Umweltschutz

Pöcking steigt aus Glyphosat-Ausstieg aus

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Pöcking greift auf Friedhofswegen wieder auf das hochumstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zurück. 

Pöcking – Die Grünen im Pöckinger Gemeinderat waren nicht amüsiert: Die Gemeinde ist vorübergehend aus dem Glyphosat-Ausstieg ausgestiegen. Im vergangenen September hatte der Gemeinderat nach intensiver Debatte beschlossen, dass das hochumstrittene Unkrautvernichtungsmittel, das im Verdacht steht, Krebs zu verursachen, auf den von der Gemeinde bewirtschafteten Flächen nicht mehr eingesetzt werden darf. 

Geschäftsleiter: „Wir hatten das kolossal unterschätzt“

Schon damals waren die Grünen unzufrieden gewesen, denn ihr ursprünglicher Antrag hatte wesentlich weiter geführt. Demnach hätte der Gemeinderat ursprünglich auch allen Landwirten empfehlen sollen, auf Glyphosat, das unter anderem in dem Unkrautvernichtungsmittel „RoundUp“ eingesetzt wird, zu verzichten. Das hatte den meisten Gemeinderäten damals allerdings zu weit geführt. 

Nun räumt der Geschäftsleiter Sven Neumann im Gemeinderat ein, dass es heuer nichts wird mit dem Glyphosatverzicht auf den Gemeindeflächen. „Wir hatten das kolossal unterschätzt“, sagte er. Das Unkrautvernichtungsmittel werde ohnehin nur auf dem Friedhof eingesetzt. Aber dort würde das Unkraut auf den Wegen derart wuchern, dass man mit Hochdruck und Heißwasser sowie der Hilfe von Flüchtlingen, die das Unkraut ausreißen, der Lage nicht mehr Herr werde. Daher soll heuer noch einmal gespritzt werden. Ab kommenden Jahr will man aber auf Glyphosat verzichten.

Rubriklistenbild: © dpa

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