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Einen Überblick über Bau- und Sanierungsmaßnahmen soll das ISEK bringen.

Aussicht auf Fördergelder

Ortsentwicklung auf einen Blick: Pöcking forciert ISEK-Konzept

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Pöcking forciert ein sogenanntes ISEK-Konzept – vor allem wegen der Aussicht auf Fördergelder für den Platz vor dem Gasthof Schauer. Aber auch, um die Entwicklung der Gemeinde strukturiert zu planen.

Pöcking – Aus einer Industriebrache wird ein lebendiges Wohn- und Gewerbeviertel: Aufwertungen wie diese soll ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, kurz ISEK, im Idealfall nach sich ziehen. Wo sind Baulücken im Ort? Wie soll er sich, ganzheitlich betrachtet, in den nächsten 15 Jahren entwickeln? Und welche Missstände gilt es dabei zu beheben? Um diese Fragen zu klären und um an Fördergelder ranzukommen, haben sich im Landkreis unter anderem die Stadt Starnberg sowie die Gemeinden Feldafing, Gilching, Herrsching, Wörthsee und Gauting für ein ISEK entschieden. Nun folgt Pöcking – nach einer klaren 16:1-Abstimmung im Gemeinderat.

Volker Rasp von der Regierung von Oberbayern, die Ortsplanerin Manuela Skorka und die Verwaltung um Bauamtsleiter Mirjam Heuer hatten in der jüngsten Sitzung für das ISEK geworben. „Es ist ein unglaublich gutes Instrument, um Planungen zusammenzufassen“, sagte Heuer.

Bebauungsplanverfahren hier, Nachverdichtungen dort: In Pöcking gibt es derzeit jede Menge Baustellen und Pläne. Ein Gesamtüberblick ist nötig, findet die Verwaltung. „Bei so vielen Einzelmaßnahmen verzettelt man sich manchmal. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“, sagt Heuer auf Nachfrage des Starnberger Merkur.

Fördergelder für Ortskern Possenhofens in Sicht

Den Ausschlag für das ISEK gab aber vor allem die Aussicht auf Fördergelder für den Platz vor dem Gasthof Schauer in Possenhofen. Die neuen Betreiber sanieren das historische Wirtshaus, die Gemeinde will die Außenanlagen aufwerten – unter anderem mit einem Brunnen, Bänken und einem Parkstadl. Für Letzteres soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden.

Grob geschätzt rechnet die Gemeinde für die Freiflächen mit Baukosten von 700 000 Euro. Per ISEK wären davon 520  000 Euro förderfähig, wovon der Staat wiederum 60 Prozent übernehmen könnte. Die 60 Prozent sind der ISEK-Standard. Geld gibt es für Neubauten nur in Einzelfällen. Gedacht ist es viel mehr für Gebäude und Flächen, die nicht oder nicht ideal genutzt werden. Neben dem Ortskern Possenhofen möchte sich Pöcking mit dem Konzept auf den Bereich der Hauptstraße und die Wiederbelebung des Raiffeisenplatzes konzentrieren. In der Sitzungsvorlage listete die Verwaltung Missstände auf: Der Ortskern verliere durch Leerstände seine Funktion, ortsbildprägende und kommunale Gebäude müssten saniert werden, es mangle an bezahlbarem Wohnraum für nicht-mobile Menschen und an Fußwegen, so mancher Uferbereich entspreche nicht dem Landschaftsbild.

Etwa ein Jahr dauert die Erstellung des Konzepts

Ein Jahr soll es ungefähr dauern, bis das ISEK erstellt ist. Zunächst muss dafür eine Fachfirma beauftragt werden. Das Konzept soll rund 80 000 Euro kosten, wobei die Gemeinde nur 40 Prozent davon tragen muss.

Kritik kam im Gemeinderat nur von Simone Greve (Grüne). Sie sah sich unter Druck gesetzt, weil die Verwaltung das Ja zum ISEK bis Dezember braucht, um die Schauer-Förderung zu beantragen. „Das ist ein Hauruckverfahren. Ich kann nicht kompetent abstimmen.“ Nikolaus Eppinger (PWG) entgegnete: „Wir haben doch keinen Zeitdruck bei den einzelnen Projekten und können den Takt selbst vorgeben.“ Christian Hörndl (SPD) betonte, dass der Nutzen die Kosten allein durch das geförderte Schauer-Projekt übersteigen würde. Barbara Baumer (PWG) sah es ähnlich: „So können wir Steuermittel sparsam ausgeben.“

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Ein Pöckinger Herzensprojekt hat seinen offiziellen Abschluss erfahren. Mit rund 200 geladenen Gästen feierten Bürgermeister Rainer Schnitzler und Kulturreferent Albert Luppart die Eröffnung des „Beccult“, des Hauses der Bürger und Vereine.

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