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Pöckings beste Bouler: Das weiß gekleidete Team „Early Boule“ gewann das Finale mit dem letzten Wurf. Werner Anzill (rechts), Vorstandsvorsitzender der Stiftung für Pöcking, freute sich mit.

Rund 160 Teilnehmer

Mehr als Spaß und Spannung: Boule-Turnier verbindet 

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Die Ortsmitte drei Monate lang beleben, Einheimische und Zugezogene zusammenbringen und sie für ein Spiel begeistern: Das alles hat die Stiftung für Pöcking mit ihrer Boule-Meisterschaft geschafft.

Pöcking – Nach fast 70 Spielen entschied bei der Pöckinger Boule-Meisterschaft doch tatsächlich der letzte Wurf: Das Team „Early Boule“ schlug die „Boule-Dogs“ mit 13:12 – nachdem es bereits mit 12:3 vornegelegen hatte. Rund 120 Zuschauer fieberten beim Finale am vergangen Sonntag im Literaturgarten mit. „Man hätte das Drehbuch nicht besser schreiben können“, sagt Dr. Christian Grätz. Der Vorsitzende der Stiftung für Pöcking hatte das Turnier zum zweiten Mal organisiert. Und er hat einen Boule-Boom im Ort ausgelöst, der noch viel mehr als Spaß und Spannung bietet. Das Spiel mit den Metall-Kugeln bringt Menschen zusammen: junge und alte, eingesessene, zugezogene und geflüchtete.

18 Mannschaften mit 158 Teilnehmern spielten seit Mai gegeneinander, mehr als doppelt so viele Pöckinger als bei der ersten Auflage 2018 machten mit. „Das war teilweise eine organisatorische Herausforderung“, sagt Grätz. Schließlich wollte er alle unterbringen, selbst die, die sich erst nach Anmeldeschluss anmeldeten. Einzelne Spieler teilte der Turnierleiter Mannschaften zu, einige Teams formierten sich selbst – und gaben sich kreative Namen wie „Zufallstreffer“, „Mozartkugeln“, „Ruhige Kugel“ oder „Bouletten“ und „Die Bouleschaft“, die in der Finalrunde Dritter beziehungsweise Vierter wurden.

Millimetergenau: Cordula Reiss von den „Bouletten“ misst die Entfernung der großen Kugeln zur kleinen. Rechts im blauen Pulli: Turnierleiter Christian Grätz.

Die Ortsmitte beleben: Ihr großes Ziel hat die Stiftung für Pöcking erreicht – zumindest für drei Monate im Jahr. Das Turnier hinterlässt Spuren im Ort. Im wahrsten Sinne: Wurde die Bahn im Literaturgarten bis 2018 kaum genutzt, baut die Gemeinde am neuen Bürgerhaus bald eine zweite. Und so mancher Pöckinger hegt ernsthafte Ambitionen und wirft seine Kugeln mittlerweile auf überörtlichen Turnieren.

Bürgermeister Rainer Schnitzler ist mit seinem Team „Hot Bouler“ in der Vorrunde ausgeschieden. Vom Finale schwärmt er als Zuschauer: „Das war ein echter Krimi.“ Der Wettbewerb sei gut organisiert gewesen und reizvoll: „Es kann jeder ohne großes Training mitmachen – von acht bis 80“, sagt Schnitzler.

Gute Haltungsnoten: Konzentration und Ballgefühl sind beim Boule gefragt. Mitmachen kann jeder – „von acht bis 80“, wie Pöckings Bürgermeister sagt.

Organisator Grätz hat tatsächlich eine Dame beobachtet, die vor jedem Wurf ihren Krückstock beiseite legte. Er erzählt von Menschen, die seit 40 Jahren in Pöcking wohnen, sich aber durch das Turnier erst jetzt kennen und schätzen gelernt haben. Oder von der Frau Mitte 80, die im vergangenen Jahr ihren Mann beerdigen musste. Sie habe sich nie erträumt, dass sie jetzt nebenan mit neuen Bekanntschaften Boule spielen würde.

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