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In harten Zeiten nah am Kunden: Mohsena Azizi (2.v.r.) und ihre Mitarbeiterin Arbesha Krasniqi (r.) halten den Laden im Pöckinger Edeka-Markt am Laufen. 

Einkaufen in Zeiten von Corona

Schokolade für die Kassiererin: So danken Kunden an der Kasse

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Auch in diesen Tagen hält sie die Stellung: Mohsena Azizi betreibt zusammen mit ihrem Mann Abdul-Khalegh Azizi seit 2011 den Edeka in Pöcking. Die 59-Jährige sitzt an der Kasse. Tagtäglich. Auch während der Corona-Krise. Die Kunden danken es ihr.

Pöcking „Über die Rede der Bundeskanzlerin habe ich mich sehr gefreut“, sagt Mohsena Azizi, die mit ihrem Mann zusammen den Edeka-Markt in Pöcking betreibt. In der auf mehreren Kanälen übertragenen Ansprache dankte Angela Merkel explizit allen Kassenkräften, die so wörtlich „den Laden am Laufen“ halten. Das sei sehr motivierend gewesen, meint Azizi. Denn wer in Corona-Zeiten an einer Supermarktkasse arbeitet, hat ständig Kontakt mit anderen Menschen.

In der Tat seien die Kunden dieser Tage besonders freundlich, bestätigt Mohsena Azizi. „Sie geben mehr Trinkgeld und bedanken sich, dass wir da sind“, sagt sie. Selbst die Entscheidung, pro Person nur eine Packung Toilettenpapier abzugeben, würden die meisten akzeptieren, ohne groß zu murren.

Hygienehinweise zum Schutze aller

Um die Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen zu schützen, hat das Pöckinger Edeka-Team Zettel mit Hygiene-Hinweisen ausgehängt. Darauf steht unter anderem, dass Kunden von anderen Kunden mindestens zwei Meter Abstand halten sollen. „Das ist ja zu unser aller Schutz“, sagt Michaela Mößler, ebenfalls im Pöckinger Edeka angestellt. Außerdem würden mehr Kunden mittlerweile selbst Kleinstbeträge mit EC-Karte zahlen, um Handkontakt zu vermeiden. Auch das sei eine Möglichkeit, dieser Tage Verkäufern an der Supermarktkasse seine Wertschätzung zu zeigen. „Nur die Älteren, die tun sich da noch etwas schwer“, weiß die 49-Jährige, die seit drei Jahren mit im Team ist.

Um sich selbst zu schützen, verwendet Mößler bei Barzahlungen ein Plastikschälchen, außerdem trägt sie Einmalhandschuhe. Eine Plexiglasscheibe oder eine transparente Plastikfolie zwischen sich und den Kunden aufzustellen oder hochzuziehen, sei im Pöckinger Edeka nicht möglich. Das gäben die räumlichen Gegebenheiten schlichtweg nicht her. Um die Tastatur der Kasse regelmäßig zu reinigen, haben Mößler und Azizi gleich nebenan ein Desinfektionsmittel stehen. Und in den Waschräumen gibt es zudem statt der normalen Seife eine Desinfektionsseife.

Die meisten zeigen Verständnis für Maßnahmen

Falls ein Kunde doch einmal näher bei ihr steht, als es ihr lieb ist, weist Mößler sie so humorvoll wie möglich darauf hin. „Die meisten haben Verständnis dafür“, ist ihre Erfahrung. Um weiter für ihre Kunden da zu sein und „den Laden am Laufen“ zu halten, hat Mößler privat ihre Kontakte auf das Nötigste eingeschränkt. Wenn sie unterwegs ist, hat sie stets Handdesinfektionsmittel in der Jackentasche.

Und ihre zur Zeit ganz besonders freundlichen Kunden? Die danken es ihr auch. Mößler erinnert sich an ein besonders nettes Ereignis. Erst vor ein paar Tagen habe jemand im Markt eine Schokolade gekauft, sie bezahlt – und sie dann der Kassiererin geschenkt.

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