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Informativ: Ulrich Müller erklärt den Besuchern vor dem Start, welche Zonen geschützt sind und wie sie in Zukunft erhalten werden sollen.

Natura 2000

Runder Tisch mitten im Grünen

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Maising – Grau ist alle Theorie, die Praxis hingegen ist sattgrün und wunderschön. Selten wurde das deutlicher als beim „Natura 2000-Rundgang“ am Maisinger See.

Bei der Begrüßung auf dem Parkplatz war viel von 1a- und 1b-Gebieten die Rede, von Flora-Fauna-Habitaten (FFH), Vogelschutzgebieten und dem neuen Managementplan, der am „runden Tisch“ vorgestellt werden sollte.

Ein paar Schritte am Seeufer entlang machten dann aber deutlich, warum dieser immense Aufwand nötig ist. Um die Schönheit unserer Heimat heute und für die kommenden Generationen zu bewahren. Enten schnattern auf dem See, ein Rotmilan dreht majestätisch seine Kreise.

„Natura 2000 ist das weltweit bedeutendste Naturschutzprojekt“, sagt Elmar Wenrich von der Regierung Oberbayern, der die Moderation übernommen hat. FFH- und Vogelschutzgebiete sollen zusammengefasst werden, die einzelnen Biotope, aber auch die Schutzzonen in ganz Europa miteinander verbunden werden.

Rein planerisch sind die Vorbereitungen, die 1992 begannen, erledigt. Die FFH-Gebiete sind rechtskräftig ausgewiesen. Nun beginnt die eigentliche Arbeit. Es geht darum, genau zu kartieren, welche Biotope und schützenswerten Arten in den einzelnen Bereichen vorkommen. Daraus abgeleitet wird ein sogenannter Managementplan. Er fasst zusammenfasst, wie man die schützenswerten Arten behüten, Areale in schlechtem Zustand wieder naturnäher gestalten kann. Die Kartierung, Analyse und Erstellung des Managementplanes für das rund 120 Hektar große Gebiet rund um den Maisinger See sind abgeschlossen. Nun sollen die Grundstückseigentümer in Gesprächen davon überzeugt werden, etwas für den Erhalt und die Pflege der Biotope zu unternehmen.

„Das alles basiert auf Freiwilligkeit“, sagt Ulrich Müller von der Regierung Oberbayerns. Gezwungen werde keiner. Aber manchmal hätten schon kleine Schritte große Auswirkungen. So wurde die Wiesenmahd im Süden des Sees vom Frühjahr auf den Herbst verschoben. Dadurch haben seltene Pflanzen mehr Zeit, zu wachsen und ihre Samen zu verstreuen. Auch über den zu hohen Nährstoffeintrag in den See will man mit den Bauern reden. Denn das Grünband vor dem Schilf ist den Naturschützern ein Dorn im Auge. Das Gespräch suchen, aufklären – diese Worte fallen immer wieder. Doch zwischen den zahlreichen Vertretern der verschiedenen Ämter verlieren sich nur einige wenige der 118 Grundstückseigentümer. „Bei Habitaten dieser Größe dürfen wir die Betroffenen nicht mehr anschreiben und persönlich einladen“, sagt Müller. Die Portokosten...

Am Nachmittag fand dann noch ein zweiter Runder Tisch statt. Dabei ging es um die künftige Entwicklung und Pflege des ebenfalls als FFH-Gebiet ausgewiesenen Truppenübungsplatzes der Bundeswehr in Pöcking.

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