Tennisplatz
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Die Rahmenbedingungen für die Tennisspieler in Pöcking sind nicht optimal. Eine Lösung der Probleme zieht sich hin (Symbolbild).

Ursache unbekannt

Pöckings Tennisspielern geht es nass rein: Neubau umstritten

In den Keller der Clubhütte der Pöckinger Tennisspieler dringt immer wieder Wasser ein. Der Neubau mit Umkleiden und Duschen ist umstritten.

Pöcking – Die Tennisspieler des SC Pöcking-Possenhofen (SCPP) bekommen im Keller ihrer Clubhütte nasse Füße. Die Feuchtigkeit hat allerdings nichts mit den Duschen zu tun, die dort untergebracht sind. Sie dringt unkontrolliert in das Untergeschoss der Hütte ein – von außen.

Niemand weiß so recht, was die Ursache dafür ist. Es gibt aber Vermutungen. Eine geht in Richtung Beccult. Denn im Laufe der Arbeiten zum Bau des Hauses der Bürger und Vereine tauchte das Problem im benachbarten Tennisheim auf – also vor etwa zwei Jahren. „Möglicherweise hat es damit zu tun. Wegen der baulichen Verdichtung könnte sich der Druck auf das Grundwasser verändert haben“, mutmaßt Christian Braun, zweiter Abteilungsleiter der Sparte Tennis im SCPP.

Bauamtsleiterin Mirjam Heuer hört diese These zum ersten Mal. Bislang sei noch niemand auf die Gemeinde zugekommen und habe sich über Schäden wegen der Bauarbeiten beim Beccult beklagt. Sie schließt nicht aus, dass die Feuchtigkeit im Keller der Clubhütte dem Alter des Bauwerks geschuldet ist: Es stammt aus den 1980er-Jahren.

Seit zwei Jahren jedenfalls sucht der Sportverein nach einer Lösung des Problems

Seit zwei Jahren jedenfalls sucht der Sportverein nach einer Lösung des Problems. Die Variante Sanierung ist bereits ad acta gelegt. „Eine Abdichtung des Untergeschosses der Clubhütte kommt nicht infrage“, sagt Braun. Der finanzielle Aufwand stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Also entschied sich der Verein, eine oberirdische Alternative für die Nassräume zu schaffen. Ursprünglich war geplant, an das Clubhaus einen Anbau zu setzen mit Umkleiden und Duschen für Frauen und Männer sowie einem Geräteraum. Der aktuelle Entwurf sieht im Außenbereich des Clubhauses zwei eigenständige Pavillons als Umkleiden samt Duschen für Damen und Herren vor. Zudem soll in dem Umgriff ein kleinerer Geräteschuppen errichtet werden.

Diese Idee birgt allerdings ein weiteres Problem: Die geplanten Neubauten liegen außerhalb der Baugrenzen des Bebauungsplans für das Gebiet westlich der Keltenstraße. Deshalb hatte der Verein bei der Gemeinde um eine Befreiung von den Festsetzungen in der Bauleitplanung gebeten. Bei einer Ortsbesichtigung hatten sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses des Gemeinderates vor wenigen Wochen bereits ein Bild von der möglichen Situierung der Neubauten gemacht.

Zustimmung weder für die eine noch für die andere Variante

In der Sitzung des Gremiums am Montagabend lag den Kommunalpolitikern aber nicht nur der aktuelle Eingabeplan des Vereins vor, sondern auch der ursprüngliche Entwurf mit dem riegelartigen Anbau. Beide Alternativen wurden in der Aussprache kontrovers beurteilt. Einige Gemeinderäte wie Jan Linnemann (PWG) können sich beide Varianten vorstellen. Aber allgemeine Zustimmung fand keine. Die einen wollten die Platzierung der Pavillons korrigieren, andere den Geräteschuppen ganz wo anders situiert wissen, weil er optisch ein Störenfried in Nachbarschaft der neuen Umkleiden sei.

Die Riegel-Variante behagte den Ausschussmitgliedern aber auch nicht gänzlich. Einen Anbau an das Clubhaus fanden die einen zu massiv, andere plädierten für ein Verrücken des Anbaus, und eine dritte Meinung forderte ein „Aufbrechen des Riegels“, also ein deutliches Abrücken der kombinierten Umkleiden samt Geräteraum von der Clubhütte. Kurzum: Eine Entscheidung hat der Ausschuss nicht gefällt. Die Gemeinde wird dem Bauherren SCPP das Ergebnis der Beratung mitteilen und erwartet dessen Reaktion auf die von den Gemeinderäten vorgetragenen Bedenken und Anregungen.

Stephan Müller-Wendlandt

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