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Historisch: Der erste öffentliche Bücherschrank 2013 in München. Der Pöckinger soll etwas verschnörkelter daherkommen. 

Kritische Stimmen im Gemeinderat

Öffentlicher Bücherschrank in Pöcking: Zwischen „Schmuckstück“ und „überdimensioniert“

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Ein besonderer Bücherschrank ziert bald den Pöckinger Literaturgarten. Die Anschaffung ist nicht ganz billig und wird von der Gemeinde unterstützt. Aber es gibt auch kritische Stimmen.

Pöcking – Öffentliche Bücherschränke sind im Landkreis im Trend: Nach Wörthsee, Inning, Gauting und Starnberg wird nun auch einer in Pöcking aufgestellt. Doch während meist ausrangierte Kühlschränke oder schlichtgehaltene Vitrinen dem Literatur-Tausch dienen, wird es im Pöckinger Literaturgarten ein Schmuckstück sein. Speziell angefertigt von einem Schlosser aus der Region, eingepasst in eine Heckennische nahe des Boule-Platzes.

Rund 6000 Euro kostet der Schrank, die Gemeinde steuert etwas mehr als 2000 Euro bei. So hat es der Haupt- und Finanzausschuss zuletzt beschlossen. Die Entscheidung über den Zuschuss war bei 6:4 Stimmen umstritten. Annette von Nordeck (FDP) findet den 1,60 Meter breiten und zwei Meter hohen Bücherschrank aus Cortenstahl „überdimensioniert“, Simone Greve (Grüne) ist er „viel zu massiv“. Karin Wania-Michels (CSU) würde das Geld lieber sparen, ihr Fraktionskollege Wolfram Staufenberg hinterfragte die Zielsetzung. Es gehe schließlich darum, Menschen zum Lesen zu animieren – und nicht um ein „architektonisches Meisterwerk“. Er kenne diese Angebote kleinformatiger, und 2000 Euro Zuschuss seien „keine Peanuts“.

Bürgermeister: „Mitglieder sind wahnsinnig engagiert“

Bürgermeister Rainer Schnitzler gehörte zu den Unterstützern des Antrags, den der Verein Literaturcafé Waschhäusl gestellt hatte. „Die Mitglieder sind wahnsinnig engagiert, der Schrank passt zum Literaturgarten und ist dort auch in guten Händen.“ Schließlich müsse sich auch jemand darum kümmern, dass Bücher ein- und aussortiert werden. Ideal fand den Standort auch Albert Luppart (PWG): „So etwas muss da hin, wo die Menschen hingehen.“

Nicht nur durch den Erfolg des jährlichen Boule-Turniers, sondern auch durch das Engagement des Vereins ist der Literaturgarten zu einem Mittelpunkt im Ort geworden. Die kritischen Stimmen aus dem Ausschuss hat die Vorsitzende Angela Stimmer mitbekommen. „Es soll nicht irgendein Schrank, sondern auch ein kleines Schmuckstück, eine Art Skulptur, für den schön gestalteten Garten sein“, sagt sie dem Starnberger Merkur und ergänzt: „Angepasst an die Silhouette des Waschhäusls und mit kleinen Flügeln.“

Der Verein habe auch Angebote aus München eingeholt, bei einem Anbieter, der sich auf Bücherschränke spezialisiert hat. „Aber da hätten wir 10 000 Euro gezahlt“, sagt Stimmer. Deshalb habe man einen regionalen Schlosser beauftragt.

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