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Neuer Platz nur mit alter Linde

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Von: Stephan Müller-Wendlandt

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Der Raiffeisenplatz wird überplant, um Pöckings Ortsmitte schöner zu gestalten. Zentrales Element ist dabei die alte Linde vor der VR Bank, auf deren Erhalt die Gemeinde größten Wert legt.  Foto: Dagmar Rutt
Der Raiffeisenplatz wird überplant, um Pöckings Ortsmitte schöner zu gestalten. Zentrales Element ist dabei die alte Linde vor der VR Bank, auf deren Erhalt die Gemeinde größten Wert legt. © DAGMAR RUTT

Die Gemeinde Pöcking möbelt ihre Ortsmitte auf. Umgesetzt wurden bislang unter anderem die Umgestaltung der Hauptstraße und das Aufhübschen des Alten Pfarrhauses samt Umfeld. Nächstes Ziel ist die Schaffung eines Dorfplatzes, in den der Raiffeisenplatz am westlichen Ende der Hauptstraße einbezogen werden soll.

Pöcking – Letzter Schritt in der Pöckinger Ortsmitteplanung soll die Um- bzw. Neugestaltung des Raiffeisenplatzes am westlichen Ende der Hauptstraße sein. Zum Umgriff des Bebauungsplans gehört auch die noch freie Fläche im Norden des Areals am Ascheringer Weg. Dort soll ein Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage entstehen. Der Bauausschuss hatte in seiner jüngsten Sitzung dem Gemeinderat empfohlen, grünes Licht für einige kleinere Veränderungen an dem Neubauprojekt zu geben. „Wenn Sie dem zustimmen“, sagte Bürgermeister Rainer Schnitzler in der anschließenden Ratssitzung, „kommen wir einen großen Schritt weiter“.

Es geht unter anderem um die Veränderung der Glasfront am Hauptgebäude und eine Fotovoltaikanlage auf dem Flachdach des eingeschossigen Anbaus. Von größerer Bedeutung ist für die Gemeinde allerdings die Frage, ob und inwieweit der Bau der Tiefgarage den platzprägenden Baum beeinträchtigt oder sogar schädigt. Bürgermeister Schnitzler sagte in der Sitzung unmissverständlich: „Die Linde ist für die Gemeinde nicht verhandelbar.“ Im Ernstfall würde er auf den Bau von zwei Tiefgaragenplätzen verzichten, als die Gesundheit des Baumes aufs Spiel zu setzen. Er sei aber guter Hoffnung, dass für die Linde keine Gefahr entstehe, das hätten Gutachter bestätigt.

Der Vorschlag von Grünen-Gemeinderat Christian Fries, alternativ Duplex-Stellplätze zu fordern, stieß nicht auf Gegenliebe. „Die werden aller Erfahrung nach nicht angenommen“, so Schnitzler. Der Gemeinderat folgte der Bauausschussempfehlung und stimmte den Änderungen einstimmig zu. Der Bürgermeister war zufrieden: „Jetzt können wir davon ausgehen, möglicherweise schon 2022 mit der Platzgestaltung zu beginnen.“

Das Grundstück für das Wohn- und Geschäftshaus hatte die Gemeinde vor einigen Jahren erworben. Bei der Suche nach einem passenden Investor hatte sich die Gemeinde eines Ausschreibungsverfahrens bedient. Als Sieger war die Munich Residential GmbH aus dem Verfahren hervorgegangen. Der Investor will im Erdgeschoss des Hauptgebäudes und im eingeschossigen Flachbau Gewerbe unterbringen. Im Obergeschoss soll Büronutzung vorherrschen. Das Dachgeschoss ist dem Wohnen vorbehalten. Die Munich Residential GmbH will ihren Firmensitz von der Franz-von-Reber-Straße an den Raiffeisenplatz verlegen. Das Unternehmen, das auch in München einen Firmensitz unterhält, ist als Bauträger aufgestellt – „erfolgreich seit 13 Jahren, Erfahrung aus mehr als 90 Jahren“, wie sich die GmbH selbst auf ihrer Internetseite bewertet. Die Firma entwickelt Bauland, plant und errichtet neue Objekte, bemüht sich um die Optimierung und die Sanierung bestehenden Baubestandes sowohl im Wohn- als auch im Gewerbebereich.

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