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Die windschiefe Palmhütte – hier eine Aufnahme aus der Anfangszeit – ist längst stabilen Bauten gewichen. 

Projektwoche

Laufen für die Freunde in Afrika

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Seit dem Schuljahr 2012/2013 haben die Pöckinger Grundschule und die in Bailor (Afrika) eine Partnerschaft. Heuer gibt es wieder eine Afrika-Projektwoche.

Pöcking – Die Grundschule in Pöcking ist eine Idylle. Mitten im Grünen gelegen, topmodern ausgestattet, Turnhalle und Schwimmbad direkt im Gebäude – besser geht es nicht. „So wie wir hier lernen und lehren, ist es begnadet“, sagt Schuldirektorin Sabine Marggraf.

Umso wichtiger war es ihr, den Kindern zu vermitteln, dass es längst nicht überall auf der Welt so ideale Bedingungen gibt. Auf der Suche nach einem geeigneten Partner stieß sie auf den Verein Forikolo, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern und Jugendlichen in Sierra Leone zu helfen. „Sierra Leone wurde bis 2002 von einem fürchterlichen Bürgerkrieg heimgesucht, in dem auch viele Kindersoldaten im Einsatz waren“, berichtet Marggraf im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Seitdem werde das Land mit all seinen Problemen in der Öffentlichkeit allerdings kaum noch wahrgenommen. „Das wollten wir ändern“, sagt sie.

Seit 2012 gibt es die Partnerschaft mit einer Grundschule in Bailor

Im Schuljahr 2012/13 vereinbarten die Pöckinger daher eine Partnerschaft mit einer Grundschule in Bailor. Eine Partnerschaft, die ganz offensichtlich Früchte trägt. Die Schule in Bailor bestand zu Beginn der Partnerschaft aus einer windschiefen Palmhütte, in der alle Kinder gemeinsam unterrichtet wurden. Heute befinden sich auf dem Gelände sechs verschiedene Klassenhäuser mit Stromanschluss und PCs – eines trägt sogar das Logo der Grundschule Pöcking.

Die Kinder, Lehrer und Eltern aus Pöcking haben ihren Teil dazu beigetragen. Seit gestern läuft wieder die Afrika-Projektwoche an der Grundschule. Eine Woche lang beschäftigen sich die Kinder intensiv mit dem schwarzen Kontinent und besonders mit Sierra Leone.

„Das ist natürlich eine Riesenmenge Arbeit“

Dutzende unterschiedliche Workshops werden klassenübergreifend und jahrgangsgemischt angeboten. Die Kinder können sich aus den Angeboten, die thematisch von afrikanischer Dot-Malerei über die Tierwelt und das Schulsystem bis zu Frisuren und einem Trommelkurs reichen, frei ihren Stundenplan selbst zusammenstellen.

„Das ist natürlich eine Riesenmenge Arbeit. Dennoch veranstalten wir alle vier Jahre eine solche Afrika-Projektwoche, damit jedes Kind einmal mit dem Thema in Berührung kommt“, so Schulleiterin Marggraf weiter.

Krönender Abschluss der Projektwoche: Trommelzauber-Mitmachkonzert

Morgen startet dann der große Spendenlauf. Jedes Kind sucht sich im Vorfeld einen oder mehrere Sponsoren, die einen bestimmten Betrag – nicht mehr als 50 Cent – für eine gelaufene Stadionrunde spenden. „Die Kinder wachsen dabei über sich hinaus“, sagt Sabine Marggraf aus Erfahrung. So seien durchaus schon von den 212 Kindern Beträge von 4000 bis 5000 Euro erlaufen, erschwommen oder erlesen worden – jedes Jahr ist eine andere Aktivität dran. Heuer soll von dem Erlös ein Trinkwasserbrunnen bezahlt werden, von dem nicht nur die Schulkinder, sondern das gesamte Dorf profitieren soll.

Krönender Abschluss der Projektwoche wird dann am Freitagnachmittag das große Trommelzauber-Mitmachkonzert mit DJ Dr. Fofo auf dem Schulhof. 

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