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Quietschvergnügt und gut behütet spielten gestern Theresa, Mia, Raphael, Marinus und Constantin im Gemeindekindergarten in Pöcking. Der ist so beliebt, dass jetzt eine dritte Ganztagesgruppe eingerichtet werden soll. 

„Verdoppeln. Punkt.“

Kindergartengebühren sollen steigen

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Der Gemeindekindergarten in Pöcking soll eine dritte Gruppe für die Ganztagsbetreuung bekommen, wenn sich geeignetes Personal findet. In diesem Zusammenhang sollen wahrscheinlich auch die Gebühren, die die Eltern zahlen, angehoben werden.

Pöcking – Die Mitarbeiterinnen des Gemeindekindergartens in Pöcking leisten tolle Arbeit. Das zeigt sich schon daran, dass immer mehr Eltern ihre Kinder gern in der Einrichtung unterbringen wollen. So viele, dass sich der Haupt- und Finanzausschuss des Gemeinderates am Dienstagabend nun mit der Frage beschäftigen musste, ob man ab dem Spätsommer eine dritte Ganztagsgruppe eröffnen will.

„Der Bedarf besteht“, stellte Bürgermeister Rainer Schnitzler zu Beginn klar. Wenn man eine zusätzliche Ganztagsgruppe für 15 Kinder einrichten wolle, dann müssten dafür zwei Kinderpflegerinnen in Teilzeit zusätzlich eingestellt werden. Das würde, rechnete Geschäftsleiter Sven Neumann mit spitzem Stift vor, nach Abzug der Elternbeiträge und der Zuschüsse des Freistaats Bayern Mehrkosten von rund 31 000 Euro pro Jahr für die Gemeinde bedeuten.

Angesichts eines Zuschusses von rund 440 000 Euro, den die Gemeinde im vergangenen Jahr allein für den Gemeindekindergarten zahlen musste, ein überschaubarer Mehraufwand. Allerdings gebe es einige Unwägbarkeiten, warnten Neumann und Schnitzler unisono. Da sei das immer größere Problem, geeignete Bewerber für die beiden neuen Stellen zu finden. „Zwei Kinderpflegerinnen für 20 Stunden in der Woche, die ausschließlich am Nachmittag eingesetzt werden – das wird nicht leicht“, sagte Geschäftsleiter Neumann. Und redete sich in Rage: „Alle reden in Berlin davon, dass die Angebote attraktiver gemacht werden sollen und von Gebührenfreiheit – aber keiner tut etwas dafür, den Beruf attraktiver zu machen. Den Platz schaffen ist leicht, aber ohne das passende Personal sinnlos.“

Schlussendlich einigte sich der Ausschuss einstimmaig darauf, eine dritte Gruppe einzurichten, wenn klar ist, dass auch die nötigen Betreuer vorhanden sind.

In diesem Zusammenhang soll auch die Kindergartensatzung überarbeitet werden. Und damit auch die Gebühren, die die Eltern für die Betreuung der Kleinen bezahlen müssen. Neumann hatte in den Nachbargemeinden recherchiert und meinte: „Wir sind mit Abstand am billigsten.“ Mit Blick auf die Preise im Umfeld müsse man über eine Erhöhung reden. Barbara Baumer (PWG) schaute nur kurz auf die Tabelle mit den Vergleichszahlen und meinte: „Verdoppeln. Punkt.“ Andere Ausschussmitglieder hatten da mehr zu sagen. Sie debattierten darüber, ob es wie in Starnberg auch Nachlässe für Geringverdiener geben solle – ergebnisoffen. Die Gemeinde soll nun bis Mai Vorschläge unterbreiten, wie viel die Eltern in Zukunft zahlen müssen. Das müsse auch mit dem Pius-Kindergarten abgestimmt werden, so Bürgermeister Schnitzler: „Wenn die nicht mitziehen, können wir ihr Defizit nicht mehr ausgleichen.“

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