Enge Straße: Mit diesem Bild als Veranschaulichung wirbt der Pöckinger Bund Naturschutz für eine Tonnagebegrenzung vor allem auf der Hindenburgstraße. Die würde, findet Vizebürgermeister Luppart, das Problem nicht lösen.
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Enge Straße: Mit diesem Bild als Veranschaulichung wirbt der Pöckinger Bund Naturschutz für eine Tonnagebegrenzung vor allem auf der Hindenburgstraße. Die würde, findet Vizebürgermeister Luppart, das Problem nicht lösen.

Bund Naturschutz

Postkartenaktion für Tonnagebegrenzung

  • Stephan Müller-Wendlandt
    vonStephan Müller-Wendlandt
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„Stoppt den Schwerlastverkehr!“ Mit diesem Weckruf hat die Ortsgruppe Pöcking im Bund Naturschutz (BN) eine Initiative ins Leben gerufen. Deren Ziel ist es, die Verkehrssicherheit im Zentrum der Seegemeinde zu stärken. Im Rathaus trifft die Forderung auf offene Ohren.

Pöcking – Zum wiederholten Mal hat der Bund Naturschutz (BN) die Politik und die Verwaltung im Pöckinger Rathaus aufgefordert, dem zunehmenden Schwerlastverkehr in Pöckings Mitte einen Riegel vorzuschieben. Die Naturschützer sehen wegen des wachsenden Verkehrsaufkommens eine „extreme Emissionsbelastung“ für das Ortszentrum und eine Unfallgefahr durch den Schwerlastverkehr, der vor allem die Haupt- und die Hindenburgstraße belaste, schreibt der Vorsitzende der BN-Ortsgruppe, Wilhelm Seerieder, in einer Mitteilung. Gefährdet seien nicht nur die Anlieger dieser Straßen, sondern auch die Kinder auf ihrem Weg zur Grundschule.

Weil sich „die verantwortliche Gemeinde durch Passivität und Gleichgültigkeit auszeichnet“, so Seerieder, habe der BN eine Initiative gestartet. Er habe vor einiger Zeit persönlich den Bürgermeister auf die Situation angesprochen und auf eine Tonnagebeschränkung hingewiesen. Diesen Vorschlag habe Rainer Schnitzler mit dem Hinweis abgetan, eine solche Beschränkung werde dazu führen, dass die Gemeinde Fördermittel für die erneuerte Brücke über die Bahn zurückzahlen müsse. „Das kann ich als einziges Gegenargument nicht gelten lassen, wenn die Sicherheit insbesondere von Schulkindern im Raum steht“, erklärt Seerieder. Es mache auch wenig Sinn, alle paar Jahre ein Verkehrsgutachten in Auftrag zu geben, „wenn auf die Ergebnisse dieser Untersuchungen keine Reaktion erfolgt“.

An Anlieger der genannten Straßen haben die Naturschützer eine Postkarte verteilt, auf der das Unfallrisiko mit einem Foto ihrer Ansicht nicht dokumentiert wird. Diese Karte sollen die Pöckinger an das Rathaus schicken mit der Aufforderung, die Tonnage für durchfahrende Lastkraftwagen auf maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht zu beschränken. Haupt- und Hindenburgstraße seien vom Ausbauzustand (Fahrbahnbreite, Kurvenradien) für Schwerlastverkehr nicht geeignet, argumentiert Seerieder. Besondere Gefahrenpunkte sieht er an der Einmündung der Hindenburg- zur Hauptstraße sowie entlang der Hindenburgstraße. Die Postkarte zeige ein charakteristisches Bild einer Gefahrensituation: Wenn sich Lkw und Regionalbus dort begegnen, müsse ein Fahrzeug auf den Gehweg ausweichen.

Für den derzeit im Urlaub weilenden Rathauschef Rainer Schnitzler bestätigt dessen Stellvertreter Albert Luppart den Eingang einer Reihe von BN-Postkarten im Rathaus. „Wir werden das prüfen“, verspricht der Vizebürgermeister. Dazu werde auch eine Verkehrszählung veranlasst – um aufzuzeigen, wie sich der Verkehr in der Pöckinger Ortsmitte seit Öffnung der Umgehungsstraße verändert hat. Das Ergebnis des Prozesses werde den Bürgern öffentlich vorgestellt. Gemeinsam mit den Pöckingern solle diskutiert werden, welche Maßnahmen sinnvoll seien. Für Luppart ist eine Ursache der Verkehrszunahme „hausgemacht“, aber durchaus auch so gewollt, vor allem auch von den Naturschützern: der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).

Der verstärkte Schwerlastverkehr habe verschiedene Gründe. Aktuell hänge die Zunahme mit zahlreichen Baustellen im Umfeld der Hindenburgstraße sowie in Possenhofen zusammen. Generell locke die für Lkw befahrbare Brücke beim Bahnhof Possenhofen all jene Fahrzeuge an, die die in der Höhe und/oder Breite begrenzten Unterführungen an der Possenhofener Straße in Starnberg sowie zwischen Garatshausen und Traubing nicht befahren können. Luppart ist sich sicher, dass mit einer Tonnagebeschränkung das Problem nicht gelöst würde. „Ein Verbot ist nur so wirkungsvoll, in welchem Maße seine Einhaltung kontrolliert wird.“ Zudem müssten Sonderregelungen erlassen werden. Zum Beispiel für die Zulieferer anliegender Betriebe, „zum Beispiel das Autohaus Walter, dem wir ja nicht die Luft abschneiden dürfen“, sagt Luppart.

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