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So soll das neue Bürgerhaus aussehen.

Beschluss gefasst

Freie Bahn fürs Bürgerhaus

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Pöcking – Ein jahrelanges Ringen ist zu Ende: Der Pöckinger Gemeinderat brachte am Donnerstagabend den Bau des Bürgerhauses auf den Weg. Doch zuvor flogen noch einmal die Fetzen.

Zur Vorgeschichte: Im vergangenen Jahr definierte eine Arbeitsgruppe des Gemeinderates nach langer Debatte eine Kostenobergrenze für den Bau des Bürgerhauses. Weil zuvor die Kosten derart aus dem Ruder gelaufen waren, dass das Bau mehr als 14 Millionen Euro gekostet hätte. Konsens im vergangenen Jahr: 8 Millionen Euro, keinen Cent mehr, sonst wird nicht gebaut. Das verzögerte die Planungen deutlich. Am Ende mussten sowohl die Unterkellerung als auch das Spitzdach auf dem Gebäude für Schützen und Blasmusiker weggelassen werden, um mit 7,954 Millionen Euro eine etatmäßige Punktlandung hinzulegen.

Allerdings schmeckte das ausgerechnet der PWG-Fraktion des Ersten Bürgermeisters Rainer Schnitzler so gar nicht. Bereits beim PWG-Stammtisch kündigten sie an, auf einer Unterkellerung zumindest des Nebengebäudes zu bestehen. Schnitzler fasste die Argumentation gestern folgendermaßen zusammen: Ein Haus, das 100 Jahre stehen soll, baut man nicht ohne Not ohne Keller, wenn Grund und Boden so teuer sind wie bei uns.“ Daher beantragte die PWG denn auch, die Unterkellerung in die Kalkulation mit aufzunehmen, auch wenn das Gesamtpaket anschließend teurer werden würde als die ursprünglich vereinbarten 8 Millionen.

Das sorgte im Gemeinderat natürlich für erhitzte Debatten. Ute Nicolaisen-März war auch am Freitag noch stinksauer: „Anderthalb Jahre wurde mit keiner Silbe vom Keller geredet. Wenn die PWG das unbedingt wollte, dann hätten wir – wenn es denn rechtzeitig angemeldet worden wäre – halt dafür etwas anderes beim Projekt weggelassen.“ So, wie das am Donnerstagabend gelaufen sei, sei das aber eine „Überrumplungstaktik“. Sie bezweifelte auch Bedarf und Sinnhaftigkeit des Kellerbaus. „Inklusive Steuern kostet der Keller eine halbe Million. Macht 1250 Euro pro Quadratmeter, um Faschingskostüme und die Weihnachtssterne der Gemeinde zu lagern.“ Lagerflächen ließen sich bei einem Neubau des Bauhofes deutlich günstiger schaffen.

Eventuell wird es sogar noch teurer

Mit der denkbar knappsten Mehrheit von elf zu zehn Stimmen wurde der Kellerbau beschlossen. Auch das ursprünglich geplante funktionslose Spitzdach wahrte sich durch die Hintertür noch Chance, berichtete Bürgermeister Schnitzler.

An die Planer ergeht der Auftrag, zu prüfen, ob sich im Dachgeschoss direkt über dem Schießstand Wohnungen einbauen lassen. Das Dach würde laut Schnitzler 250 000 Euro kosten, dazu käme noch der Ausbau. „Das rechnet sich“, ist sich der Bürgermeister sicher. Zudem könnten dort oben der Hausmeister und der Wirt der Bürgerhaus-Gastronomie einziehen, „die dann auch auf dem Gelände nach dem Rechten schauen könnten.“

Hierüber ist aber noch nicht entschieden. Der Bau des Bürgerhauses wurde aber mit 18 zu drei Stimmen auf den Weg gebracht. Lediglich die Grünen beharrten darauf, dass der ursprünglich vereinbarte Kostenrahmen eingehalten wird. Nun soll für den Neubau des Bürgerhauses eine Summe von 8,4 Millionen Euro aufgewendet werden – sollte das Dach wirklich zu Wohnungen ausgebaut werden, entsprechend mehr.

Die Planer können an die Ausführung gehen, die Ausschreibung vorbereiten, so dass im Juni/Juli 2017 mit den Arbeiten begonnen werden kann. Spätestens dann muss eine Alternative für die Flüchtlings-Zeltstadt gefunden worden sein. Ende 2018 soll dann das Eröffnungskonzert des Bürgerhauses stattfinden. Dabei werden, so viel ist laut Schnitzler klar, nicht die Rolling Stones, sondern die Blaskapelle spielen.

Das Bürgerhaus besteht aus zwei Gebäuden. Einem großen Quader mit Biergarten, begrüntem Innenhof, Saal und Gastronomie. Und einem zweiten Gebäude, in dem der Schützenverein und die Blaskapelle ihre neue Heimstatt finden sollen.

Am Wochenende veröffentlichten CSU, FDP und Grüne eine gemeinsame Presseerklärung zum Kellerbeschluss, die wir hier dokumentieren.

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