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2019 wird ein Jahr der Fertigstellungen: Bürgermeister Rainer Schnitzler (im Gespräch mit Merkur-Redakteurin Sandra Sedlmaier) will auch Wohnungen bauen.

So wird 2019 in Pöcking

Faires Jahr mit vielen Projekten

  • VonSandra Sedlmaier
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Das Haus der Bürger und Vereine ist am Sommer/Herbst nutzbar - darauf freut sich Pöcking.

Pöcking – Die Pöckinger Verwaltung will im neuen Jahr vor allem eines: Projekte vollenden. 2019 wird es einen neuen Pächter für den Gasthof Schauer geben, das Haus der Bürger und Vereine wird vollendet und das Gewerbegebiet am Schmalzhof bezogen. Dabei zeigt sich immer wieder: Pöcking hat auch eine gehörige Portion Glück.

Haus der Bürger

Das Haus der Bürger und Vereine ist das größte Projekt, das Pöcking derzeit verfolgt. Das Haus der Bürger steht bereits, das Dach ist drauf, die Fenster sind eingebaut. „Es wird hoffentlich im Sommer fertig“, sagt Bürgermeister Rainer Schnitzler. Das benachbarte Haus der Vereine verzögert sich etwas, weil der Untergrund sich anders darstellte als geplant (wir berichteten). Mit dessen Fertigstellung rechnet Schnitzler im Herbst. Aktuell liegen die Kosten um 130 000 Euro über den avisierten 10,5 Millionen Euro. Dabei werde es sicher nicht bleiben, ist dem Bürgermeister klar. „Es kommen noch Nachträge.“ Aber nicht mehr viele: 90 Prozent der Gewerke seien ausgeschrieben. Zu erwähnen sei auch, dass die Kostenschätzung, mit der die Gemeinde arbeite, aus dem Jahr 2016 sei. Der Index habe sich seitdem um 7,16 Prozent gesteigert. Das heißt: Die Kostensteigerung von aktuell 130 000 Euro ist sehr gering. Zudem liefen die Ausschreibungen gut. Erst gab es gar keine Angebote von Elektrikern, doch in der zweiten Ausschreibungsrunde war das Angebot genau so hoch wie kalkuliert. „Wir haben das Glück vom Goaßpeterl“, sagt Schnitzler übers Haus der Bürger und Vereine.

Aktuell wird ein Name gesucht. Wer eine gute Idee hat, soll sie bei der Gemeinde Pöcking einreichen. Zudem sucht die Gemeinde einen Wirt für die Gastronomie im Haus der Bürger. Ihn erwarten 130 Quadratmeter Gastronomiefläche, eine Terrasse und ein Biergarten.

Gasthaus Schauer

Die Gemeinde Pöcking hat einen Pächter für das denkmalgeschützte, stark renovierungsbedürftige Gasthaus Schauer in Possenhofen. Fünf Bewerber gab es, für einen hat sich der Gemeinderat entschieden. Ende Januar will es Rainer Schnitzler offiziell machen. „Vorher gibt es noch einiges zu klären.“ Die Stellplatzfrage und der Immissionsschutz etwa. Für Letzteren sei man bereits mit einem Gutachter im Gespräch. Der Investor sei aus der Region und habe Erfahrungen mit dem Denkmalschutz, sagt der Bürgermeister. „Er hat ein gutes Gastronomiekonzept und will regionale Küche anbieten – wir sind guter Dinge.“ Ebenso wie die Possenhofener. „Sie wollen eine gute Gastronomie“, ist Schnitzler nach den gut besuchten Ortsteilversammlungen überzeugt. Die Renovierung des Gebäudes wird mit Sicherheit dauern. „Ich rechne mit mindestens zwei Jahren. Vermutlich wird heuer nur geplant.“ Dann hofft er darauf, dass das Landratsamt mitspielt und die Genehmigungen zügig erteilt.

