Auf Antrag der Grünen

Pöcking will Alternative zu Glyphosat

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Pöcking – Der Pöckinger Bauausschuss stimmte einem Antrag der Grünen in Teilen zu. Was sich in der Gemeinde in Bezug auf Glyphosat ändern soll - und was nicht.

Die Grünen freuen und ärgern sich zugleich. Ihrem Antrag, dass Pöcking künftig auf den Einsatz von Glyphosat verzichten soll, wurde am Dienstag vom Hauptausschuss zugestimmt. Das gilt für gemeindliche Flächen wie Straßen oder Bürgersteige. Glyphosat sei in Pöcking ohnehin nur auf Wegen des Friedhofs zum Einsatz gekommen, teilt der Geschäftsleiter der Gemeinde, Sven Neumann, auf Anfrage mit.

Bürgermeister Schnitzler gibt zu: "Das spielt schon ein bisschen mit"

Für Ärger sorgt bei Grünen-Politikerin Simone Greve, dass ein Teil des Antrags abgelehnt wurde. So entschieden sich die Gemeinderäte nach langer Diskussion gegen eine Empfehlung für Landwirte, auf Glyphosat zu verzichten. Diese hätte nur Landwirte betroffen, die gemeindliche Flächen pachten. „Darüber bin ich sehr enttäuscht. Das ist nicht mal zur Abstimmung gekommen“, sagt Greve. Sie vermutet, was hinter der Ablehnung steckt: „Wir haben viele aktive Bauern. Das ist eine Kuh, die darf nicht gemolken werden. Alles, was dieses Thema kritisch beäugt, wird abgeschmettert.“ 

Unantastbare Landwirte also? Bürgermeister Rainer Schnitzler kann den Gedankengang nachvollziehen. „Wir haben überwiegend Milchbauern – und die sind ohnehin in der Bredouille. Das spielt schon ein bisschen mit.“ Schnitzler selbst sprach sich gegen ein Glyphosat-Verbot für die Landwirte aus, stimmte aber für die Empfehlung. „Damit wir nicht gleich mit der Keule kommen. Aber da bin ich gemeinsam mit den Grünen untergegangen.“

Pöcking strebt wohl Mini-Jobber als Lösung an

Die europaweite Debatte um das Pflanzengift kam im Sommer auf. Die Weltgesundheitsorganisation hat das Mittel als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Nun darf es noch bis Ende 2017 verwendet werden – bis dahin wird geprüft, ob es tatsächlich krebserregend ist. Unabhängig davon verzichtet Pöcking auf den Einsatz von Glyphosat. Das habe man schon seit Juli, erklärt Neumann, als der Antrag der Grünen im Rathaus einging. Nun würden Alternativen geprüft. „Es gibt andere Mittel, die auch im Obst- und Gemüsebau verwendet werden.“ 

Allerdings seien auch diese chemisch. „Wir wollen nicht in zwei, drei Jahren wieder beim Status quo liegen.“ Daher würde geprüft, ob sich der Einsatz von Heißwasser lohne. Je nachdem, wie viel Wasser, Diesel und Benzin eine Pumpe dazu benötige, käme diese Lösung in Betracht. Ein Abflammgerät scheide wegen der schwarzen Flecken, die es verursacht, aus. Es läuft darauf hinaus, dass sich die Gemeinde für den Einsatz von Mini-Jobbern oder eine externe Lösung wie den Maschinenring entscheidet, der laut Neumann entsprechende Arbeiten anbietet.  

Rubriklistenbild: © dpa

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