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Ein 38-jähriger Mann soll seine Freundin geohrfeigt haben. Nun macht er einen Antiagressionskurs.

Gericht

38-Jähriger soll Freundin geohrfeigt haben

Zwischen einem  mittlerweile getrenntem Paar kam es offensichtlich zu Handgreiflichkeiten. Das Gericht bliebt dennoch milde.

Pöcking – In ihrer Beziehung ging es nicht immer sachte zu. Dieser Tage musste sich ein Schreiner (38) vor dem Starnberger Amtsgericht wegen vorsätzlicher Körperverletzung sowie wegen Nötigung verantworten. Möglicherweise handelte es sich dabei nur um die Spitze des Eisberges. Richterin Christine Conrad ließ anklingen, dass zwei weitere Akten mit ähnlichen Fällen vorliegen, die allerdings bereits eingestellt worden seien.

Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft soll der inzwischen nach Feldafing gezogene Angeklagte seine Freundin in der ehemals gemeinsamen Pöckinger Wohnung geohrfeigt haben. Im Zeugenstand erklärte die 36-Jährige: „Wir haben uns beide noch im Bett befunden. Wir hatten davor ständig Streit. Mir war dann den ganzen Tag schwindlig und übel.“ Allerdings war sich die heute in Söcking wohnhafte Frau nicht mehr sicher, ob der Angeklagte ihr im Mai 2017 mit Absicht ins Gesicht geschlagen hatte: „Eventuell hat er einfach nur rumgelangt und ich habe es abbekommen.“ Im November 2017 soll der Angeklagte einen Plastikdeckel nach der Geschädigten geworfen haben. „Der Deckel war aus Hartplastik, das war nur eine Beule am Kopf“, so die 36-jährige Mutter eines gemeinsamen Sohnes.

Auch nach der Trennung kam es zum Streit. „Er hat es nicht akzeptieren wollen, dass ich mich von ihm getrennt hatte. Er wollte unbedingt mein Handy haben, weil er dachte, dass ich einen neuen Mann kennengelernt habe“, so die Söckingerin, die Ende August 2018 eigentlich nur ihren Sohn vom Vater abholen wollte, als die Situation eskalierte. Laut Polizeiakte griff der Angeklagte ins Auto der 36-Jährigen und zog den Schlüssel aus dem Zündschloss. Beim Gerangel zog sich die im Auto befindliche Frau eine Schramme am Arm zu.

Zwar zeigte die Geschädigte keinerlei Belastungseifer, schwer wog jedoch die lange Vorstrafenliste des Feldafingers. Pluspunkte sammelte der Schreiner mit seiner guten Portion Eigenverantwortung. Ab September wird er einen Antiaggressionskurs besuchen und fasst gemeinsam mit seiner Exfrau auch eine Familientherapie ins Auge.

Richterin Conrad fällte ihr Urteil deshalb mit Augenmaß und setzte die Bewährungsstrafe bei lediglich vier Monaten fest. Bewährungsauflage ist die Ableistung von 60 Sozialstunden. Die Bewährungszeit beträgt vier Jahre. 

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