Schmalzhof

Die Erschließung des Gewerbegebiets am Schmalzhof ist voraussichtlich bis zum Sommer abgeschlossen. „Es wird bis Juni dauern, das ist realistisch“, sagt Schnitzler. Das Pöckinger Pharma-Unternehmen Mauermann wartet auf das Okay für seinen Umzug, ebenso die Schreinerei Gansneder und die Kfz-Werkstätte Rossdam. „Der Druck ist sehr, sehr hoch“, weiß Schnitzler. Dennoch müsse man warten, bis die mit der Erschließung beauftragte Firma die Freigabe erteile. „Gansneder und Rossdam werden das Baurecht voll ausnutzen und Gewerbeflächen an andere Firmen vermieten. Damit geht unser Konzept vom Handwerkerhof am Schmalzhof auf.“

Bezahlbares Wohnen

2019 will die Gemeinde Pöcking als Bauherr günstiger Wohnungen auftreten, und zwar mit Hilfe des kommunalen Förderprogramms zur Schaffung von Mietwohnraum (KommWFP). Laut Schnitzler gibt es zwei innerörtliche Flächen, die für das staatliche Förderprogramm in Frage kommen. „Die könnten wir relativ schnell nach Paragraf 34 Baugesetzbuch bebauen.“ Ein nutzbares Grundstück liege im Außenbereich, dafür müsste die Gemeinde erst einen Bebauungsplan aufstellen. „Das würde länger dauern.“ Die Gemeinde will die Wohnungen selbst verwalten. Erfahrung hat sie: „Wir haben schon ein Grundstück mit Mietshäusern, das man nachverdichten kann“, sagt Schnitzler.

Feuerwehr Maising

Ein neues, notwendiges Feuerwehrhaus für die Maisinger Wehr könnte nahe dem Ortseingang von Maising auf dem jetzigen Bundeswehrgelände entstehen. Schnitzler hofft, im Laufe des Jahres mit der zuständigen Bundesagentur für Immobilienaufgaben ins Geschäft zu kommen. Positiv sei an dem Standort, dass die Feuerwehr von dort aus sowohl Maising als auch das Bundeswehrgelände versorgen könnte. „Militärisch wird das Gelände nicht benötigt. Gerade läuft die Entbehrlichkeitsprüfung“, sagt Schnitzler. „Die Soldaten vor Ort unterstützen uns, weil die Gemeinde Pöcking für die Bundeswehr den Brandschutz stellt. Deshalb erwarten wir, dass die Bundesrepublik Deutschland auch ihren Beitrag leistet – das könnte das Grundstück sein.“

Verkehr

Die Gemeindestraße nördlich des Casinos in der General-Fellgiebel-Kaserne soll im Lauf des Jahres verlegt werden. Damit trägt die Gemeinde dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Bundeswehr Rechnung.

Am Bahnhof in Possenhofen sollen neue Fahrradständer entstehen. Damit will die Gemeinde den Bike-&-Ride-Verkehr unterstützen und auch Fahrern von wertvollen E-Bikes die Möglichkeit geben, ihren Drahtesel sicher abzustellen.

Friedhof

Im neuen Jahr will die Gemeinde Pöcking einen so genannten Friedhain schaffen: einen Park mit Bäumen für Urnengräber. „Die Bestattungsformen ändern sich total“, sagt Schnitzler. Dem trage die Gemeinde mit dieser Planung Rechnung.

Fair-Trade-Gemeinde

2019 will Pöcking zur Fair-Trade-Gemeinde werden. Schnitzler sucht dafür Freiwillige, die sich in der erforderlichen Lenkungsgruppe engagieren wollen. „Der Gemeinderatsbeschluss ist gleich gefasst, aber es braucht Menschen, die ihn umsetzen.“ Die übrigen Bedingungen seien in Pöcking bereits gegeben. Es gebe zahlreiche Geschäfte, die Fair-Trade-Waren anböten, die Gemeindeverwaltung nutze die Waren ebenfalls. Einige Freiwillige hätten sich bereits gemeldet, aber es fehle noch der Kopf: „Man braucht jemanden, der sich den Hut aufsetzt, der die anderen motiviert.“

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