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Zahlreiche Schilder weisen am Sternweg in Pöcking darauf hin, dass hier kleine Kinder zur Schule laufen. Oft genug sind es aber gerade die gestressten Fahrer der Elterntaxis, die deutlich schneller unterwegs sind.

Verkehrsberuhigung

Sprungschanze für rasende Elterntaxis

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Am Dienstag hat auch im Landkreis Starnberg wieder die Schule begonnen. Kein Wunder, dass die Schulwegsicherheit die Debatte im Bauausschuss der Gemeinde Pöcking dominierte.

Pöcking – Die Lage der Schule selbst ist nahezu ideal: Mitten im Grünen, am Ende des Sternwegs. Doch der Weg dahin birgt viele Gefahren. Insbesondere die Kreuzung von Sternweg, Parkstraße und der vielbefahrenen Hindenburgstraße ist den Gemeinderäten seit Jahren ein Dorn im Auge. Nun soll sich endlich auch baulich etwas tun.

Am Montagabend wurde im Bauausschuss eine Studie vorgestellt, die das Ingenieurbüro Twiehaus aus Tutzing gemeinsam mit Christian Fahnberg von Ingevost aus Planegg durchgeführt hatte. Zweimal – einmal im Jahr 2012 und einmal im November 2016 – wurden dafür die Verkehrsströme in diesem Bereich analysiert.

Rund 3500 Fahrzeuge werden pro Werktag auf der Hindenburgstraße gezählt, berichtete Fahnberg. Am generellen Verkehrsaufkommen habe sich dabei in den vergangenen Jahren nicht viel geändert. Das Aufkommen an Fußgängern – zumeist Schulkinder – in diesem Bereich sei zeitweise erheblich. Im Rahmen einer weiteren Zählung im Mai 2017 seien immerhin binnen 20 Minuten zwischen 7.40 und 8 Uhr 85 Fußgänger registiert worden. In diesem Zeitraum herrschte auch auf dem Sternweg zur Schule Rush-Hour. 23 Elterntaxis brausten die Straße entlang, um die Kleinen noch vor der Arbeit abzusetzen und danach ins Büro zu eilen. „Gerade diese Stressfahrer gefährden die Schulkinder, die zu Fuß unterwegs sind, am meisten“, so Planer Fahnberg. Nicht weniger gefährlich sei die Lage auf der Hindenburgstraße, die vom Ortszentrum zum S-Bahnhof und von dort aus weiter nach Possenhofen, Feldafing und Tutzing führt.

„Die Reduzierung der erlaubten Geschwindigkeit von 40 auf 30 Kilometer pro Stunde brachte gar nichts“, verkündete der Ingenieur die bittere Erkenntnis. Die Messungen hätten gezeigt, dass deutlich schneller gefahren werde. Die Konsequenz: „Wenn Sie in diesem Bereich die Geschwindigkeit senken wollen, müssen sie bauliche Veränderungen vornehmen.“

Fahnberg schlägt vor, die Hindenburgstraße in diesem Bereich zu verschmälern. Nur noch 4,75 Meter soll die Straße künftig breit sein, dafür die Gehwege auf rund zwei Meter Breite wachsen. „Das ist breit genug für die meisten Fahrzeugbegegnungen“, so der Planer. Einzig, wenn sich Busse und Lastwagen begegnen, würde das zu eng. Aber das komme im Durchschnitt nur achtmal pro Tag vor. Dann müsse halt etwas rangiert werden.

Als zweite Maßnahme schlug Fahnberg die Errichtung einer so genannten „Sinusschwelle“ an der Einfahrt zum Sternweg vor. Will meinen, dass auf einer Länge von rund fünf Metern die Straße auf das Niveau des Gehwegs – rund acht Zentimeter Höhe“ – angehoben wird. Rampen vorn und hinten sorgen dafür, dass der Schneepflug und die Elterntaxen keine Probleme haben, die Schwelle zu befahren. Wenn sie denn die vorgeschriebenen 30 km/h einhalten.

Nach umfangreicher Debatte befürwortete der Ausschuss mehrheitlich die vorgeschlagenen Baumaßnahmen. Nun soll das Starnberger Büro Ott die Ausführungsplanung übernehmen und der Bau im Winter ausgeschrieben werden. Dann könnte im Frühjahr mit den rund 137 000 Euro teuren Umbaumaßnahmen begonnen werden, die die Raser spürbar einbremsen sollten.

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