Liebt Beschreibungen von Orten und Landschaften: Gabriela Rodriguez mit vier ihrer Lieblingsbücher. Die Schülerin aus Pöcking hat nun den Vorlesewettbewerb gewonnen.
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Liebt Beschreibungen von Orten und Landschaften: Gabriela Rodriguez mit vier ihrer Lieblingsbücher. Die Schülerin aus Pöcking hat nun den Vorlesewettbewerb gewonnen.

Vorlesewettbewerb

Gabriela, die Meisterin des Kopfkinos

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Gabriela Rodriguez hat den landkreisweiten Vorlesewettbewerb gewonnen. Nun startet die Zwölfjährige aus Pöcking im Bezirksfinale.

Pöcking – Natürlich legt sich auch Gabriela Rodriguez gerne mal mit ihrem Handy aufs Sofa und lässt sich berieseln. Ein bisschen Youtube, ein bisschen Netflix – was Zwölfjährige eben so machen. „Das macht schon Spaß“, sagt sie. Doch – und das ist dann wohl der Unterschied zu den meisten Zwölfjährigen – ist das bei dem Mädchen aus Pöcking eher die Ausnahme.

„Lieber setze ich mich hin und lese ein Buch“, betont sie. Das sei zwar etwas anstrengender, als einen Film zu schauen, bringe ihr aber „einfach deutlich mehr“. Unter anderem die Fähigkeit, besonders gut vorlesen zu können. Gabriela, Gymnasiastin in Tutzing, hat zuletzt den Vorlesewettbewerb aller sechsten Klassen im Landkreis für sich entschieden – und will nun auch im Oberbayern-Vergleich ganz oben stehen.

Insgesamt acht Sechstklässler, die sich alle zuvor an ihren jeweiligen Schulen durchgesetzt hatten, traten beim Landkreis-Finale an. Normalerweise hätten sich dabei sämtliche Teilnehmer am Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching getroffen und dort vor ihren Mitschülern und Lehrern ein paar Minuten aus einem selbst ausgewählten Buch vorgelesen. Durch die Corona-Pandemie lief heuer aber alles anders ab. Statt eines Vorlesens vor Ort schickten die Schüler lediglich kurze Videoclips von sich an die Veranstalter nach Gilching. „Schon ein bisschen schade“, findet Gabriela. „Anders hätte es vermutlich noch mehr Spaß gemacht.“ An ihrem Erfolg änderte der Modus allerdings nichts.

Die Lehrer befanden ihr Video als das Beste, auf dem sie rund drei Minuten aus „Emma und das vergessene Buch“ von Mechthild Gläser vorgelesen hatte. „Das hat mich natürlich riesig gefreut“, sagt die Zwölfjährige. Laut der Bewertungen der Jury punktete sie vor allem an den Stellen, an denen Orte und Landschaften in dem Buch beschrieben werden. „So etwas lese ich immer besonders gerne.“ Sie schaffe es, diese durch ihr Vorlesen förmlich zum Leben zu erwecken. Luft nach oben sieht Gabriela hingegen bei sich selbst, wenn sie versucht, den einzelnen Charakteren verschiedene Stimmen zu verleihen. „Da muss ich noch ein bisschen üben.“

Zeit dazu hat sie fürs Erste bis zum 7. April – dem Einsendeschluss für das Bezirksfinale, der nächsten Stufe des Wettbewerbs, der am Ende einen deutschlandweiten Sieger hervorbringt. Das große Finale sei zwar noch ein gutes Stück entfernt, eine Runde würde Gabriela aber schon gerne noch weiterkommen. „So ehrgeizig bin ich einfach“, sagt sie und lacht.

Dafür muss sie aber erst einmal entscheiden, aus welchem Buch sie beim Oberbayern-Entscheid vorliest. In jeder Runde muss es ein anderes von einem anderen Autor als zuvor sein. Eine konkrete Idee hat sie bislang noch nicht. „Aber Hauptsache, es ist eine Stelle, bei der man viele schöne Dinge beschreiben und so richtig darin eintauchen kann“, sagt Gabriela. „Wie bei einem Kopfkino, wenn man alles um sich herum vergisst.“ Eine tolle Vorstellung. Und mal ganz ehrlich: Damit können Netflix und Co. schlichtweg nicht mithalten.

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