+
Äußerlich so gut wie fertig: Das Haus der Bürger in Pöcking öffnet mit der Veranstaltungswoche vom 8. bis zum 17. November seine T üren. 

Nach knapper Abstimmung im Gemeinderat

Pöckinger Bürgerhaus heißt „Beccult“

  • schließen

Das Pöckinger Haus der Bürger und Vereine wird „Beccult“ heißen. Die Wortschöpfung greift einerseits die Ortsgeschichte, andererseits den Begriff Kultur auf. Die Idee von Amelie Erhard setzte sich im Gemeinderat durch – knapp mit 10:9 Stimmen.

Pöcking – So knapp das Abstimmungsergebnis über den Namen des neuen Pöckinger Bürgerhauses war – mit der Grundidee waren die meisten Gemeinderäte einverstanden. Nur an den Details, sprich an einzelnen Buchstaben, hätten sie gerne noch ein bisschen gedreht. Rein statitisch ging’s nicht knapper: Mit 10:9 stimmte das Gremium in der Sitzung am Donnerstagabend für die Wortschöpfung „Beccult“.

Ins Spiel gebracht hatte sie – als einen von 53 Namensvorschlägen (siehe Kasten) – Amelie Erhard (SPD). Der zweite Wortteil bedarf keiner großen Erklärung. „Cult“ steht für das, was sich im Saal ereignen wird: Kulturveranstaltungen. Mit Teil eins bezieht sich die älteste Gemeinderätin auf die Ursprünge Pöckings. In ihrem schriftlich eingereichten Vorschlag zitiert sie aus der Chronik der Altgemeinde von Leonhard Poelt mit dem Titel „Von Peccingen und Pozzenhoven“. Auf Seite 13 geht es um „Becco, den sagenhaften Gründer unseres Dorfes“, der allerdings „keine historisch belegte Gestalt“ sei. Es ist also durchaus umstritten, ob es tatsächlich einst einen Sippen- oder Clan-Ältesten namens Becco gab. Fest steht: In alten Urkunden wird der Ort „Beccgingen“ genannt, und heute verläuft nahe des S-Bahnhofs Possenhofen die Beccostraße.

„Beccult“ ist mit nur zwei Silben kurz und einprägsam

Für die Namensfindung hatten sich Vertreter der Gemeinderatsfraktionen Ende Juni zusammengesetzt. Dass sich am Ende die Idee einer Gemeinderätin durchsetzte, sei „reiner Zufall“, betonte Bürgermeister Rainer Schnitzler. Weil „Beccult“ mit zwei Silben kurz und einprägsam ist und sich der Inhalt auf die Gemeinde und die Funktion bezieht, habe die Gruppe einstimmig dafür gestimmt. Schnitzler nannte das Gautinger Bosco als Vergleich. „Das ist auch griffig und wird von jedem verwendet.“

Ludwig Gansneder wollte das Haus lieber „Pöckult“ taufen. „95 Prozent der Leute können mit dem alten Begriff nichts mehr anfangen“, meinte er. Nach dieser Wortmeldung keimte kurz eine Diskussion auf, ob ein P als Anfangsbuchstabe nicht geschickter wäre. Nikolaus Eppinger (PWG) sagte, er sei in der Namens-Gruppe gesessen, könne sich aber trotzdem eine kleine Modifizierung vorstellen. Ähnlich äußerte sich Wolfram Staufenberg (CSU).

Hans-Christoph von Gronau (Grüne) bat schließlich darum, die Diskussion zu beenden und abzustimmen. „Wenn der Vorschlag nicht durch geht, müssen wir uns was Neues überlegen.“ Er ging bekanntlich durch.

Das waren die anderen Namensvorschläge:

 Auf Nachfrage des Starnberger Merkur teilt Albert Luppart die anderen Vorschläge, die im Rennen waren, mit. Weil sich der Kulturreferent so stark für das Bürgerhaus eingesetzt hat, wollte es ein Pöckinger sogar „Luppidrom“ taufen. Von den 53 Einsendungen der Bürger doppeln sich manche. Mehrfach spielen sie auf das Pöckinger Wappentier an – unter anderem mit „Eulenburg“, „Eulendom“, „KultEule“ oder dem italienischen „Gufo“. Nüchterner kommen Vorschläge wie „Event- und Freizeit-Zentrum am Stockerbichl“, „Bürgerdom“, „Fünf-Seen-Land-Halle“, „Pöckinger Gemeindezentrum“ oder „Keltenschanze“ daher. Mit Humor gesegnet sind die Ideen „Pömuckl“, „Gmoaheisl“ oder „Endlich“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tempo 30 und die Krux mit dem Gehweg
Für die Gautinger Ortsteile Ober- und Unterbrunn wurde ein neues Verkehrskonzept entwickelt. Einige Dinge sollen sich nun ändern. 
Tempo 30 und die Krux mit dem Gehweg
Rekordjahr für den See-Neptun
Gemeinsames Liedersingen am Lagerfeuer und eine maritim anmutende Version des Nikolauses - damit unterhielten die ehrenamtlichen Helfer der Wasserwacht Pilsensee am …
Rekordjahr für den See-Neptun
Fairtrade-Kochshow in Tutzing: Unterhalten, informieren, essen 
In der Tutzinger Benedictus-Realschule gab es am Mittwochabend eine afrikanische Couscous-Pfanne. Zubereitet wurde sie im Rahmen einer Fairtrade-Kochshow. 
Fairtrade-Kochshow in Tutzing: Unterhalten, informieren, essen 
Digitaler Pakt Herrschinger Art
Die Gemeinde Herrsching greift für ihre Grund- und Mittelschule tief in die Tasche. 1,75 Millionen Euro fließen im kommenden Jahr in Sanierung und Digitalisierung der …
Digitaler Pakt Herrschinger Art

Kommentare