+
Erst einer, dann alle: Mittlerweile steht täglich ein ganzes Sammelsurium unterschiedlicher Anhänger, Lastwagen und sogar MVV-Busse entlang der Straße.

Parken

Aus für illegale Anhängerparade

  • schließen

Wer vom Maxhof-Kreisel in Richtung Starnberg fährt, dem ist der illegale Parkplatz an der Straße zum Schmalzhof garantiert schon aufgefallen. Bald sollen dort Knöllchen verteilt werden.

Pöcking – Irgendwann ließ sich das Ganze nicht mehr ignorieren. Auf der Straße zum Schmalzhof stand zuerst ein einsamer Anhänger. Dann waren es zwei. Dann kam einer mit einer großen Werbetafel dazu. Und dann wurde es vogelwild: Bootsanhänger, Lastwagen, sogar ein MVV-Bus wurden an der Straße abgestellt. Eine kunterbunte Parade mitten im Grünen.

Knöllchen beginnen bei 15 Euro - es wird aber schnell teurer

„Ich habe das beobachtet, da ich auf der Straße des Öfteren mit unserem Elektrorad unterwegs bin, wenn ich nach Starnberg muss“, so Bürgermeister Rainer Schnitzler. Pöckings Geschäftsleiter Sven Neumann stellte am Dienstagabend im Hauptausschuss klar: „Dem muss nun endlich Einhalt geboten werden.“ Er schlug vor, dass die Gemeinde an der Straße zum Schmalzhof ein beidseitiges Halteverbot einrichten soll. „Wir haben andere Varianten überprüft – etwa die Ausweisung eines Rettungsweges. Aber da findet man die kuriosesten Gerichtsurteile in Deutschland.“

Wer also seinen Bootsanhänger, seine Werbetafeln oder seinen Bus abstellen möchte, der muss sich schnellstmöglich einen neuen Standort dafür suchen. Denn Neumann kündigte an, dass er bereits mit dem Verband Kommunale Verkehrsüberwachung darüber gesprochen habe, dass nach Ausweisung der Halteverbotszone zügig und regelmäßig Knöllchen verteilt werden. „Los geht es bei 15 Euro, im Wiederholungsfall kann das aber schnell teurer werden und bis zu Punkten in Flensburg führen“, so Neumann. 

Bürgermeister Schnitzler: Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen

Zuvor hatte Albert Luppart (PWG) eindringlich gefordert, dass wirklich regelmäßig kontrolliert werden soll. Sonst könne man sich das Ganze auch gleich sparen, sagte er. „Wenn die zwei Knöllchen im Monat á 15 Euro bekommen, dann wäre das immer noch billiger als ein Stellplatz in Starnberg“, hatte Luppart gewarnt. Außerdem meinte er, dass gerade bei den Werbeanhängern sonst schnell gesagt werde: „Bei den paar Euro ist das ein Super-Werbeeffekt.“

Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler warnte davor, gleich mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. „Klar ist, dass wir da mal Ordnung reinbringen müssen. Klar ist auch, dass wir durchgreifen“, sagte er. So habe man mittlerweile die Polizei eingeschaltet, weil der Erste ein bereits abgemeldetes Auto an den Straßenrand gestellt habe. Nun laufe die Halterermittlung, um zu verhindern, dass die Straße zum Schmalzhof zu einer illegalen Müllkippe wird.

Die Anwohner von Neu-Söcking beobachten derweil die Neuregelung mit einiger Sorge. Denn sie haben in den vergangenen Monaten festgestellt, dass deutlich weniger Ortsfremde ihre Anhänger in ihren Straßen abstellen, vielleicht weil sie statt dessen die Straße zum Schmalzhof nutzen. Nun befürchten die Neu-Söckinger, dass die vertriebenen Anhänger künftig wieder ihre Parkplätze blockieren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kellerbrand rechtzeitig „gehört“
Einem Rauchmelder hat eine Pöckingerin zu verdanken, dass sie das Feuer in ihrem Keller frühzeitig entdeckte. 40 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Kellerbrand rechtzeitig „gehört“
Feuriger Abend für 30 Ehrenamtliche
Ein Feuer in einer kleinen Sauna hat am Mittwochabend zu einem Feuerwehreinsatz in Berg geführt - einige Schritte vom Gerätehaus entfernt.
Feuriger Abend für 30 Ehrenamtliche
Erneuter Raub-Alarm: Polizei sucht Zeugen
Die Polizei sucht Zeugen eines Raubüberfalls auf einen Getränkemarkt an der Starnberger Straße in Gauting. Eine sofort eingeleitete Fahndung am Dienstagabend, bei der …
Erneuter Raub-Alarm: Polizei sucht Zeugen
Afghanische Familien sind sich nicht grün
Die Polizei ermittelt gegen Mitglieder zweier afghanischer Familien. Es geht unter anderem um Beleidigung und Körperverletzung.
Afghanische Familien sind sich nicht grün

Kommentare