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Feuerwehr und DLRG sind in Pöcking allzeit einsatzbereit.

Haus der Retter

Trautes Heim für Feuerwehr und DLRG

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In Pöcking könnte demnächst das nächste große Bauprojekt anstehen. Es gibt erste Überlegungen, statt bloß eines neuen Feuerwehrgerätehauses gleich ein „Haus der Retter“ für Feuerwehr und DLRG zu bauen.

Pöcking – Dass die Feuerwehr in Pöcking dringend mehr Platz braucht, ist seit Jahren bekannt. Dass dafür ein Neubau neben dem Autohaus Bauer an der Weilheimer Straße entstehen soll, auch. Neu ist allerdings, dass nun auch die Deutsche Lebensrettungs Gesellschaft (DLRG) in Pöcking erheblichen Platzbedarf angemeldet hat. Denn die Lebensretter brauchen, um ihre vielfältigen Aufgaben ehrenamtlich zu übernehmen, nicht nur Boote, sondern zunehmend auch Fahrzeuge.

Neben dem bereits vorhandenen Wassernotfahrzeug, das derzeit in einer Garage beim Bauhof untergestellt wird, sollen noch heuer zwei weitere Fahrzeuge beschafft werden. Ein Einsatzleitwagen für Großlagen im gesamten Landkreis und ein Rettungshundefahrzeug, berichtet Walter Kohlenz von der DLRG im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Die Fahrzeuge haben mindestens die Größe eines Mercedes Sprinter. Mit Anhänger macht das eine ganz schöne Länge aus“, so Kohlenz.

Gemeinsame Küche spart viel Geld

Die DLRG in Pöcking – der Verein zählt rund 200 Mitglieder, darunter 40 Aktive und 70 Kinder und Jugendliche – wandte sich deshalb mit einem Vorschlag an die Gemeinde. Inhalt: Wenn ohnehin für die Feuerwehr neu gebaut wird, warum nicht gleich eine Nummer größer, damit auch die DLRG das Gebäude mitnutzen kann? „Es würden sich zahlreiche Synergieeffekte ergeben“, wirbt Kohlenz. Ob nun ein gemeinsam genutzter Besprechungsraum, eine Küche für die Einsatzkräfte oder die Industriewaschmaschinen für die Reinigung der Einsatzkleidung – man könnte das alles einmal anschaffen und dann für beide Vereine nutzen.

Die ersten Gespräche mit der Feuerwehr und der Gemeinde seien schon gelaufen, so Kohlenz weiter. Das bestätigt auch der zweite Bürgermeister der Gemeinde Pöcking, Albert Luppart. Er vertritt gerade Rainer Schnitzler, der im Urlaub ist. „Prinzipiell ist das eine gute Idee“, fasst Luppart die bisherigen Diskussionen zusammen. Fakt ist, dass neben den drei Einsatzfahrzeugen, die die DLRG in Pöcking haben wird, auf absehbare Zeit noch zwei weitere – ein Kommandowagen für die First Responder und ein Sanitätsfahrzeug – hinzukommen werden. Und die müssen irgendwo abgestellt werden. „Eine Erweiterung des DLRG-Standorts am See ist nicht möglich“, stellt Luppart klar: „Man kann nicht einfach so im Badegelände eine große Garage hinstellen.“

Altes Gerätehaus wäre keine optimale Lösung

Offen diskutiert wurde auch der Vorschlag, dass die DLRG das heutige Feuerwehrgerätehaus direkt neben dem Rathaus übernimmt, wenn die Kameraden der Feuerwehr in ihr neues Domizil einziehen. „Da haben wir aber das Problem, dass die Fahrzeuge samt Anhänger von der Länge her nur schwer in die Halle passen“, erklärt Walter Kohlenz von der DLRG. Zudem steht das heutige Feuerwehrgerätehaus auf einem „Sahnegrundstück“ im Ortszentrum, das sich auch für eine Wohn- oder Büronutzung vermarkten ließe.

Keine Option ist zudem, dass die DLRG gemeinsam mit dem BRK in Pöcking ein Gebäude bezieht. Denn das BRK, das sich dem Vernehmen nach ebenfalls für eine Fläche in der Nähe des Rathauses interessiert, will vor allem seine Verwaltung in dem Neubau unterbringen.

Drei bis fünf Jahre kann es noch dauern

Es spräche also viel für das vorgeschlagene Haus der Retter direkt an der Weilheimer Straße in Pöcking. Dazu passt, dass die Gemeinde ohnehin beschlossen hat, die heutige Brachfläche zwischen Autohaus und Birkenstraße mit Blick darauf überplanen zu lassen, dass hier künftig neben der Feuerwehr auch der Gemeindebauhof unterkommen könnten. Der befindet sich derzeit laut Luppart in einem Wohngebiet.

Bis allerdings die Planungen abgeschlossen und der Bau des Hauses der Bürger und Vereine, der nun Priorität hat, abgeschlossen sind, dauert es noch eine Weile. Entscheidet sich der Gemeinderat für ein „Haus der Retter“, könne es bis zum Bezug durchaus noch drei bis fünf Jahre dauern, schätzte Luppart gestern.

Feuerwehr ist für alles offen

So lange werden sich auch Feuerwehr-Kommandant Georg Kammerlocher und seine 40 aktiven Kameraden noch gedulden müssen. „Wir finden die Idee, gemeinsam mit der DLRG ins Haus der Retter zu ziehen, prinzipiell nicht schlecht“, sagte er. Schlussendlich müsse man jetzt schauen, was die Planer dazu sagen. Bis dahin müssen die Feuerwehrleute aufpassen, dass sie gertenschlank bleiben. Im Dezember kommt das neue, 8,60 Meter lange Hilfeleistungslöschfahrzeug. In der zehn Meter langen Halle wird es dann eng, denn direkt hinter dem neuen Auto stehen die Spinde.

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