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Tag der Freude: Bürgermeister Rainer Schnitzler (am Rednerpult) feierte mit rund 200 geladenen Gästen und einem Mittagessen die Fertigstellung des „Beccult“, des Pöckinger Hauses der Bürger und Vereine. 

Haus der Bürger und Vereine in Pöcking eingeweiht

„Beccult“: ein einfaches, ehrliches Gebäude

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Ein Pöckinger Herzensprojekt hat gestern seinen offiziellen Abschluss erfahren. Mit rund 200 geladenen Gästen feierten Bürgermeister Rainer Schnitzler und Kulturreferent Albert Luppart die Eröffnung des „Beccult“, des Hauses der Bürger und Vereine.

Pöcking Das „Beccult“ hat allen Beteiligten Zeit, Geld und Nerven abverlangt. Zuletzt am Samstagabend, als Bürgermeister Rainer Schnitzler seinen Stellvertreter, Kulturreferent Albert Luppart, anrief und ihm mitteilte, dass in den Toiletten das Wasser nicht laufe. Luppart, nach jahrelanger Planung, Umplanung und Realisierung des Bürger- und Vereinshauses höchst erfahren und bestens vernetzt, alarmierte den zuständigen Sanitärbetrieb, der die Misere am Sonntagvormittag kurz vor Beginn der offiziellen Einweihungsfeier schnell behob. Die rund 200 Gäste bemerkten davon rein gar nichts – sie genossen die angenehme Atmosphäre in dem hellen Saal mit den weiß lasierten Holzwänden, dem Eichenparkett und der guten Akustik. Die Vertreter des Gemeinderats, der Verwaltung und der am Bau beteiligten Firmen strahlten vor Freude.

Die Geschichte mit den Toiletten ist nur eine der Anekdoten, die gestern im „Beccult“ erzählt wurden. Bürgermeister Schnitzler hätte sicher noch einige mehr beisteuern können. Der Rathauschef begleitet den Traum der Pöckinger von einem Bürgersaal seit seiner Wahl 2002. Da hatte sein Vorgänger Konrad Krabler bereits ein Grundstück erworben und einen ersten Planungswettbewerb organisiert. Bis zum Spatenstich für das „Beccult“ im April 2018 verging viel Zeit mit einem weiteren Wettbewerb, zahlreichen Schocks angesichts der Entwicklung der avisierten Baukosten hin zu einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag und darauf folgende Umplanungen. Aber, das unterstrichen sowohl der Rathauschef als auch der Architekt des Hauses, Tom Frank: „Das städtebauliche Grundkonzept mit Anordnung der Gebäude und dem Atrium ist dasselbe.“

Es gab einen Wechsel des Baustoffs von Sichtbeton zu Holz – 900 Kubikmeter Holz wurden verbaut –, einen Wechsel vom Flach- zum Satteldach und einen Verzicht auf eine Tiefgarage. Architekt Frank hat offensichtlich schwer am Pöckinger Bürgersaal arbeiten müssen. „Ich hatte noch nie ein Projekt, das mich so lange beschäftigt hat und das so durchweg von den Kosten bestimmt war.“ Aber, fügte er an: „Ich hatte auch noch nie ein Projekt, in das so viel Persönliches eingeflossen ist und ich so zufrieden sein konnte.“ Die tatsächlich angefallenen Kosten von knapp 11 Millionen Euro erwähnte gestern niemand der offiziellen Redner. Architekt Frank sagte: „Es war ein irrational niedriges Budget für ein solches Projekt.“ Das habe dazu geführt, dass „ein einfaches, ehrliches Gebäude“ entstanden sei. Aus der Not hat er mit seinem Team oft eine Tugend gemacht. Die günstigen Holzlamellen etwa, hinter denen die Haustechnik sichtbar ist, machen den Saal nicht nur luftig, sondern auch lebendig.

Schnitzler gab seiner Freude über das Ergebnis der langen Planungen deutlich Ausdruck. Das „Beccult“ passe optisch bestens zum bäuerlichen Straßendorf Pöcking, es habe alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung. Dazu biete es zwei Vereinen, den Wildschützen und der Blaskapelle, eine Heimat. Es war offensichtlich ein Tag großer Freude für den Bürgermeister.

Ebenso für Kulturreferent Luppart. Er gab einen Ausblick auf das Kulturprogramm der kommenden Woche (siehe Kasten) und verwies auf das zukunftsweisende Energiekonzept des Hauses mit Wärmepumpe und PV-Anlage.

Der stellvertretende Sprecher der Bürgermeister im Landkreis, Manfred Walter, gratulierte den Pöckingern, ebenso Landrat Karl Roth. Der katholische Pfarrer Leander Mikschl und sein evangelischer Kollege Michael Stein segneten das Gebäude. Sie reihten sich in die guten Wünsche für das Haus ein: „Feiert schön!“

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