Unterstützung für das neue Projekt bekamen Fortschritt-Geschäftsführerin Tatjana von Quadt (l.) und Fortschritt-Mitarbeiterin Claudia Wagner vom Lions Club. Dr. Mario Stock übergab diese Woche einen Scheck in Höhe von mehr als 3000 Euro. 
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Unterstützung für das neue Projekt bekamen Fortschritt-Geschäftsführerin Tatjana von Quadt (l.) und Fortschritt-Mitarbeiterin Claudia Wagner vom Lions Club. Dr. Mario Stock übergab diese Woche einen Scheck in Höhe von mehr als 3000 Euro. 

Neubau und Sanierung geplant

Bildung, Begegnung und barrierefreier Urlaub: Neues Fortschritt-Inklusionsprojekt

Die Stiftung Fortschritt mit Hauptsitz in Niederpöcking ist auf dem besten Weg, den Traum vieler Menschen wahr werden zu lassen: Sie plant einen Ort, an dem sich Menschen mit und ohne Behinderung begegnen können. Einen Ort, der Urlaub, Bildung und Förderung für Familien mit Kindern mit Behinderung bietet.

Niederpöcking - Seit 2009, als das Von-Gugel-Haus in Dürnhausen im Landkreis Weilheim-Schongau an Fortschritt gestiftet wurde, gab es immer wieder kleinere Ideen, den Platz zu nutzen. Die Stiftung veranstaltete dort zum Beispiel Malprojekte. Ansonsten stand das Haus jedoch leer, den Erhalt des Gebäudes bestritt die Stiftung mit eigenen Mitteln. Das bisherige Problem: Der Wunsch der Stifterin, das Haus solle zur Förderung von (jungen) Menschen mit Behinderung beitragen, konnte nicht wirklich realisiert werden. „Der erste Schritt muss sein, das Haus behindertengerecht umzubauen“, erklärt Sprecherin Verena Fahrion. Das ist teuer, und es wurde noch kein gutes Konzept entwickelt – bis jetzt.

Mit dem neuesten Projekt verfolgt Fortschritt drei Ziele: Das Von-Gugel-Haus soll saniert werden. „In den Altbau soll ein Inklusions-Café mit Catering-Service einziehen“, sagt Fahrion. Außerdem ist ein Neubau geplant, der als Gästehaus dienen soll. Dort wird es Familien mit Kindern mit Behinderung ermöglicht, barrierefrei Urlaub zu machen. Die Kinder werden während des Aufenthalts konduktiv gefördert, das Fortschritt-Spezialgebiet. „Eine enorme Entlastung der Eltern“, meint Fahrion. Zusätzlich soll der Neubau als Bildungszentrum dienen.

Den Urlaub zu organisieren, ist für Familien mit behinderten oder kranken Kindern immer noch nicht leicht. Fortschritt bietet zwar seit gut 25 Jahren Förderwochen für Familien an. Dort werden die Kinder tagsüber therapeutisch betreut und gefördert, während die Familien Zeit für Unternehmungen haben. Das Problem: „Die wenigsten Angebote sind tatsächlich barrierefrei oder barrierearm. Sie sind einfach nicht so auf behinderte Menschen zugeschnitten“, erklärt Fahrion.

Bislang kaum genutzt: Das Von-Gugel-Haus in Dürnhausen im Kreis Weilheim-Schongau will die Fortschritt-Stiftung nun beleben.

Jetzt will Fortschritt die Förderung weiter ausbauen. Das Projekt im Von-Gugel-Haus soll „mehr im Sinne der Inklusion“ sein als bisherige Angebote. Das Café beispielsweise ist als Inklusionsbetrieb geplant – behinderte und gesunde Menschen sollen sich dort nicht nur begegnen, sondern auch alle in dem Betrieb arbeiten können. Fortschritt hofft außerdem auf positive Reaktionen der Bevölkerung in den umliegenden Orten.

Dem Bau stellt die Stiftung ein Planungsjahr voraus. Ob die vielen Ideen umsetzbar sind, soll eine Machbarkeitsstudie prüfen. „Die endgültige Umsetzung hängt von der Finanzierung ab“, sagt Fahrion. Die Kosten für das Projekt werden im siebenstelligen Bereich liegen. „Lohnt sich so eine Investition und hat sie eine Zukunft?“, fragt sich Fahrion.

Wohlwollende Unterstützung für Fortschritt kommt schon von zwei Seiten: Die Aktion Mensch finanziert ein Jahr lang die Vorprojektphase mit und investiert 20 000 Euro. Außerdem überreichte der Stiftung am Dienstag das Hilfswerk des Lions Clubs Starnberger See-Ludwig II einen Scheck in Höhe von etwas mehr als 3000 Euro. Für die spätere Bauphase hofft Fortschritt auf öffentliche Gelder, andere Stiftungen und Spenden. Handwerkliche Hilfe kann die Stiftung schon jetzt gebrauchen. Fahrion: „Wenn sich jemand berufen fühlt: Helfende Hände sind immer willkommen.“

Ada Wassmann

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