+
Retter und Geretteter: Die DLRG-Kräfte Sophie, Andreas und Lukas (v.l.) freuten sich am Sonntag über den Besuch von Roman Neuefeind mit seinen Eltern Regina und Torsten in der Rettungsstation in Possenhofen. 

Rettungsstation Possenhofen

Patient besucht seine Rettungshelden - DLRG freut sich riesig

  • schließen

Knapp sechs Wochen nach einem Badeunfall vor Allmannshausen hat der zwölf Jahre alte Patient am Sonntag die Retter der DLRG Pöcking-Starnberg besucht – ein für alle Beteiligten emotionales Treffen.

Possenhofen – Gewiss, am Ende war es keine große Sache. Eine zehn Zentimeter lange Fleischwunde am linken Bein, die im Krankenhaus schnell genäht war. Eine Verletzung, die gerade im Angesicht der jüngsten Taucher-Dramen im Starnberger See eher zu vernachlässigen ist. Und doch war dieses Ereignis Ausgangspunkt für ein Treffen der besonderen Art, für einen „super tollen Besuch“, wie es Walter Kohlenz von der DLRG Pöcking-Starnberg nennt. Für einen Besuch bei Helden. Und für einen Besuch, der eine absolute Ausnahme darstellt.

Rückblick: Roman Neuefeind (12) aus Aufkirchen verunglückt am 30. Juli auf der Badeplattform vor Allmannshausen. Er bleibt in der Metallleiter der Plattform hängen, reißt sich das linke Bein auf. Ein Ersthelfer kümmert sich um den Buben, DLRG-Kräfte kommen mit dem Rettungsboot zum Einsatzort, setzen den Notarzt vom Land zur Badeplattform über, am Ufer landet der Rettungshubschrauber – die großen Ferien beginnen am Ostufer mit großer Aufregung. Die ersten Meldungen gehen seinerzeit von einem offenen Beinbruch aus, es ist sogar davon die Rede, dass der Bub habe wiederbelebt werden müssen.

„Nachdem Roman vor Ort auf dem Wasser stabilisiert wurde, transportierten wir ihn mit dem Rettungsboot an Land und übergaben ihn der Besatzung eines zusätzlich angeflogenen Rettungshubschraubers“, berichtet Kohlenz. Der Heli flog Roman zusammen mit seiner Mutter Regina Neuefeind (51) ins Klinikum nach Schwabing, wo die Wunde schließlich genäht wurde. Vier Stunden später durfte der Bub schon wieder nach Hause.

Wie gesagt: kein großes Ding. Für Roman, seine Mama und Papa Torsten (50) aber war es Ehrensache, zum Ferienende bei den Rettern vorbeizuschauen. „Wir wollten einfach Danke sagen und unsere Wertschätzung ausdrücken“, sagt Regina Neuefeind. „Das sind so tolle Menschen, die sich in ihrer Freizeit für andere einsetzen“, sagt die Biologin und beginnt zu schwärmen. „Es sind Helden. Was sie ehrenamtlich leisten, ist der Wahnsinn.“ In der DLRG-Station in Possenhofen traf Roman am Sonntag seine Retter: Sophie, Andreas und Lukas zeigten und erklärten dem Zwölfjährigen zwei Stunden lang alles und drehten mit ihm sogar eine Runde auf dem See.

„Vielen Dank Roman, dass Du und Deine Eltern uns besucht habt“, schreibt DLRG-Sprecher Kohlenz. „Wir haben uns sehr gefreut. Und ganz besonders freut uns, dass es Dir wieder supergut geht und dies einer von vielen Beweisen ist, dass sich unsere viele ehrenamtlich geleistete Zeit und Energie in Aus- und Fortbildung und Einsatz immer wieder lohnt.“

Für die Retter war der Besuch auch deswegen so bemerkenswert, weil kaum ein Patient später auf die Idee kommt, sich persönlich zu bedanken. Zu etwa 300 Einsätzen im Jahr wird die DLRG Pöcking-Starnberg gerufen – Wasserretter, Rettungshundestaffel und First Responder. Wie oft sie da im Nachgang ein Dankeschön hören? „Das liegt im Promillebereich“, sagt Kohlenz.

Und dann kommt er noch mal auf den vergangenen Sonntag zu sprechen, an dem wenige Stunden vor Romans Besuch ein 67 Jahre alter Tauchlehrer bei einem tragischen Unfall in Allmannshausen ertrunken ist: „Wir geben immer alles. Leider geht nicht jeder Einsatz mit einer erfolgreichen Rettung zu Ende. Aber es gibt sie glücklicherweise häufig auch, die erfolgreichen, lebensrettenden Einsätze, die erfolgreiche Versorgung der großen und kleinen Verletzungen unserer Patienten.“ Und wer weiß? Vielleicht erwächst daraus eine Verstärkung für die DLRG. Regina Neuefeind: „Vielleicht können wir Roman ermutigen, auch Rettungsschwimmer zu werden, wenn er größer ist.“ Und das wäre bestimmt eine größere Sache.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayerischer Yacht-Club siegt auf der Elbe
Die Nachwuchssegler aus Starnberg haben beim 3. Akt der Junioren Segel-Liga Topergebnisse erzielt. Auf der Elbe in Hamburg holte sich das Team I des Bayerischen …
Bayerischer Yacht-Club siegt auf der Elbe
Nachts wird in Weßling wieder gerast - jetzt will die Gemeinde reagieren
In Weßling wird nachts zu schnell gefahren. Die Gemeinde will reagieren und hat das Innenministerium bereits eingeschaltet.
Nachts wird in Weßling wieder gerast - jetzt will die Gemeinde reagieren
Berger Firmen  finanzieren Bürgerbus
Berger Vereine und Bürger können sich freuen. Für sie gibt es einen neuen Bürgerbus.
Berger Firmen  finanzieren Bürgerbus
Höflinger geht bei Reis an Bord
Die Gilchinger Traditionsbäckerei Reis holt sich mit dem Münchner Familienunternehmen Verstärkung. Ein Teil der Filialen erhält einen neuen Namen.
Höflinger geht bei Reis an Bord

Kommentare