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Nächster Schritt zum neuen Friedinger Hof

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Von: Stephan Müller-Wendlandt

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Ein Bild aus vergangenen Tagen: Vor rund einem Jahr stand der Friedinger Hof in Pöcking noch, die Abbrucharbeiten begannen kurz danach. Die Form des imposanten Gebäudes will der Neubau wieder aufnehmen.
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Vor rund einem Jahr stand der Friedinger Hof in Pöcking noch, die Abbrucharbeiten begannen kurz danach. Die Form des imposanten Gebäudes will der Neubau wieder aufnehmen. © Andrea Jaksch

Die Eigentümer des abgerissenen Friedinger Hofs in Pöcking möchten das Bauernhaus im alten Stil wieder aufbauen.

Pöcking – Wegen Baufälligkeit ist im vorigen Jahr eine der letzten historischen Hofstellen in Pöcking abgerissen worden: der Friedinger Hof an der Feldafinger Straße, dessen Ursprünge bis ins 17. Jahrhundert dokumentiert sind. Die Eigentümer des Areals, eine Erbengemeinschaft, möchten das Ensemble nun wiederbeleben und den geplanten Neubau im Stil des Bauernhauses errichten.

Dem Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats lag diese Woche der Antrag auf Bebauungsplanänderung vor. Denn die Antragsteller beabsichtigen, das Baufenster zu verlängern und zu verschieben und den Neubau für Wohnen und Gewerbe zu nutzen. Die landwirtschaftliche Nutzung war bereits 2010 nach dem Erbfall in den Außenbereich verlegt worden.

Bürgermeister Rainer Schnitzler warb für das Vorhaben. Es tue ihm in der Seele weh, wenn er die große Baulücke in direkter Nachbarschaft von Rathaus und Kindergarten sehe. „Da muss was Neues hin“, sagte Schnitzler, „und es würde mich freuen, wenn die alte Hofstelle wieder auflebt.“ Die Antragsteller wollten eine gute Lösung für das gesamte Areal. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde auf die Unterstützung der Erbengemeinschaft angewiesen sei, wenn es um einen Gehweg aus den westlichen Ortsteilen zur Grundschule gehe.

Stadtplanerin Manuela Skorka erläuterte die Baupläne. Das Hauptgebäude soll nach Westen hin verlängert werden. Statt des früheren Kuhstalls soll ein Querbau mittig an die Nordseite des Haupthauses angedockt werden. Sie schlug vor, diesen Anbau weiter nach hinten zu verschieben, um das Erscheinungsbild des Hauptgebäudes nicht zu beeinträchtigen. Vorteilhafter sei, statt des ehemaligen Stalls ein neues Solitärgebäude mit Verbindung zum Haupthaus zu stellen. Beide Varianten sollen mit dem Bauwerber diskutiert werden. Die Schaffung einer Tiefgarage begrüßte Skorka, das reduziere oberirdische Stellplätze.

Wie Andrea Herold, Sprecherin der Erbengemeinschaft, gegenüber dem Starnberger Merkur mitteilte, wollen die Erben das Bauprojekt in Eigenregie umsetzen. Vor wenigen Jahren hatte sich der BRK-Kreisverband für das Areal interessiert. Kreisgeschäftsführer Jan Lang bestätigte auf Anfrage die Suche nach einem neuen Domizil für das BRK im Landkreis, um die auf mehrere Standorte verteilte Kreisgeschäftsstelle sowie Dienstleistungen wie ambulanten Pflegedienst, Hauswirtschaftsdienst oder Essen auf Rädern in Pöcking zu konzentrieren. Dabei habe man auch ein Auge auf das Friedinger-Gelände geworfen. „Es war schwierig, die unterschiedlichen Interessen der Erbengemeinschaft und die unsrigen unter einen Hut zu bringen“, sagte Lang.

Letztlich hätten zeitliche und baurechtliche Unwägbarkeiten „große Fragezeichen“ hinter das Projekt gesetzt. „Wir waren nicht sicher, ob wir unsere baulichen Anforderungen an der Feldafinger Straße hinreichend hätten umsetzen können.“ Der Kreisverband wolle Sicherheit für 30 bis 40 Jahre haben und nicht bereits in fünf Jahren wieder vor räumlichen Problemen stehen. Lang: „Deshalb haben wir hinter das Friedinger-Areal einen Haken gemacht.“

Nachdem sie vom BRK nichts Konkretes mehr gehört habe und auch ein anderer Interessent abgesprungen sei, werde die Erbengemeinschaft nun ohne weiteren Investor agieren, erklärte Herold. Wo das Bauernhaus stand, soll ein Wohnhaus mit Mietwohnungen entstehen. Der Ersatzbau für den Kuhstall ist für Büros vorgesehen. „Meine Idee ist es, dort über den Landesverband für Angehörige psychisch Kranker, dessen Mitglied ich bin, eine Selbsthilfegruppe anzusiedeln“, so Herold. In den Nebengebäuden sind ein Familien-Café sowie ein Hofladen zur Vermarktung regionaler Produkte geplant.

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