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Tobi Lutzenberger und seine Schwester Valerie (r.) haben die Arche Noah gebaut, die hier in der Mitte zu sehen ist. Das Paradies (l.) ist von Rhea Rummel, „Jesus stillt den Sturm“ (r.) von Julia und Paula Hoppe. Saskia Deuchner (Mitte) hat die Aktion organisiert.

Wettbewerb zur Reformation

Bibelgeschichten in farbigem Plastik

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Die Bibel inspiriert. Wie sehr, zeigen Grundschulkinder im evangelischen Gemeindehaus in Pöcking. Zum Reformationsjubiläum haben sie Szenen aus der Bibel mit Lego nachgebaut. Die Ergebnisse sind sehenswert.

Pöcking – Wenn sich Kinder für eine Sache begeistern, legen sie einen unglaublichen Perfektionismus an den Tag. Die Aufforderung, Bibelszenen mit Lego oder Playmobil nachzubauen, hat einige Grundschüler aus Pöcking und Feldafing inspiriert. Die erstaunlichen Ergebnisse sind an diesem Dienstag und am Donnerstag im Evangelischen Gemeindehaus in Pöcking zu sehen. Das ist der Beitrag der Kinder zur Feier des Reformationsjahres in der Kirchengemeinde Feldafing-Pöcking.

Amelia Hiller (9) aus Feldafing und ihre Freundinnen Lena Hornstein und Olivia Nickl haben die Geschichte von Jona und dem Wal gewählt. Auf der grauen Unterlage skizzieren sie mit blauen Steinen elegant das Meer und seine Wellen. Jona wird von der Planke eines rosa Schiffes mit blauem Segel ins Meer gestoßen. Etwas entfernt ist ein großer, grauer Wal, so mächtig, dass seine Schwanzflosse über die Unterlage hinausreicht. Jona ist schon zur Hälfte in seinem Maul verschwunden. „Ich wollte unbedingt bei dem Wettbewerb der Kirche mitmachen“, sagt Amelia. Bibelgeschichten kennt sie viele, aufmerksam liest die Viertklässlerin seit vielen Jahren ihre Kinderbibel.

Ein Schiffsmotiv haben auch die Zwillinge Paula und Julia Hoppe (beide 9) mit ihren Freundinnen Emilia Voegt und Gabriela Rodriguez (beide 8) gewählt. Jesus stillt den Sturm, Evangelium nach Matthäus, 8,23-27. Die genaue Bibelstelle musste Mutter Erika Hoppe raussuchen. „Keine Ahnung, woher ihr das habt“, sagt sie. Jesus steht am Bug des Fischerbootes und beruhigt mit ausgebreiteten Armen die Wellen. „Hinter ihm stehen die Jünger“, erklärt Drittklässlerin Paula. „Ein paar sind unter Deck, es hatten nicht alle Platz oben.“ Ein durchkomponiertes Werk, das zeigt auch die Wahl der Kleidung. „Jesus hat einen weißen Mantel, alle anderen einen grauen.“ Das ist auch so bei ihrer zweiten Geschichte: die Heilung eines Gelähmten. Sie haben den Moment eingefangen, wie der Gelähmte von Freunden übers Dach zu Jesus gebracht wird. Mit Details wie der Decke des Gelähmten in einer Ecke des Hauses. Wer nachlesen will: Markus, 2,1-21.

In das Werk der Zweitklässlerin Rhea Rummel möchte sich der Betrachter sofort versenken. Ein abwechslungsreicher Garten, durch den sich ein Bach schlängelt, viele Blumen und Tiere, eine friedliche, freundliche Atmosphäre ist zu sehen. „Das sind Adam und Eva im Paradies“, erklärt die Siebenjährige. Sie hat den Garten Eden alleine gestaltet. „Nur bezüglich des Flussverlaufes habe ich sie beraten“, sagt ihre Mutter Christina Rummel. „Ich spiele viel mit Lego“, berichtet Rhea. „Wegen der Geschichte habe ich mich lange mit Papa beraten.“

Die Lego- und Playmobil-aktion hat auch den Eltern Spaß gemacht. Als der sechsjährige Tobi Lutzenberger seine Arche Noah mit selbstgebautem Elefant und Giraffe erklärt, ergänzt seine Mutter Bianca: „Das ist der Schornstein, das ist ein modernes Schiff.“ Und dann stellt sich heraus, dass es eine erste Version in Lego duplo gab, das sind die größeren Lego-Steine. „Da waren aber die Tiere als fertige Figuren dabei“, sagt Bianca Lutzenberger. „Wir wollten sehen, ob wir die Tiere nicht auch ganz aus Lego bauen können.“ Können sie: Die Taube, die das Ende der Sintflut mit einem Ölzweig ankündigt, sitzt obendrauf. Der Elefant hat ein paar bunte Flecken. „Uns hat das Lego nicht gereicht, wir mussten improvisieren.“ Tobi und seine dreijährige Schwester Valerie können sich freuen: Mama hat schon weitere Lego-Steine bestellt.

Neben den genannten sind noch viel mehr Lego-Kunstwerke zu sehen. Alle Teilnehmer bekommen einen Preis, verspricht Saskia Deuchner. Sie macht ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kirchengemeinde und hat den Wettbewerb organisiert, Elternbriefe in den Schulen verteilt und die Ausstellungsstücke entgegengenommen. Die Idee hatte Pfarrer Michael Stein. „Erst dachten wir an die Luther-Playmobil-Figur“, sagt Saskia Deuchner. „Aber die gibt es schon seit einigen Jahren, viele haben sie schon.“ Deshalb wird es ein anderer Preis für die kleinen Künstler. Sicher von Lego oder Playmobil.

„Bibel in Lego“ ist an diesem Dienstag, 31. Oktober, von 17 bis 18.45 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus, Pixisstraße 2, in Pöcking zu sehen sowie am Donnerstag, 2. November, von 10 bis 12 Uhr.

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