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Pöckings Projekte in 54 Minuten: Was läuft - und was besser hätte laufen können

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Von: Tobias Gmach

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Bürgermeister Portrait-Porträt Rainer Schnitzler, PWG, Parteilose Wählergruppe Pöcking
Bürgermeister Rainer Schnitzler informierte über die Lage seiner Gemeinde Pöcking. © Stefan A. Schuhbauer - v. Jena 

Vieles läuft gut, vieles ist geschafft: Das könnte ein Fazit aus der Video-Botschaft von Bürgermeister Rainer Schnitzler an die Pöckinger sein. Sogar beim stockenden Thema E-Ladesäulen sieht er nun Licht am Ende des Tunnels. Die Finanzlage der Gemeinde ist entspannt – mit kleinen Einschränkungen.

Pöcking – Verschiedene Kameraperspektiven, Top-Bildqualität, indirekte dunkelblaue Beleuchtung: Ähnlich professionell wie schon Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik präsentierte Rainer Schnitzler aus Pöcking die Lage seiner Gemeinde – als Ersatz für die ausgefallene Bürgerversammlung. Das Video auf www.poecking.de dauert 54 Minuten, den Rechenschaftsbericht gibt’s dort aber auch als 40-seitiges Dokument. Ihre Fragen können die Bürger ebenfalls digital loswerden: per E-Mail an buergerversammlung@poecking.de.

Schnitzler sitzt entspannt im offenen Trachtenjanker vor Laptop und Tablet. Nach ein paar Worten zum schwierigen Corona-Jahr geht es ums Geld. „Die Finanzlage der Gemeinde ist nach wie vor gut“, sagt der Bürgermeister. Aber man müsse die einbrechenden Steuereinnahmen im Auge behalten in den kommenden Jahren. Wie andere Gemeinden rechnet Pöcking heuer mit 5,5 Prozent weniger Beteiligung an der Einkommensteuer. Die Gewerbesteuer ist laut Schnitzler trotz Corona stabil, die Einnahmen belaufen sich allerdings auf „nur“ 5 statt 27 Millionen im Vorjahr. Die Erklärung: „Damals gab es viele Abschlusszahlungen von Unternehmen.“ Bei den Ausgaben ist die Kreisumlage mit rund 18 Millionen Euro der größte Posten, außerdem nennt der Bürgermeister die 1,8 Millionen Kita-Betriebskostenförderung explizit. Des Weiteren weist er auf Grundstückskäufe der Gemeinde, den Umbau der Ortsmitte von Possenhofen im Zuge der Sanierung des Gasthauses Schauer, die Erschließung des Gewerbegebiets am Schmalzhof und die Investitionen ins Beccult hin.

Beccult-Wirt bietet LIeferservice

Für das mittlerweile ein Jahr alte Veranstaltungshaus hat die Gemeinde wie berichtet einen Wirt gefunden. Dominic Bernhard würde seine bodenständige Küche im „Kommod“ eigentlich gerne am 1. Dezember öffnen – was er aus Lockdown-Gründen bekanntlich nicht darf. Er werde aber einen Lieferservice anbieten, verkündet Bürgermeister Schnitzler und verbindet das gleich mit dem Appell an die Bürger, die einheimische Wirtschaft zu unterstützen.

Mit den Arbeiten an den Außenanlagen vor dem Beccult ist Schnitzler nicht zufrieden. „Die haben sich viel zu lange hingezogen.“ Mit dem „Beitrag der Gemeinde zum Klimaschutz“ schon. 49 Bäume habe man dort schon pflanzen lassen, 42 weitere stehen noch aus. Für das Gewerbegebiet Schmalzhof spricht er von rund 100 Bäumen – und 2053 Sträuchern. „Da geht’s richtig schön voran“, sagt Schnitzler in die Kamera. „Die Rohbauten stehen, die Dächer sind drauf.“

E-Mobilität soll noch heuer nächsten Schritt machen

Überhaupt nicht voran ging es in Pöcking beim Thema E-Mobilität. Anfang Februar hatte der Gemeinderat beschlossen, zwei Ladesäulen für elektrische Fahrzeuge aufzustellen. Seitdem sei der Bürgermeister vielfach angesprochen worden. Seine Rechtfertigung für die Verzögerung: „Sie glauben gar nicht, was für ein Abstimmungsthema es ist, dass man da mal zum Strom kommt.“ Eine Ladesäule am Parkplatz hinter dem Rathaus steht mittlerweile, ist aber nicht ans Netz angeschlossen. Die zweite soll am Beccult in Betrieb gehen. Schnitzler zeigt sich zuversichtlich, „dass man noch heuer in Pöcking elektrisch tanken kann“.

Schnitzlers Rechenschaftsbericht streift eine ganze Reihe größerer Projekte in der Gemeinde: die geplante Belebung des „identitätsstiftenden“ Schmalzhofs (ein Gewerbe-Campus war dort zuletzt im Gespräch), die geglückte Belebung des Gasthauses Schauer, die Pläne für Gemeinde-Feuerwehren und das Autohaus Bauer sowie das Vorhaben eines Hotel-Restaurants als Ersatz fürs Forsthaus am See, das sich gestalterisch an Bootshütten und Pfahlbauten orientiert.

Letztere Idee gefällt dem Bürgermeister, schließlich gebe es am Starnberger See nicht viele „richtig gute Hotels mit moderner Ausstattung, Wellness-Bereich und Tagungsmöglichkeiten“. Allerdings weist er auch darauf hin, dass das Haus mindestens 90 Zimmer haben muss, damit man es wirtschaftlich betreiben kann.

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