. September 2018 wird messen müssen – dorthin wurde der nächste Wettkampf bereits vergeben.

Für den Kreisbrandrat sind die Jugendpokale „der schönste Termin im Feuerwehrjahr“. Markus Reichart hat seinen letzten in dieser Position erlebt, denn er wird Anfang nächsten Jahres seinen Posten abgeben. Einziger Kandidat für die Nachfolge ist Peter Bauch. Er kennt die Pokale auch – er war einer der Schiedsrichter.

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