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Die Villa von Leni Riefenstahl Rechts vor dem Umbau und der laufenden Sanierung.

2003 im Alter von 101 gestorben

Verkauft: Pöckinger Villa von Regisseurin Leni Riefenstahl wird renoviert

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In einer traumhaft ruhigen Lage am Starnberger See befindet sich die Villa der verstorbenen Künstlerin Leni Riefenstahl. Rund ein Jahr nach der Ausschreibung scheint das Anwesen einen neuen Eigentümer zu haben.

Pöcking - Der frische Schnee dämpft den Lärm der Bauarbeiten, das Bohren, das Schleifen. Seit Herbst schon wird in der Pöckinger Villa der im Jahr 2003 im Alter von 101 Jahren gestorbenen Regisseurin Leni Riefenstahl gewerkelt. Das elegante Anwesen, in dem die Filmemacherin seit 1979 lebte, erfährt eine Rundumerneuerung.

Vor knapp einem Jahr wurde bekannt, dass die Villa, ein Holzhaus der Marke Huf, zum Verkauf steht. Riefenstahls frühere Sekretärin und Alleinerbin Gisela Jahn hatte damals den einheimischen Makler Jürgen Heidinger damit beauftragt. „Die Vorstellung der Erbin und von mir ist, jemanden zu finden, der das Haus erhält und modernisiert“, sagte Heidinger dazu im Februar 2018. Dies scheint gelungen, Container vorm Anwesen zeugen von Abrissarbeiten innerhalb der Villa. Von der Straße aus sind Dämmplatten, Mineralwolle, Paletten mit Baustoffen zu erkennen, durch die Glasfassade schimmert das Grün von Gipsplatten, wie sie im Trockenbau verwendet werden. Auch gibt es Dachfenster, die im Exposé des Immobilienmaklers nicht zu sehen waren.

NS-Propagandafilme und mehr: Das war Leni Riefenstahl

Leni Riefenstahl war zeitlebens wegen ihrer NS-Propagandafilme (Reichsparteitage, Olympische Spiele 1936) und ihrer Nähe zu Adolf Hitler umstritten gewesen. Sie selbst betonte stets, nicht an Politik interessiert zu sein. In ihrem künstlerischen Wirken sei es ihr immer nur um Ästhetik, nicht um Ideologie gegangen, sagte sie kurz vor ihrem Tod in einem Interview.

Berliner Stiftung bekommt Nachlass von Leni Riefenstahl

Für die Villa sollen sich zahlreiche Leute interessiert haben. Zwei Drittel aus dem Großraum München, andere aus ganz Deutschland und sogar aus England. Als Verkaufpreis rief Heidinger die Summe von 1,89 Millionen Euro auf. Ob dies auch erzielt wurde, darüber gibt es aufgrund der Diskretion keine Erkenntnisse. Die neuen Villen-Besitzer sollen aber aus Baden-Württemberg kommen, vom Bodensee.

Sie dürfen sich nicht nur auf eine traumhaft ruhige Lage in der Nähe des Starnberger Sees freuen, sondern auch auf viel Wohn- und Lagerfläche. Alleine im Keller, in dem sich Riefenstahls gewaltiges Film- und Fotoarchiv befunden hatte – 700 Kisten gingen Ende 2017 an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin – dürfte sich viel Raum finden.

Markus Christandl

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