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Durch den Wald und über Wiesen, aber nicht über Hindernisse: Die Felder rund um Pöcking sind am Mittwoch Schauplatz einer Reitjagd. 

Reitjagd

Zu Pferd über Stock und Stein

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In Wald und Wiese rund um Pöcking ist an diesem Mittwoch, 3. Oktober, der Fuchs los – zumindest theoretisch. Der Reitstall Pöcking organisiert eine Reitjagd, an der nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Zuschauer ihre Freude haben werden.

Pöcking Zum zweiten Mal laden der Reitstall und die Reitschule Pöcking zu einer Jagd ein – wobei niemand im eigentlichen Sinn gejagt wird. Die Fuchsjagd ist in Deutschland seit 1934 verboten. Was in Pöcking an diesem Mittwoch, 3. Oktober, gejagt wird, ist vor allem der Spaß – die Schüler der Reitschule sind bei der Jagd dabei sowie einige Gäste. „Wir sind 20 Reiter-Pferd-Paare“, sagt Evelyn Herrmann vom Reitstall Pöcking. „Die Jagd findet ohne Hindernisse und ohne Hundemeute statt.“ Es gehe mehr darum, in den Wäldern und auf den Feldern rund um Pöcking in freier Natur unterwegs zu sein, auf öffentlichen Wegen und in Absprache mit den Landwirten.

Auch Zuschauer kommen auf ihre Kosten. Die Jagd beginnt um 11.30 Uhr am Reitstall in Pöcking (Hauptstraße 17) mit einem Weißwurstfrühstück. Dabei sind auch die Reiterlichen Jagdhornbläser aus München, die den ganzen Tag musikalisch begleiten werden. „Sie sind bei allen Jagden rund um München dabei“, erklärt Evelyn Herrmann.

Um 13 Uhr ist offizielles Aufsitzen mit Reichen des Jagdtrunks. Erste Station der Jagdgesellschaft ist um 13.30 Uhr die Kirche St. Pius, wo Diakon Werner Schwarzwalder Pferd und Reiter einen Segen spendet.

Danach geht es zu insgesamt vier weiteren Stationen, die die Reiter ansteuern, die aber auch Radler oder Autofahrer anfahren können. „Die Reiter beantworten gerne Fragen der Zuschauer und kommen mit ihnen ins Gespräch“, erklärt Evelyn Herrmann. Die Jagdhornbläser seien ebenfalls dabei. Es soll ein Miteinander werden, der Spaß an der Natur steht im Vordergrund. „Wir wollen demonstrieren, wie eine Reitjagd funktioniert.“

Der Fuchs kommt erst auf dem letzten Streckenabschnitt ins Spiel: Eine Reiterin heftet sich einen Fuchsschwanz an die Schulter, und die übrigen Jagdteilnehmer versuchen, sie zu erwischen. Wobei einige Regeln zu beachten sind: „Zu den Jagdregeln gehört, dass der Jagdmaster, der das Feld anführt, nicht überholt wird und so das Feld lenken kann“, sagt Evelyn Herrmann. Die Teilnehmer dürfen auch nicht vor dem Meister auf- oder absteigen. Der Jagdmaster ist Reitlehrer Yves Met, der viel Erfahrung als Jagdreiter hat. Er darf als Zeichen seiner Erfahrung einen roten Rock tragen, die weniger erfahrenen Männer und alle Frauen sind angehalten, in gedeckten Farben zu erscheinen.

Ist der Fuchs gefangen, ist die Freude groß. „Am Ende der Jagd, nach dem Fang des Fuchsschwanzes, grüßt man sich gegenseitig und genießt die glückliche Jagd“, sagt Evelyn Herrmann. Gegen 15.30 Uhr rechnen die Organisatoren mit dem Ende der Jagd, dem Halali. „Dann ziehen die Reiter auf dem Halali-Platz den rechten Handschuh ab, schütteln sich gegenseitig die Hand und sagen dazu ,Halali, Halali‘“, erklärt Herrmann das Ritual. „Die Jagdherrschaft spricht einige Worte zum Jagdtag und überreicht jedem Reiter mit den Worten ,Waidmanns Heil‘ einen Bruch, das ist eine Schleife mit einer Eichel, und der Reiter antwortet mit ,Waidmanns Dank‘.“ Dann beginnt der gemütliche Teil, mit einem Grillfest auf dem Reiterhof an der Hauptstraße, zu dem auch Gäste willkommen sind.

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