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Vorm Abriss bewahrt: Neue Eigentümerin stößt mit Konzept für Jugendwohngruppen in der alten Mühle in Maising im Bauausschuss auf Gefallen. 

Gebäude am Maisinger Mühlbach

In alte Mühle kehrt Leben zurück

Die alte Mühle am Maisinger Mühlbach soll künftig Kindern und Jugendlichen ein Heim bieten, die vorübergehend nicht bei ihren Familien leben können. Ein drohender Abbruch ist damit vom Tisch.

Maising – Der alten Mühle drohte schon der Abbruch. Aber nach mehreren Eigentumswechseln gibt es nun ein Konzept, mit dem das historische Bauwerk am Maisinger Mühlbach erhalten bleiben kann. Nach den am Montag im Bauausschuss Pöcking vorgestellten Plänen der Eigentümerin sollen in dem Gebäude Wohngruppen für Kinder und Jugendliche entstehen, die vorübergehend nicht bei ihren eigenen Familien bleiben können.

Bürgermeister Rainer Schnitzler (PWG) und mehrere Gemeinderäte zeigten sich hocherfreut über diese Planung, die die alte Mühle erhalten werde. Vizebürgermeister Albert Luppart (PWG) sprach sogar von einer „idealen Lösung“. „Es ist großartig“ sagte er, „dass die alte Mühle erhalten bleibt.“ Auch für Amelie Erhard (SPD) ist das Projekt „absolut zu befürworten“. Sie bezeichnete es auch als wichtig, dass eine Zufahrt zum benachbarten Bach erhalten bleibt.

Die alte Mühle abzureißen, fand im Gemeinderat keine Unterstützung

Die alte Mühle, die in Maising als ortsbildprägendes Bauwerk gilt, hatte mehr als 100 Jahre der Familie Hahl gehört. Später hatte sie mehrmals die Eigentümer gewechselt. Einer von ihnen wollte das Gebäude zuletzt abreißen und an diesem Standort Einfamilienhäuser errichten. Diese Pläne stießen im Gemeinderat auf wenig Wohlwollen.

Betreiben soll die nun geplanten Wohngruppen ein gemeinnütziger Verein, die „Heilpädagogisch-psychotherapeutische Kinder- und Jugendhilfe“ in München, kurz „hpkj“. Miriam Heuer vom Bauamt sagte, dass es sich nicht um eine Pflegeeinrichtung und auch nicht um ein Krankenhaus handeln werde, sondern um eine wohnähnliche Nutzung. Vorgesehen sind zwei Wohngruppen mit je vier Kindern und einer Betreuungsperson sowie Wohnungen für Mitarbeiter und begleitende Eltern. 

Auch Lernprojekte sind in der alten Mühle geplant

Ergänzt werden soll das Angebot durch Lernprojekte in Kooperation mit verschiedenen Schulträgern „in einem angstfreien Raum“. Als Ziel gilt es, den Kindern wieder ein Leben mit ihren Familien oder in Selbstständigkeit zu ermöglichen und sie an Regelprogramme heranzuführen. Die Mühle soll zu diesem Zweck komplett umgebaut, aber in ihrem äußeren Erscheinungsbild erhalten werden. Nach den neuen Plänen sind sechs Wohneinheiten und eine Büroeinheit vorgesehen.

von Lorenz Goslich

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